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18. Oktober 2006

Stiftungsprofessur für Energiespeicherung - Industrieunternehmen engagieren sich an der Universität Münster

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 21:08

Bei der Speicherung von Energie in großen Batterien, insbesondere für Anwendungen im Automobilbereich, ist die heutige Batterietechnologie bei weitem nicht ausreichend. Dabei zeichnet sich gerade in der Antriebstechnologie der nächsten Jahrzehnte ein klarer Trend zum Einsatz elektrischer Energiespeicher mit dem Ziel der Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs ab. Hier gilt es, eine Verbesserung der Energie- und Leistungsdichte, aber auch der Sicherheit und Lebensdauer von Batterien zu erreichen. Dies sind wichtige Voraussetzungen, um die Kosten für Batteriesysteme deutlich zu senken. Aus diesem Grund haben die Firmen Degussa AG, Chemetall GmbH Division Lithium und Volkswagen AG beschlossen, an der Westfälischen Wilhelms-Universität eine Stiftungsprofessur für Angewandte Materialwissenschaften zur Energiespeicherung und Energieumwandlung einzurichten. Ziel dieser Professur ist es, in Münster ein international wettbewerbsfähiges Forschungsprogramm auf diesem Gebiet zu etablieren. Hierbei arbeiten Hochschule und Industrie eng zusammen, um auf der Basis des Standes der Technologie Innovationen in Richtung der Marktanforderungen zu ermöglichen. Die europaweit bislang einzigartige Stiftungsprofessur wird über einen Zeitraum von fünf Jahren mit insgesamt 2,25 Millionen Euro ausgestattet.

Die Stiftungsprofessur wird am Institut für Physikalische Chemie im Fachbereich für Chemie und Pharmazie der WWU Münster eingerichtet. Mit seiner festkörperchemischen und materialwissenschaftlichen Kompetenz sowie mehreren Sonderforschungsbereichen und Graduiertenkollegs bietet der Fachbereich ein exzellentes wissenschaftliches Umfeld. Insbesondere der Sonderforschungsbereich 458 “Ionenbewegung in strukturell ungeordneten Materialien” sowie die am Fachbereich angesiedelte internationale “NRW Graduate School of Chemistry”, die weltweit ausgezeichnete Doktoranden anzieht, waren für die Stifter bestimmende Elemente bei der Auswahl des Standorts Münster.

Für den Fachbereich Chemie und Pharmazie der WWU Münster bietet die Etablierung dieses neuen attraktiven Forschungsfelds und die damit verbundene verstärkte Kooperation mit der Industrie eine hervorragende Gelegenheit, um sich im Bereich der Spitzenforschung aussichtsreich im nationalen und internationalen Wettbewerb zu positionieren.

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Verhalten, Befinden und biologische Prozesse - Otto-Creutzfeldt-Zentrum öffnet am 19. Oktober seine Türen

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 21:04

Das “Otto Creutzfeldt Center for Cognitive and Behavioral Neuroscience” (OCC) der Universität Münster öffnet am 19. und 20. Oktober mit einem Gründungssymposium seine Türen. Das OCC ist ein fakultätsübergreifender Forschungsverbund aus den Fachbereichen Medizin, Biologie und Psychologie, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Zusammenarbeit im Bereich der Verhaltensneurowissenschaften zu fördern. Sprecher ist Prof. Dr. Volker Arolt von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Münster (UKM). Die Aktivitäten des OCC sind auf die Erforschung komplexer Interaktionen zwischen Verhalten, Befinden und den zugrundeliegenden biologischen Prozessen ausgerichtet. Dabei bildet die Analyse sowohl krankheitserzeugender wie gesundheitserhaltender Mechanismen einen wesentlichen Schwerpunkt. Ein besonderes Anliegen des OCC ist die Etablierung eines Promotionsstudienganges, in dem sich besonders begabte Nachwuchsforscher nach Abschluss ihres Studiums zum Beispiel der Biologie, Medizin, Psychologie weiterqualifizieren können.

Das Gründungssymposium beginnt am 19. Oktober um 16 Uhr mit einem feierlichen Eröffnungsakt, bei dem unter anderen der Nobelpreisträger Prof. Bert Sakmann, ein Schüler Otto Creutzfeldts, an seinen Lehrer erinnern wird. Der Mediziner Otto Creutzfeldt lehrte und forschte unter anderem von 1971 bis zu seinem Tod 1992 am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen. Sein Interesse galt beispielsweise den Beziehungen zwischen Zellaktivitäten und psychophysischen Phänomenen. Damit war er einer der ersten, der eine Brücke zwischen Medizin, Biologie und Psychologie schlug. 1982 wurde er zum Präsidenten der europäischen Gesellschaft für Neurowissenschaften gewählt.

