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22. September 2006

Psychologiekongress an der Uni Erlangen-Nürnberg - Weniger Aggression, mehr Innovation

Der frühere deutsche Wirtschaftsminister und Bundeskanzler Ludwig Erhard war der Auffassung, dass die Ökonomie zu fünfzig Prozent Psychologie sei. Unter dem Motto *Humane Zukunft gestalten” befassen sich zur Zeit auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg 2300 Wissenschaftler damit, wie die Psychologie auch in anderen Lebensbereichen helfen kann, Probleme zu lösen. *Dabei gibt es zwar keine Patentrezepte, aber durchaus wissenschaftlich nachweisbare Erfolge”, sagte der Kongressorganisator, Professor Friedrich Lösel von der Universität Erlangen-Nürnberg, in seinem Eröffnungsvortrag.

Wie man die Aggression junger Menschen reduzieren kann
Die Aggression von Kindern und Jugendlichen ist ein wichtiges Thema auf dem Kongress: Beim Verlernen von Aggression setzen die Forschungen der Arbeitsgruppe um Professor Friedrich Lösel von der Universität Erlangen-Nürnberg an. Zusammen mit Professor Andreas Beelmann, Dr. Stefanie Jaursch und Professor Mark Stemmler entwickelte er Maßnahmen zur Prävention von Verhaltensproblemen bei Kindern. Das Programm *Entwicklungsförderung in Familien: Eltern- und Kindertraining” (EFFEKT) enthält einen Kurs zur Verbesserung der Erziehungskompetenz von Eltern und ein Training, das die soziale Kompetenz von Kindern stärken soll. In ihren vom Bundesfamilienministerium finanzierten Studien an über 600 Familien fanden die Erlanger Forscher, dass sich durch dieses Programm das dissoziale Verhalten im Kindergarten reduzieren lässt. Auch noch zwei Jahre später waren in der Grundschule positive Wirkungen nachweisbar. Bei Kindern, die das Training durchlaufen hatten, fanden sich in den Schulzeugnissen seltener Bemerkungen über Verhaltensprobleme als in der Kontrollgruppe ohne Programm. In weiteren Studien der Erlanger Forschergruppe untersuchten Stefanie Hacker und Funda Kabacki-Kara ähnliche Präventionsprogramme, die auf Kinder im Grundschulalter und auf türkische Familien zugeschnitten sind.

Professor Richard Tremblay (Kanada) zeigte anhand seiner Langzeitstudien, dass das aggressive Verhalten nicht in der Jugend, sondern in den ersten Lebensjahren am häufigsten ist. Ab etwa drei Jahren nimmt es ab, da die Kinder mehr und mehr lernen, Konflikte anders zu lösen. Nur eine kleine Gruppe von etwa vier Prozent der Kinder verhält sich auch langfristig aggressiv. Professor Tremblay machte damit deutlich, dass Aggression keineswegs nur erlernt ist, sondern zu wesentlichen Teilen auch angeboren. *Kinder lernen nicht, sich aggressiv zu verhalten, sondern die meisten lernen im Lauf der Entwicklung, ihre aggressiven Tendenzen zu beherrschen”, lautete die These des kanadischen Forschers.

Innovation - ohne Psychologie geht’s nicht
Deutschland liegt in der Kreativität im internationalen Bereich ziemlich weit vorn. Dies zeigen auch die zahlreichen deutschen Patente. Weniger gut sieht es mit der Einführung von Neuerungen aus. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern auch den politischen und sozialen Bereich, wie zum Beispiel die aktuelle Gesundheitsreform zeigt. Die Psychologie kann dazu beitragen, die Fähigkeit und Bereitschaft für Innovationen zu fördern. Schon ab dem Kleinkindalter wirkt sich eine möglichst anregende Erziehung in der Familie positiv auf die Gehirnentwicklung und die Erkundung von Neuem aus. *Der große Einfluss des Elternhauses darf deshalb in der aktuellen Bildungsdiskussion nicht vernachlässigt werden”, betonte Professor Klaus Schneewind (München).

In der Schule trägt eine die Selbständigkeit fördernde Lernkultur dazu bei, Probleme innovativ anzugehen. Dazu müssen aber auch die grundlegenden Kenntnisse in der Sprache, der Mathematik und in den Naturwissenschaften vermittelt werden. Im Betrieb ist es wichtig, eine mentale Grundhaltung für Neuerungen zu fördern. Professor Dieter Frey (München) sprach in diesem Zusammenhang von einer *Entsumpfung des Kopfes”. Der Betrieb sollte sich auf die eigenen Stärken konzentrieren und Fehler konstruktiv analysieren. Erfolgreiche Führung erfordert Wertschätzung der Mitarbeiter, Fairness, flache Hierarchien, wenig Bürokratie, klare Analysen der eigenen Lage und realistische Zukunftsvisionen.

