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5. Oktober 2006

Überlebensstrategien von Krankheitserregern - Neues Graduiertenkolleg von Medizin, Chemie und Biologie nimmt Arbeit auf

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 21:28

Den molekularen Mechanismen bei der Entstehung von Infektionskrankheiten näher auf die Spur kommen will das Graduiertenkolleg “Molekulare Interaktionen von Pathogenen mit biotischen und abiotischen Oberflächen”, das Anfang Oktober an der Universität Münster seine Arbeit aufgenommen hat. Neben der Medizinischen Fakultät sind auch die Fachbereiche Chemie und Biologie an diesem international ausgerichteten Studienprogramm beteiligt, dessen Sprecher Prof. Dr. M. Alexander Schmidt vom Institut für Infektiologie im Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung (ZMBE) ist. Die DFG fördert das Projekt für die Dauer von viereinhalb Jahren mit insgesamt rund 2,3 Millionen Euro. In das Programm aufgenommen werden 21 Doktoranden, davon 13 aus den Naturwissenschaften und acht aus der Medizin.

Der Fokus der beteiligten Wissenschaftler und Kollegiaten liegt dabei insbesondere auf der Auseinandersetzung von Bakterien, Viren und Pilzen mit den zellulären Barrieren des Wirts und den an der Aufrechterhaltung dieser Barrieren beteiligten Immunzellen. Die Überwindung der Grenzen und der damit verbundenen Abwehreaktionen der Wirtszellen gehört zu den grundlegenden Überlebensstrategien der Erreger und spielt damit eine zentrale Rolle bei der Entwicklung einer Infektion.

Trotz grundlegender gemeinsamer Prozesse bei den Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Erregern und Wirt ist die Forschung bei der Aufklärung der beteiligten Mechanismen in Bakteriologie, Virologie und Parasitologie bislang eher getrennte Wege gegangen. Das Graduiertenkolleg überschreitet daher die Grenzen der jeweiligen Disziplinen und untersucht die Thematik fachübergreifend an mehreren Modellsystemen. Ziel ist es, die Komplexität der molekularen Vorgänge sowohl auf der Seite der Mikroorganismen als auch auf der des jeweiligen Wirts besser zu verstehen und die beteiligten Doktoranden in diesem integrativen System-übergreifenden Ansatz auszubilden.

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Freiheit und Glaube - Theologe Prof. Dr. Thomas Pröpper feiert 65. Geburtstag

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 21:24

Am 6. Oktober 2006 feiert der Theologe Prof. Dr. Thomas Pröpper seinen 65. Geburtstag. Bis zu seiner krankheitsbedingten vorzeitigen Pensionierung im Jahr 2003 lehrte er als Professor für Dogmatik und theologische Hermeneutik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität. Pröppers theologische Arbeit ist von der Einsicht bestimmt, dass neuzeitliches Freiheitsbewusstsein und christlicher Glaube einander in der Wurzel verbunden sind und sich deshalb wechselseitig brauchen. Christlicher Glaube kann nach Pröpper nur frei vollzogener Glaube an den biblischen Gott sein, der die Menschen in seiner freien Zuwendung zur freien Antwort auf seinen Liebeserweis herausfordert. Neuzeitliches Freiheitsbewusstsein aber würde sich selbst verfehlen, wenn es nur die formale Wahlfreiheit im Blick hätte. Das Freiheitspathos dieser Theologie ist zugleich Vernunftpathos: “Evangelium und freie Vernunft”, so der Titel des jüngsten theologischen Werkes aus der Feder Thomas Pröppers, stehen zueinander im Verhältnis einer produktiven Herausforderung.