Den öffentlichen Abendvortrag mit dem Titel “Evolution des Gehirns - Evolution des Geistes” hält der Neurobiologe und Präsident der Studienstiftung des deutschen Volkes, Prof. Gerhard Roth, am 19. Oktober um 17.30 Uhr im Hörsaal 2.040 im Institut für Psychologie, Fliednerstr. 21. Am 20. Oktober wird die Gründungsfeier mit einem wissenschaftlichen Symposium fortgesetzt. Dabei werden die Gründungsmitglieder des OCC ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte anhand von Kurzvorträgen und Postern darstellen. Ein detailliertes Programm findet sich auf der Homepage des OCC unter www.occmuenster.de.

Link: Otto-Creutzfeldt-Zentrum (http://www.occmuenster.de/)

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Molekulare Orientierung - Festkolloquium zu Ehren des Chemikers Prof. Dr. Dieter Hoppe

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 21:03

Prof. Dr. Dieter Hoppe vom Organisch-Chemischen Institut der Universität Münster, der im Sommer seinen 65. Geburtstag feiern konnte, zählt zu den bekanntesten deutschen Chemikern und ist in den vergangenen Jahren mit zahlreichen bedeutenden Wissenschafts- und Forschungspreisen international ausgezeichnet worden. Die von ihm entwickelten Synthesemethoden strahlen in vielfältiger Weise auf benachbarte Disziplinen aus, wie zum Beispiel die Synthese biologisch wirksamer komplexer Wirkstoffe.

Die Bezeichnung “Hoppe-Reaktion” ist inzwischen zur Kennzeichnung eines besonders erfolgreichen neuartigen Syntheseverfahrens geworden. Aus Anlass der Pensionierung von Prof. Hoppe findet am Freitag, 20. Oktober 2006, um 15 Uhr im Hörsaal C1 der Chemischen Institute an der münsterschen Wilhelm-Klemm-Straße 6 ein Festkolloquium statt. Nach der Laudatio auf Prof. Hoppe durch Prof. Dr. Martin Oestreich vom Organisch-Chemischen Institut der WWU Münster halten Prof. Dr. Siegfried R. Waldvogel (Universität Bonn) und Prof. Dr. Dieter Enders (RWTH Aachen) die Festvorträge.

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NRW setzt auf den Bachelor - Tagung “Forum Lehrerbild” an der Universität Münster

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 20:59

“Die Entscheidung über die Reform der Lehrerausbildung bleibt eine politische, auch wenn wir uns die Expertise eines exzellenten und kompetenten Fachmannnes zu nutze machen wollen”, betonte Dr. Ulrich Heinemann , Abteilungsleiter für Lehreraus- und -fortbildung des Schulministeriums NRW, auf dem “Forum Lehrerbild” des Zentrums für Lehrerbildung der Westfälischen Wilhelms-Universität im Schloss zu Münster. Der bekannte Bildungsforscher Prof. Dr. Jürgen Baumert vom Max-Planck-Institut in Berlin und die von ihm berufene Expertenkommission soll der Landesregierung Vorschläge für die nächsten Reformschritte unterbreiten. Heinemann betonte, dass die Baumert-Kommission durchaus Vorgaben erhält. Unumstritten ist, dass Nordrhein-Westfalen auf das Bachelor-/Masterstudienmodell für die Lehrerausbildung setzt und dabei Fachwissenschaften, Fachdidaktik, Bildungswissenschaften und Praxiselemente gesetzt sind. Das Referendariat wird gekürzt, soll aber durch erweiterte Praxiselemente im Rahmen des Lehrerstudiums vorbereitet werden. Dr. Monika Justus vom Zentrum für Lehrerbildung in Hamburg veranschaulichte am Beispiel der Hansestadt, wie so etwas aussehen kann und stellte das dortige Modell von Studium und Vorbereitungsdienst vor.

In der sich anschließenden Diskussion, die um Beiträge aus Sicht der Universitäten und der Haupt- und Fachseminarleiter ergänzt wurden, stand vor allem die Institutionalisierung des Diskussionsprozesse im Vordergrund. In den nachmittäglichen Arbeitskreisen wurden Einzelthemen vertieft, wobei die Aufgabe der Zentren für Lehrerbildung im Reformprozess ebenso debattiert wurde wie die Auswahl geeigneter Studierenden für den Lehrberuf. Die Tagung wird vom Zentrum für Lehrerbildung durch eine Veröffentlichung der Einzelbeiträge wie der Workshopergebnisse dokumentiert.