Gezielte psychologische Maßnahmen haben auch in anderen Bereichen positive Wirkungen. Professor Werner Wittmann (Mannheim) berichtete über die Wirksamkeit von Programmen, die nicht nur die Gesundheit fördern, sondern dem Staat und den Krankenkassen Kosten sparen. Die Forschungen von Dr. Martin Schmucker und Professor Lösel (Erlangen-Nürnberg) zeigten ähnliche Erfolge bei der Behandlung von Sexualstraftätern. Selbstverständlich seien nicht alle Täter änderbar, mit modernen, wissenschaftlich fundierten Therapien kann man aber die Rückfallrate um fast ein Drittel verringern. *Dies ist ein wichtiger Beitrag zum Opferschutz”, sagte Professor Lösel.

Im Vortrag von Professor Roland Scholz (Zürich) ging es um psychologische Beiträge zu einem nachhaltigen Umweltschutz. In Fallstudien in der Schweiz konnte er zeigen, wie die Psychologie in enger Kooperation mit der lokalen Politik Szenarien umsetzt, die tatsächlich längerfristig zu einem schonenden Umgang mit der Umwelt führen. Technische Maßnahmen seien dabei durchaus wichtig, aber ohne Psychologie gehe es auch hier nicht.

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Erlanger Paläontologen erkunden die Tiefen des Mittelmeers

Sonnenschein, eine milde Brise und blaue Wellen, die sanft gegen den Schiffsrumpf schlagen. Verlockende Aussichten für den Paläontologen Prof. Dr. André Freiwald von der Universität Erlangen-Nürnberg und sein Team: Die Wissenschaftler brechen am 24. September 2006 auf dem deutschen Forschungsschiff Meteor zu einer Expedition ins Mittelmeer auf. Doch die Forscher werden kaum Zeit haben, den mediterranen Spätsommer zu genießen. Sie tauchen ab in die dunklen und ziemlich kalten Tiefen des Mittelmeers. Dort haben die Kaltwasserkorallen ihren Lebensraum. Über diese ungewöhnlichen Blumentiere weiß die Wissenschaft bisher nur wenig. Das wollen Professor Freiwald und sein Team ändern. Vom Hafen La Valetta auf der Insel Malta aus sticht die Meteor in See. Die von Professor Freiwald geleitete Etappe der Forschungsfahrt wird mehr als vier Wochen dauern und führt zunächst durch die Straße von Sizilien in das westliche Tyrrhenische Meer. Weiter geht es durch die Straße von Messina ins Ionische Meer und in die südliche Adria.

Während dieser Zeit wollen die Meeresforscher mit Hilfe des Tauchroboters Quest zu oftmals schwer zugänglichen Korallenriffen vordringen, sie genau kartieren, die Riffbewohner näher bestimmten und Proben der Korallen und ihrer fossilen Ablagerungen nehmen. Die Wissenschaftler erhoffen sich davon Aufschluss über die klimatischen Veränderungen in den letzten 100.000 Jahren. Im Ionischen Meer werden Professor Freiwald und sein Team außerdem erst kürzlich entdeckte Schlammvulkane näher untersuchen.

Besonders gespannt blicken die Forscher auf die letzte Etappe ihrer Fahrt: In der südlichen Adria wurde 2002 eine der größten noch lebenden Tiefwasserkorallenriffe außerhalb des Atlantiks entdeckt. Dort wollen die Wissenschaftler mit Hilfe genetischer Tests klären, ob diese Siedlung seit der letzten Eiszeit isoliert überlebt hat oder noch heute mit den Kolonien im Atlantik in Austausch steht.

Die Ausfahrt der Meteor ist Teil des EU-Forschungsprojekts Hermes (Hotspot Ecosystem Research on the Margins of European Seas), an dem 45 Partner aus 15 europäischen Ländern beteiligt sind. Auf der Mittelmeer-Expedition werden Wissenschaftler aus Italien, England, Frankreich und Griechenland an Bord gehen.

Schon seit mehr als zehn Millionen Jahren siedeln Kaltwasserkorallen im Mittelmeer. Das bezeugen zahlreiche fossile Riffe, aber auch einige noch äußerst vitale Kolonien der Weißen Lophelia an den Hängen unterseeischer Berge, in den Meerengen des zentralen Mittelmeers und an den steilen Rändern der kontinentalen Platten in Tiefen von 200 bis etwa 4.000 Metern unter dem Meeresspiegel. Die Forscher vermuten, dass sich die Lophelia-Korallen vor allem während der wiederkehrenden Eiszeiten, als das übrige Europa zu einem großen Teil von einer dicken Eisschicht bedeckt war, in das Mittelmeer zurückzogen. Den genügsamen Tieren reicht eine Wassertemperatur von nur fünf bis sechs Grad Celsius, damit sie den Meeresboden als Wohnraum akzeptieren. Seit dem Höhepunkt der letzten Eiszeit scheint das Korallenökosystem im Mittelmeer allerdings zusammenzubrechen. Die Siedlungen bewegen sich wieder nach Norden. Ein natürlicher Prozess, so vermuten die Wissenschaftler. Schon während früherer Eiszeiten pendelten die Kaltwasserkorallen zwischen dem nördlichen Atlantik und dem Mittelmeer. Heute besiedelt die Lophelia den Meeresboden vom Mittel- über den Nord-Atlantik bis hinauf nach Spitzbergen.