Christlicher Glaube ist unabdingbar vernünftig, denn die Begründung des Glaubens kann nur zu dem Grund hinführen, der der freie und vernünftige Gott selbst ist. Die Autonomie der Vernunft aber findet ihren Horizont von diesem Grund her, der ja der Grund dafür ist, dass menschliche Vernunft unbedingte Geltung frei und vernünftig vollziehen kann. So bietet Prof. Pröppers theologisches Denken gerade für die gegenwärtig so heftig geführten Debatten um Willensfreiheit und um das Verhältnis von Religion und autonomer Vernunft wichtige Klärungshilfen.

Prof. Pröpper hat in den 15 Jahren seiner Lehrtätigkeit in der Katholisch-Theologischen Fakultät der WWU Münster eine Vielzahl von Promotionen und Habilitationen betreut; und er setzte diesen Dienst an der theologischen Forschung auch nach seiner Pensionierung fort. Seine Schülerinnen und Schüler haben die Anregungen ihres Lehrers nuanciert und in unterschiedlichste Richtungen hinein weiter verfolgt. So lässt sich sagen, dass der akademische Lehrer Thomas Pröpper in der katholischen Theologie schulbildend gewirkt hat. Wichtige Lehrstühle im Bereich der systematischen Theologie sind mit seinen Schülern besetzt.

Hervorzuheben ist zudem sein Engagement in der Verkündigung. Er hat über viele Jahre hinweg in Münster als Prediger in der katholischen Universitätskirche (Dominikanerkirche) gewirkt und einen Teil seiner Predigten in Zeitschriftenbeiträgen und in einem eigenen Buch dokumentiert (Gottes Ja - unsere Freiheit. Theologische Betrachtungen).

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LISA - die Antwort auf PISA - Gemeinsames Projekt vom Bundesverband Legasthenie und dem Lernserver der Universität Münster

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 21:21

Neue Fördermöglichkeiten auf dem Gebiet der Rechtschreibung erprobt ein gemeinsames Projekt des “Bundesverbands Legasthenie und Dyskalkulie” und des Lernservers der Universität Münster. Das Projekt “LISA” (Lerneinheiten individuell an Schüler anpassen) will aufzeigen, wie tragfähige moderne Bildungsnetzwerke aussehen können. In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Friedrich Schönweiss und seinem Team von der Universität Münster sollen praktikable Ansätze für eine individuelle Förderung mit der Unterstützung von Projektschulen umgesetzt werden. “Eine frühzeitige individuelle Diagnostik mit einer passgenauen Förderung bildet den Schlüssel dazu, Kinder mit Leistungsschwächen rechtzeitig aufzufangen, Lernblockaden zu vermeiden und den Kindern letztendlich schulische und berufliche Perspektiven offen zu halten”, stellt der münstersche Erziehungswissenschaftler und Medienpädagoge fest.

Im Mittelpunkt der neuen Kooperation zwischen der WWU Münster und dem Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie in Hannover steht das Bestreben, flexible und kooperative Förderszenarien umzusetzen und die Lehrkräfte dabei zu unterstützen, die individuelle Förderung der Rechtsschreibkompetenz mit der Verantwortung für die gesamte Klasse zu verbinden. Eine besondere Rolle spielt dabei die Einbindung der Eltern, die Fortbildung von Lehrkräften, aber auch die klassen- und schulübergreifende Kooperation aller Beteiligten.

Über 3.000 Schulen und mehr als 10.000 Lehrer arbeiten bereits erfolgreich mit dem von Prof. Schönweiss und seinem Team in Münster entwickelten Lernserver. Dieser versetzt Lehrer und Eltern in die Lage, die Kinder auf dem Gebiet der Rechtschreibung genau dort zu fördern, wo sie es nötig haben. Durch eine computergestützte Verzahnung von Diagnose und Förderung werden für jedes Kind maßgeschneiderte Fördermaterialien bereit gestellt, unter anderem in Form von Arbeitsmaterialien, Lernspielen und kindgerechten Erklärungen. “Nur wenn wir alle bereit sind, uns gemeinsam nach neuen Wegen für individuelle Förderung zu öffnen, wird es gelingen, die Bildungssituation unserer Kinder positiv zu beeinflussen”, fordert Prof. Schönweiss, der mit seinem Projekt auch auf der zur Zeit laufenden Frankfurter Buchmesse beim SPIEGEL-Bildungsforum (Halle 3.1, Stand L 155) vertreten ist.