DFG-Präsidium besucht das Forschungsschiff Meteor Bevor die Meteor am 24. September den Anker lichtet, erhält ihre Crew hochrangigen Besuch. Das Präsidium der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Rektor der Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske, kommen an Bord des Forschungsschiffs und werden sich dort über die Arbeit der Wissenschaftler informieren. *Die Gesellschaft muss sich in Zukunft mit Problemen wie dem Klimawandel und drohenden Flutwellen auseinandersetzen; Rohstoffe aus dem Meer werden für die Wirtschaft immer wichtiger. Deshalb wächst die Bedeutung der Meeresforschung”, erklärt Freiwald. *Bei dem Besuch des DFG-Präsidiums wird es deshalb auch um die Frage gehen, wie die deutsche Forschungsschiff-Flotte in Zukunft aussehen soll”, verrät der Paläontologe.

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Verirrte Abiturienten. Der „Würzburger Kreis“ will Schneisen in den Informationsdschungel schlagen

Abgelegt unter: Potsdam, Universität — info @ 07:16

Fast 9.000 Studiengänge an 370 Universitäten und Fachhochschulen – wer nach dem Abitur studieren möchte, benötigt viele Informationen. Doch mehr Information verschafft nicht unbedingt mehr Klarheit. Die Beteiligten des „Würzburger Kreises“ wollen helfen, Information am Studienbewerber orientiert zur Verfügung zu stellen. Würzburger Kreis
Im Würzburger Kreis haben sich mehrere, professionell mit der Information und Beratung von Studieninteressierten befasste Institutionen auf Arbeitsebene zusammengefunden. Sie wollen im Interesse zukünftiger Studienbewerber Schneisen in einen Dschungel von Informationen schlagen. Auf die Einladung der Gesellschaft für Information, Beratung und Therapie an Hochschulen (GIBeT) e.V. trafen sich Vertreter der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS), des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), des Deutschen Studentenwerks (DSW), der Arbeits- und Servicestelle für Internationale Studienbewerbungen (uni-assist) e.V., der Studierendensekretariate und des Bundeselternrates, um über ein verbessertes und zentral gebündeltes Informationsangebot für Studieninteressierte zu beraten.

Viele Informationsstellen
Informationen für Studieninteressierte gibt es in der Tat an vielen Stellen –auch im Internet. Sei es unter www.hochschulkompass.de (HRK) , www.studien-und-berufswahl.de (Bund-Länder-Kommission), www.studentenwerke.de (DSW) oder www.wege-ins-studium.de, sowie Informationen der Arbeitsagenturen. Nicht zu vergessen natürlich die Websites der Hochschulen, der Studentenwerke vor Ort und der ZVS.

Segmentierte Information
Die bestehenden Portale bieten meist segmentiertes Wissen. Hier über die Bewerbungsverfahren einzelner Hochschulen, dort über Studienfinanzierung und an weiterer Stelle wird eine Übersicht über alle Studienfächer geboten. Die Studieninteressierten müssen jedoch aus der Beantwortung eines ganzen Bündels von Fragen die Entscheidung für ein Studium treffen. Sie müssen die vorhandenen Informationen nicht nur selber gewichten und bewerten, sondern auch noch eine Struktur für die Recherche entwickeln. Eine Aufgabe, die viele überfordert, da ein umfassendes Portal, das die Studieninteressierten zu genau den Informationen hinführt, die sie brauchen, noch nicht existiert.

Ein Portal für alle Fragen zum Studium in Deutschland
Ziel des Würzburger Kreises ist, für Studieninteressierte ein Studienportal zu entwickeln, das alle notwendigen Information zusammenfasst. Ein Portal, das somit nicht nur Studieninteressierten weiter hilft, sondern auch die Arbeit von professionellen Beratern ergänzt.

Verantwortung des Bundes und der Länder
Bund und Länder haben sich mit den Beratungen über den Hochschulpakt zu ihrer Verantwortung für eine steigende Zahl von Studierenden bekannt. Sie werden dieser Verantwortung jedoch nur gerecht, wenn sich der Wunsch eines Studiums auch im Examen realisiert. Um Studienabbruch zu vermeiden, ist u.a. eine verbesserte adressatengerechte Information erforderlich. Der Würzburger Kreis fordert daher Bund und Länder auf, ein solches Informationsportal zu finanzieren und die Expertise des im Würzburger Kreis gebündelten Sachverstandes zu nutzen.

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Wissenschaftliches Kolloquium der TU Chemnitz anläßlich des 75. Todestages Carl Julius von Bachs (1847-1931)

Abgelegt unter: Chemnitz, Technische Universität — info @ 07:11

Wer weiß schon, dass Carl Julius von Bach, im erzgebirgischen Stollberg geboren, bereits vor 132 Jahren die Idee hatte, Frankreich und Großbritannien durch einen Tunnel zu verbinden. Bach war es auch, der dem Maschinenbau zur Anerkennung als Wissenschaft verhalf. Mit seinen Büchern “Die Maschinenelemente” und “Elastizität und Festigkeit” setzte er für Jahrzehnte Maßstäbe für diese Bereiche. Bach, der nach seiner Lehre bei einem Schlossermeister an der Königlichen Höheren Gewerbschule und der Werkmeisterschule - den Vorgängern der heutigen TU Chemnitz - studierte, gilt nicht nur deshalb als eine der herausragenden Persönlichkeiten auf dem Gebiet des Maschinenbaus. Anlässlich seines 75. Todestages lädt die TU Chemnitz am 10. Oktober 2006 zu einem wissenschaftlichen Kolloquium ein. Besonders freut die Veranstalter, dass der einzige noch lebende Enkel Carl von Bachs, der Schweizer Rechtsanwalt Dr. Rico Steinbrüchel, nach Chemnitz kommt, um die Gäste des Kolloquiums an Erinnerungen an seinen Großvater teilhaben zu lassen. Auch Prof. Dr. Eberhard Roos, Geschäftsführender Direktor der Materialprüfungsanstalt Universität Stuttgart, wird sich an diesem Tag an Carl von Bach erinnern, denn er war es, der im Jahr 1884 trotz massiver Widerstände in Stuttgart die erste deutsche Materialprüfanstalt einrichtete. Prof. Dr. Friedrich Naumann, emeritierter Professor für Wissenschafts-, Technik- und Hochschulgeschichte der TU Chemnitz, wird außerdem auf die Bedeutung Carl von Bachs für die Entwicklung des deutschen Maschinenbaus eingehen. Schließlich erläutert und präsentiert das Chemnitzer Universitätsarchiv ausgewählte Dokumente aus dem umfangreichen Nachlass Carl von Bachs.

Das Kolloquium, das vom Institut für Mechanik und Thermodynamik organisiert wird, beginnt um 13 Uhr im “Alten Heizhaus” der TU Chemnitz, Straße der Nationen 62 (Innenhof).

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Chemische Institute der RWTH Aachen öffnen ihre Türen

Warum sind in Aachen plötzlich die Ampeln so hell? Was hat Kohlendioxid mit Lösungsmitteln, Kaffee, Kölsch und Klamotten gemeinsam? Antworten auf diese und andere Fragen finden Interessierte beim bundesweiten Tag der offenen Tür der Chemie. Zum sechsten Mal öffnen am 23. September 2006 über 250 Chemiewerke und Hochschulinstitute in Deutschland ihre Unternehmen und Laboratorien für die Öffentlichkeit unter dem Motto „Schautag Chemie“. Diese bundesweiten Tage der offenen Tür haben inzwischen Tradition. Seit 1990 kamen insgesamt über zwei Millionen Besucher in die Chemiewerke und Hochschulinstitute, um sich direkt vor Ort ein Bild zu machen.

Auch die Fachgruppe Chemie der RWTH möchte an diesem Tag von 10.00 bis 15.00 Uhr im Institut für Technische und Makromolekulare Chemie, Worringerweg 1, den interessierten Besuchern mit einem bunten Rahmenprogramm ihre Forschungsschwerpunkte präsentieren. Begleitet von sicherheitsrelevanten Techniken, die für den reibungslosen Ablauf des Forschungsalltags notwendig sind, wird die Arbeitsweise in Berufen rund um das Thema Chemie in Forschung und Industrie der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach Vortragsreihen führen Studierende in die Kunst des Experimentierens ein und zeigen den Zuschauern wie man zum Beispiel Geldscheine flambiert oder mit Rotkohlsaft ein buntes Farbenspiel erzeugt.

Neben der Forschung besteht an den chemischen Instituten der RWTH Aachen die Möglichkeit, im Rahmen der Ausbildung den Beruf des Chemielaboranten zu erlernen. Aus diesem Grund freuen sich die Professoren der Fachgruppe Chemie besonders, Schülern die Institute zu zeigen und sie bei Fragen zur Ausbildung zu beraten. Gleichzeitig liefern die anwesenden Professoren Informationen über das Chemiestudium an der RWTH und Wissenswertes rund um die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge.

Der Tag der offenen Tür der Chemie in Aachen bietet allen Interessierten neben Einblicken in aktuelle Forschungsgebiete auch ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm: eine Tombola mit vielen Preisen, Vorführungen eines Glasbläsers und Filmpräsentationen mit Sachgeschichten aus der Sendung mit der Maus.

Weitere Informationen über das Angebot des diesjährigen Tags der offenen Tür der Chemie erhalten Interessenten unter: www.schautag-chemie.de.

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Vorlesungsreihe an der Technischen Universität Chemnitz “WorkOut! Interdisziplinäre Perspektiven auf Mensch und Arbeit”