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Weiteres BMBF-Projekt am Lehrstuhl für Internationales Management - Globale Strategien deutscher Dienstleister

Der Lehrstuhl für Internationales Management der Universität Erlangen-Nürnberg hat vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Zuschlag für ein weiteres Projekt mit dem Titel *Globale Strategien von Dienstleistungsunternehmungen. Konfiguration - Koordination - Kundenintegration (3K)” erhalten. Das auf drei Jahre ausgerichtete Forschungsprojekt wird vom BMBF mit 600.000,- Euro gefördert. Erste Erkenntnisse sind bereits zum Ende des 1.Quartals des Jahres 2007 zu erwarten. Die Projektleitung hat Prof. Dr. Dirk Holtbrügge. Das neue Forschungsprojekt untersucht, welche Wettbewerbsvorteile die Internationalisierung von Dienstleistungen ermöglicht. An dem Forschungsvorhaben sind die Juniorprofessur für Dienstleistungsmanagement und der Lehrstuhl für Marketing der Universität Dortmund als wissenschaftliche Partner des Lehrstuhls für Internationales Management beteiligt. Eine praxisorientierte Perspektive bieten die Unternehmen GfK, Star Alliance Services, Aconsite und Log-IT. Nach dem Forschungsprojekt *Export ferngelenkter Dienstleistungen” hat der Lehrstuhl von Prof. Holtbrügge damit bereits den Zuschlag für ein zweites Projekt erhalten.

Internationale Dienstleistungsunternehmungen haben in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen. In jüngster Zeit ist über den Export hinaus auch eine starke Zunahme an Direktinvestitionen von Dienstleistungsunternehmungen zu beobachten. Unternehmungen, die mit Tochtergesellschaften in verschiedenen Ländern tätig sind, müssen nicht nur spezifische Strategien für die einzelnen Auslandsmärkte entwickeln, sondern ihre in- und ausländischen Engagements in eine globale Unternehmensstrategie integrieren, um dadurch länderübergreifende Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Zur Ausschöpfung von Wettbewerbsvorteilen dienen vor allem die länderübergreifende Konfiguration von Wertaktivitäten, deren unternehmensinterne Koordination sowie die Kundenintegration.

Bislang fehlen Studien, welche die Zusammenhänge dieser drei Instrumente für Dienstleistungsunternehmungen analysieren. Das Ziel dieser Pionierstudie ist es deshalb, ein theoretisch und empirisch fundiertes Konzept zur länderübergreifenden Konfiguration, Koordination und Kundenintegration internationaler Dienstleistungsunternehmungen zu entwickeln, welche den Entscheidern konkrete Handlungsempfehlungen für die Internationalisierung liefert. Die Studie schließt damit eine große Lücke in der wissenschaftlichen Literatur und ist von hoher praktischer Relevanz.

Die enge Zusammenarbeit mit den Praxispartnern soll dazu beitragen, fundierte praxisbezogene Erkenntnisse zu gewinnen. Bei der Auswahl der Praxispartner wurde auf Unternehmungen unterschiedlicher Branchen, Größenklassen und strategischer Ausrichtung geachtet. Der wirtschaftliche Nutzen der Studie besteht in der Stärkung der Globalisierungsfähigkeit und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Dienstleistungsunternehmungen gegenüber Unternehmungen aus anderen Ländern. *Ein wichtiger Beitrag ist dabei der Erfahrungstransfer von großen Unternehmungen, die bereits global tätig sind, auf kleine und mittlere Unternehmungen, die am Beginn ihres Internationalisierungsprozesses stehen”, so der Projektleiter Prof. Dr. Dirk Holtbrügge.

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