Abgelegt unter: Chemnitz, Technische Universität — info @ 07:09

Die Arbeit steht im Zentrum menschlicher Selbstverständigung, die Arbeitsorganisation bestimmt die Struktur einer Gesellschaft. Aktuelle Diskussionen zeigen jedoch, dass der Begriff und das Phänomen der Arbeit alles andere als klar sind. Die neue, vom Fachgebiet Philosophie der TU Chemnitz organisierte Vorlesungsreihe “WorkOut! Interdisziplinäre Perspektiven auf Mensch und Arbeit” thematisiert deshalb das Phänomen der Arbeit aus Sicht unterschiedlicher Wissenschaften. Philosophen, Pädagogen, Psychologen, Literaturwissenschaftler sowie Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler beleuchten in zehn Vorlesungen die Entstehung, den Wandel, den Wert und die Konsequenzen des Arbeitens. Zugleich schärft die Vorlesungsreihe den Blick für die Vielschichtigkeit des Arbeitsbegriffs in Geschichte und Gegenwart. Hochschuldozent Dr. Christian Bermes, der die Professur für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der TU Chemnitz vertritt und gemeinsam mit Privatdozent Dr. Thomas Rolf die Vorlesungsreihe leitet, eröffnet am 7. November 2006 um 18 Uhr die Reihe der Vorträge im Industriemuseum Chemnitz, Zwickauer Straße 119. Das Thema seines Vortrages lautet “Arbeit denken. Die Bedeutung der Arbeit für Mensch und Gesellschaft aus Sicht der Philosophie”. In den weiteren Vorträgen werden Professoren aus Chemnitz, Hamburg und Bayreuth u. a. Themen wie das Lernen von Hochleistungssystemen, die Arbeit an Mensch-Technik- Schnittstellen oder die Arbeit als instrumentelles Handeln erörtern. Alle Vorträge sind kostenfrei und beginnen um 18 Uhr zu den angegebenen Terminen im Ausstellungsbereich des Industriemuseums.

Alle Veranstaltungen der Vorlesungsreihe auf einen Blick:

07.11.2006, HD Dr. Christian Bermes (Chemnitz): “Arbeit denken. Die Bedeutung der Arbeit für Mensch und Gesellschaft aus Sicht der Philosophie”

14.11.2006 Prof. Dr. Volker Bank (Chemnitz) “Arbeit oder Beruf? Aspekte der Identität, Sozialität und Ökonomität”

21.11.2006 Prof. Dr. Peter Pawlowsky (Chemnitz) “Lernen in und von Hochleistungsteams”

28.11.2006 Prof. Dr. Josef Krems (Chemnitz) “Arbeit an Mensch- Technik-Schnittstellen”

05.12.2006 Prof. Dr. Günter Peters (Chemnitz) “Arbeit am Mythos der Arbeit: Prometheus”

13.12.2006 Prof. Dr. Birgit Recki (Hamburg) “Technik und Werk. Die kulturelle Dimension der Vernunft”

09.01.2007 Prof. Dr. Alfons Söllner (Chemnitz) “Hannah Arendt: Arbeiten, Herstellen, Handeln”

16.01.2007 Prof. Dr. Günter Voß (Chemnitz) “Der Arbeitskraftunternehmer - Ein neuer Typus von Arbeitskraft und seine sozialen Folgen”

23.01.2007 Prof. Dr. Gerd Spittler (Bayreuth) “Arbeit als instrumentales Handeln oder als Interaktion - eine ethnologische Perspektive”

30.01.2007 Prof. Dr. Dr. Birgit Spanner-Ulmer (Chemnitz) “Gipfelstürmer bei der Arbeit”

Das Programm der Vorlesungsreihe im Internet: http://www.tu-chemnitz.de/phil/phil/BermesProseminar.php

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Lehrstuhl für Physiologie verabschiedet Erlanger Schmerzforscher

Mit einem wissenschaftlichen Symposium über Schmerzforschung verabschieden die Mitarbeiter des Lehrstuhls für Physiologie am 22. und 23. September 2006 ihren Lehrstuhlleiter Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Handwerker. Nach 20 Jahren Lehre und Forschung scheidet der Wissenschaftler Ende September aus dem Amt des Vorstands des Instituts für Physiologie und Pathophysiologie der Universität Erlangen-Nürnberg aus. Das Symposium steht unter dem Motto *From Molecules to Patients in Pain Research”. Veranstaltungsort ist das Institut für Physiologie und Pathologie in Erlangen, Universitätsstr. 17. Unterstützt wird das Symposium von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie Pharma- und Medizintechnikfirmen. Als Sprecher des Sonderforschungsbereichs (SFB) 353 *Pathobiologie der Schmerzentstehung und -verarbeitung” trug Professor Handwerker wesentlich dazu bei, dass Erlangen heute ein weltweit angesehenes Zentrum der neurobiologischen und klinischen Schmerzforschung ist. Das Erbe des 2003 ausgelaufenen SFB 353 trat eine klinische Forschergruppe der DFG an, unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Schüttler. Daneben beschäftigen sich das EU-finanzierte Konsortium *PainGenes” und diverse BMBF-und DFG-Projekte mit Schmerzforschung. Hermann Handwerker bleibt dem Institut für Physiologie und Pathophysiologie durch ein laufendes DFG-Projekt im Bereich der Mikroneurografie für das kommende Wintersemester verbunden. Weiterhin erfüllt Professor Handwerker im Wintersemester einen Lehrauftrag in der Physiologie. Von der Medizinischen Fakultät hatte sich Professor Handwerker als langjähriger Studiendekan Ende Juli mit einem Themennachmittag zu Unterricht und Lehre in der Medizin verabschiedet.

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Simulationszentrum der Medizinischen Hochschule Hannover setzt Standards - Medizinstudenten proben mit Hightech-Anästhesiesystem den Ernstfall

Abgelegt unter: Hannover, Medizinische Hochschule — info @ 07:06

Der operative Eingriff läuft wie geplant. Doch plötzlich steigt die Herzfrequenz, der Blutdruck fällt. Für einen Moment lang blicken sich die Anästhesie-Studenten ratlos an. Vielleicht eine Embolie? Oder eine allergische Reaktion? Sie beginnen umgehend mit der Sofortbehandlung einer schweren Unverträglichkeitsreaktion. Nach einiger Zeit stabilisiert sich die Herzfrequenz wieder. HAINS, dem Hannöverschen Anästhesie-, Intensiv- und Notfallsimulator, geht es aus medizinischer Sicht wieder besser. Dank der neu installierten Anästhesieplattform Aisys von GE erhalten die Studenten der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bei Simulationsübungen sämtliche benötigten Informationen auf einen Blick. Dies hilft ihnen, in Sekundenschnelle die richtige Entscheidung zu treffen. Mit der Installation der neuen Anästhesielösung setzt die MHH bundesweit Maßstäbe für die Ausstattung von medizinischen Simulationszentren. Darüber hinaus ist der Ausbildungs-OP mit einem der modernsten Flüssigkeitsmanagementsysteme ausgestattet. Meist werden Patienten über eine Vielzahl von Infusionspumpen versorgt. Schon kleinste Dosierungsfehler können schwerwiegende Folgen haben. Mit dem Flüssigkeitsmanagementsystem “Space” der Firma B. Braun können Mediziner und Studierende der MHH präzise Medikamente dosieren. Ein modernes Alarmmanagement und eine integrierte Medikamentendatenbank warnen vor möglichen Dosierungsfehlern.

“In der modernen Medizin werden operative Eingriffe immer komplizierter”, erläutert Prof. Dr. Siegfried Piepenbrock, Direktor des Zentrums für Anästhesiologie der MHH. “Gleichzeitig haben wir es aber auch mit immer älteren Patienten zu tun, die anfälliger sind. Daher spielen Simulationsübungen im Rahmen der medizinischen Ausbildung eine wichtige Rolle.” Und Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann, Präsident der MHH, zuständig für das Ressort Forschung und Lehre, ergänzt: “An der MHH gehören Simulationskurse inzwischen fest zum Ausbildungskatalog der Studenten. Hier werden sie intensiv auf kritische Situationen vorbereitet.”

Während zwei Studenten die Anästhesisten-Rolle übernehmen, beobachten acht weitere Kommilitonen das Geschehen. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter steuert von einem Laptop aus die Körperfunktionen und Reaktionen der lebensgroßen Puppe HAINS, die mit Hilfe einer Software so reagiert wie ein Patient. Seine Kollegin spielt eine Anästhesieschwester. Sie hilft, wo sie kann. Jedem Szenario folgt eine Nachbesprechung. “Es war ein allergischer Schock”, klärt Dr. Heiner Ruschulte, MHH-Abteilung Anästhesiologie, die Studenten auf. “Wenn Sie den Patienten noch abgehorcht hätten, hätten Sie auch ein typisches Atemgeräusch gehört.” Neben den medizinischen Inhalten wird auch das Verhalten der Studenten diskutiert.

“Mit der neuen Anästhesieplattform Aisys und dem Flüssigkeitsmanagementsystem Space können wir unseren Studenten optimale Schulungsvoraussetzungen bieten”, freut sich Dr. Ruschulte. “Beide Geräte vereinen modernste Technologien.” Aisys kombiniert eine elektronische Gas- und Medikamentenüberwachung und -verabreichung mit erweiterter Ventilation sowie eine Überwachung der Lebenszeichen mit einem Beatmungssystem. Darüber hinaus misst und prüft die elektronische Zuführung die verabreichten Gase und Medikamente auf fünf verschiedenen Ebenen des Verabreichungssystems, bevor sie zum Patienten gelangen. Aisys erkennt Medikamente und Gase auch aufgrund ihres Molekulargewichts, eine sehr genaue Methode zur Bestimmung des Gases und des Medikaments, das dem Patienten zugeführt wird.

“Mit Aisys steht dem Simulationszentrum eine komplette Patientenversorgungslösung zur Verfügung”, erläutert Christoph Lenze, Sales Director Monitoring & Life Support Solutions GE Healthcare Deutschland. “Alle Elemente der Anästhesie, eine Patientenüberwachung und die Krankenakte sind in einem einzigen Gerät integriert. Aisys lässt sich mit Krankenhausinformationssystemen und Centricity-Anästhesiesystemen verbinden, um Daten über die Zuführung der Anästhesiemittel und physiologische Daten automatisch zu sammeln und zu dokumentieren. Insbesondere die gleichmäßige Aufzeichnung des Zustands des Patienten erleichtert den Studenten die Entscheidungsfindung.”

Prof. Piepenbrock ist zuversichtlich: “Mit der neuen Anästhesieplattform ist der Ausbau unseres Simulations-Schulungszentrums entscheidend vorangekommen. Die Einrichtung eines Besprechungsraums sowie die Installation von Übertragungstechnologien in einen Hörsaal sind in Planung. Wir freuen uns insbesondere, dass dieses Mal die Investition der Lehre zugute kam.”

Über die Medizinische Hochschule Hannover Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) ist ein Klinikum der überregionalen Maximalversorgung: Auf 90 Stationen wurden 2005 über 46.000 Patienten stationär sowie in 40 Polikliniken und Schmerzambulanzen rund 143.000 Patienten ambulant behandelt. Schwerpunkte sind unter anderem die Transplantationsmedizin, Infektionen, Herz-Kreislauf- und Lungenmedizin oder die funktionsersetzende Chirurgie. Im Sommersemester 2006 waren an der Hochschule 2821 Studierende der Human- und Zahnmedizin eingeschrieben.

Über GE Healthcare GE Healthcare liefert medizintechnische Lösungen, die einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung des neuen Zeitalters für die Patientenversorgung leisten. Unser Know-how in den Bereichen medizinische Bildgebung und Informationstechnologien, medizinische Diagnostik, Patientenmonitoring, Arzneimittelforschung und biopharmazeutische Fertigungstechnologien sowie unsere Tools zur Effizienzsteigerung eröffnen Ärzten weltweit neue Möglichkeiten für Vorhersage, Diagnose, Information und Therapie von Krankheiten, um ihren Patienten eine volle Ausschöpfung ihres Lebens zu ermöglichen.

GE Healthcare bietet ein breites Angebotsportfolio für das Gesundheitswesen, welches eine bessere und frühzeitigere Diagnose und Behandlung von Krebs-, neurologischen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ermöglicht. Unsere Zukunftsvision ist ein neues “early health” Modell, das sich auf eine frühzeitigere Diagnose, die Erkennung von Krankheitsbildern vor dem Auftreten erster Symptome sowie eine effiziente Vorbeugung stützt.

GE Healthcare ist ein Geschäftsbereich der General Electric Company (NYSE: GE) mit einem Umsatz von 15 Mrd. US$ und Hauptgeschäftssitz in Großbritannien. Weltweit beschäftigt GE Healthcare über 45.000 Mitarbeiter, die Healthcare-Anbieter und ihre Patienten in über 100 Ländern weltweit bedienen. Weitere Informationen zu GE Healthcare finden Sie unter www.gehealthcare.com

Über B. Braun, Melsungen Das 1839 in Melsungen gegründete Familienunternehmen gehört mit heute circa 31.000 Mitarbeitern an 50 Standorten rund um den Globus zu den führenden Anbietern im weltweiten Gesundheitsmarkt. Mit Produkten wie dem Perfusor und der Braunüle hat das Unternehmen einen wichtigen Anteil an der Geschichte der Infusionstherapie.

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Operationstechnische Assistenten schließen ihre Ausbildung am UKM erfolgreich ab

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 07:03

Mit sehr guten Perspektiven starten jetzt 17 junge Frauen und ein junger Mann ins Berufsleben: Sie haben alle kürzlich am Universitätsklinikum Münster (UKM) eine vor drei Jahren erstmalig dort angebotene Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin beziehungsweise zum Operationstechnischen Assistenten (OTA) mit Erfolg abgeschlossen und auch fast alle schon ihren ersten Arbeitsvertrag in der Tasche. Allein fünf der Absolventen werden auch weiterhin am UKM tätig sein. Über das bestandene Examen freuen sich Ruth Bergmann, Ilknur Bitis, Sabine Büttner, Helene Frey, Luba Frisen, Sandra Grothues, Carina Hartke, Anastasia Herber, Esther Hermanig, Olga Hinz, Natalie Leuker, Galina Makejkin, Ljudevit Piric, Verena Plat, Julia Rauch, Pia-Marie Rotthowe, Sanna von Borzyskowski und Melanie Vorbeck. Nicht im Bild Ruth Bergmann, Carina Hartke, Olga Hinz.

“Wer diesen Beruf ausübt, muss sich über einen langen Zeitraum konzentrieren können, zur reibungslosen Teamarbeit mit Chirurgen, Anästhesisten und OP-Schwestern und -pflegern fähig sein und darüber hinaus auch großes Einfühlungsvermögen für die Patienten mitbringen”, erläutert Maria Kalthoff, Leiterin der Schule für Operationstechnische Assistenten am UKM, die persönlichen Anforderungen. Operationstechnische Assistenten übernehmen die Vorbereitung der Geräte und Instrumente im OP-Saal sowie die Betreuung der Patienten. Auch die direkte Assistenz am OP-Tisch gehört zu ihren Aufgaben und das korrekte Einhalten der Hygieneregeln. Mit 1.600 Stunden theoretischem Unterricht - von Anatomie und Physiologie über Mikrobiologie und Hygiene bis hin zur Arzneimittel- und Operationslehre - sowie 3.000 Stunden Praxis ist der Umfang der Ausbildung mit dem in der Kranken- oder Kinderkrankenpflege vergleichbar. Mögliche Arbeitgeber für die OP-Fachkräfte sind neben Krankenhäusern auch operativ tätige Arztpraxen. Nähere Informationen zum Berufsbild bietet die OTA-Schule im Internet unter www.klinikum.uni-muenster.de/ausbild/schulen/ota/

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Team aus Ärzten und Pflegern des Universitätsklinikums betreut schwerstkranke Kinder

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 07:02

Was allein nicht zu bewältigen wäre, schultert sich gemeinsam besser: Gemeinsam haben der “Verein zur Förderung krebskranker Kinder”, das “Familienhaus Universitätsklinik Münster e.V.” und der Dattelner Verein “eigenes leben” ein Projekt ins Leben gerufen, dessen Sinn und Notwendigkeit auf der Hand liegt: Jedes chronisch erkrankte oder schwer behinderte Kind, das im Universitätsklinikum Münster (UKM) behandelt wird, soll nach seiner Entlassung weiterhin Kontakt zu seinen Bezugspersonen aus dem Krankenhaus haben und zuhause ebenso gut und umfassend versorgt werden wie zuvor in der Klinik. “Immer wenn ein Hilferuf aus dem Umfeld des Kindes, sei es von uns Klinikärzten, den Pflegenden, einem Lehrer oder den Eltern selbst das Brücken-Team erreicht, wird dieses aktiv”, erläutert Privatdozent Dr. Michael Frühwald, Leitender Oberarzt der Kinderonkologie des UKM. “Dieser Automatismus der Hilfe, der sich in der Onkologie herausgebildet hat, soll jetzt auf sämtliche Bereiche der Kinderklinik übertragen werden.” Dazu ist das interdisziplinäre “Brücken-Team” kürzlich um drei halbe Stellen erweitert worden. Aktuell arbeiten zwei Ärzte, eine Sozialpädagogin, drei Kinderkrankenschwestern und eine Fachkrankenschwester für Intensivpflege und Anästhesie im Team interdisziplinär zusammen. Speziell die Pflegekräfte sind jeweils zur Hälfte ihrer Arbeitszeit bei ihren Patienten auf den Stationen der Universitätskinderklinik, die andere Hälfte der Zeit betreuen sie die Kinder und Jugendlichen ambulant in deren Familien.

Ziel ist dafür zu sorgen, dass die jungen Patienten in der ihnen noch verbleibenden Lebenszeit eine möglichst hohe Lebensqualität haben. “Dabei ist es nicht unsere Aufgabe, die ärztliche Behandlung und pflegerische Betreuung zuhause vollständig zu übernehmen”, betont Dr. Margit Baumann-Köhler, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und Mitglied des Teams. “Vielmehr koordinieren wir, treffen beispielsweise Absprachen mit ambulanten Pflegediensten, legen gemeinsam mit dem Kinderarzt der Familie die Schmerztherapie fest und nehmen Kontakt zu Psychologen oder Psychotherapeuten auf.” Da der Einzugsbereich des Universitätsklinikums Münster sehr groß ist, fahren die Helfer im Durchschnitt jeweils etwa eine Stunde zu den Familien, in Einzelfällen auch schon mal mehr als das Doppelte. Zwei der drei Kinderkrankenpflegerinnen des Brücken-Teams verfügen über eine Zusatzweiterbildung in der Palliativpflege von Kindern und Jugendlichen. “Ein Großteil der Eltern möchte ihr Kind zu Hause haben”, weiß Dorothea van Üum. “Trotz ihrer schweren Krankheit gehen viele der Kinder freiwillig zur Schule. Damit dies möglich ist, reden wir mit Lehrern und Mitschülern.”

Bislang finanzieren die drei Trägervereine das Brücken-Projekt zu hundert Prozent aus Zuwendungen von Stiftungen wie der Deutschen Kinderkrebshilfe und Spenden von Privatpersonen. “Unser Ziel ist die Aufnahme dieser Leistungen in die Regelversorgung und damit die Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen”, betont Christel Hüttemann, Vorsitzende des Vereins zur Förderung krebskranker Kinder, und räumt zugleich ein: “Angesichts des derzeit drastischen Sparkurses im Gesundheitswesen sind wir jedoch weit davon entfernt.” Eine weitere vehemente Unterstützerin des Projekts Brücken-Team ist Monika Schlattmann. “Der Bedarf ist nicht nur bei onkologisch erkrankten Kindern vorhanden”, unterstreicht die Vorsitzende des Vereins “Familienhaus”. Das Familienhaus an der Albert-Schweitzer-Straße stellt dem Brücken-Team unter anderem Büro- und Gesprächsräume zur Verfügung. Um das Projekt jedoch über die wichtige Anfangsphase finanziell auf eine sichere Basis zu stellen, bitten die Vereine um Spenden auf eines der folgenden Konten: “Familienhaus Universitätsklinik Münster e.V.”, Kto 2675 bei der SK Münsterland Ost (BLZ 400 501 50); “wir helfen leben. Verein zur Förderung krebskranker Kinder Münster e.V.”, 21 001 623 bei der SK Münsterland Ost (BLZ 400 501 50); “eigenes leben. Hilfen für Kinder mit Schmerzen oder lebensverkürzenden Erkrankungen e.V.”, Kto 1401 339 800 bei der Waltroper Volksbank (BLZ 426 617 17).

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