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WWU Münster begrüßte ihre Erstsemester

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 20:57

Vor 15 Jahren bekamen sie noch eine Schultüte mit Süßigkeiten in die Hand gedrückt, heutzutage darf es eine Laptop-Tasche mit Uni-Logo sein. Die Erstsemester der Universität Münster, von denen rund 1.000 am Mittwoch (18.10.2006) von Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles begrüßt wurden, haben sich nicht nur in dieser Hinsicht verbessert. Sie leben und studieren nun schließlich in der “lebenswertesten Stadt der Welt” und haben an der drittgrößten deutschen Hochschule die Chance, zwischen 130 Studiengängen auswählen zu können. Der frisch gekürten Rektorin, seit zwölf Arbeitstagen im Amt, wird diese Kohorte nach eigener Aussage immer im Gedächtnis bleiben, “lernen Sie doch gleichzeitig mit mir, einen neuen Lebensabschnitt anzutreten”. Damit der Übergang möglichst reibungslos verläuft, war eine stattliche Anzahl von Uni-Repräsentanten angetreten. Vertreter der Universitäts- und Landesbibliothek, des Zentrums für Informationsverarbeitung, des AStA, des Studentenwerks und der Stadt Münster gaben einen kurzen Überblick über Informations- und Serviceangebote. Christiane Hagedorn und Stefanie Kirsten von den Städtischen Bühnen Münster unterhielten das studentische Publikum mit Liedern von Friedrich Holländer, der Hochschulsport sorgte für Bewegung mit einer Gymnastik-Einlage für alle im voll besetzten Hörsaal H1 am Hindenburgplatz.

Zum Wintersemester 1006/07 haben 6.000 Studierende ihr Studium an der Westfälischen Wilhelms-Universität begonnen. Insgesamt zählt die WWU nun 40.000 Studierende, so viel wie in den vergangenen Wintersemestern. 83 Prozent der rund 130 Studiengänge sind nun mit einem bundesweiten oder örtlichen Numerus Clausus belegt.

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Dem Herzinfarkt auf der Spur - Wissenschaftler des Leibniz-Instituts erforschen genetische Risikofaktoren

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 20:56

Herzinfarkte kommen überhäufig in bestimmten Familien vor, ein klarer Hinweis für eine genetische Veranlagung. Prof. Dr. Gerd Assmann und seine Kollegin Prof. Dr. Monika Stoll am Leibniz-Institut für Arterioskleroseforschung an der Universität Münster haben bei über 800 Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten haben, sowie 800 Kontrollpersonen jeweils 500.000 Varianten des menschlichen Genoms, so genannte “single nucleotide polymorphisms” (SNPs) untersucht und dabei herausgefunden, dass 400 solcher SNPs in etwa 100 Kandidatengenen mit einem erhöhten oder erniedrigten Herzinfarktrisiko assoziiert sind. Darüber berichtete Prof. Assmann erstmalig anlässlich der Verleihung des Morgagni-Preises für biomedizinische Forschung, der ihm am 12. Oktober 2006 in Padua/Italien verliehen wurde. Derzeit werden die jetzt neu gefundenen genetischen Varianten bei 2.250 Probanden der PROCAM-(Prospektive Cardiovaskuläre Münster)-Studie weiteruntersucht, um festzustellen, welche Gene den größten Beitrag zum Herzinfarktrisiko leisten. Die PROCAM-Studie ist die europaweit größte bevölkerungsorientierte Untersuchung zur Erforschung des Herzinfarktes.

Assmann erläuterte, dass etwa zwei Drittel aller Herzinfarkte nicht durch klassische Risikofaktoren wie Cholesterin und Blutdruck erklärt werden können und die jetzt vorliegenden neuen Erkenntnisse eine wesentliche Verbesserung der Risikovorhersage für den Herzinfarkt erlauben werden. Sofern ein erhöhtes genetisches Risiko vorliegt, ist es nach Aussagen von Assmann möglich, durch frühzeitige Prävention, in erster Linie durch Nichtrauchen, Sport und gesunde Ernährung, ein genetisches Risiko für einen Herzinfarkt stark zu reduzieren und eine normale Lebenserwartung zu erreichen.

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Prof. Roeder als neuer Ärztlicher Direktor des UKM in sein Amt eingeführt

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 20:55

Ein Ball mit den Unterschriften sämtlicher Klinik- und
Institutsdirektoren sowie der Führungskräfte aus der Verwaltung
war das symbolträchtige Geschenk, das der scheidende Dekan Prof. Dr.
Heribert Jürgens am 17. Oktober bei der Amtsübergabe im
Alexander-von-Humboldt neuen Ärztlichen Direktors des
Universitätsklinikum Münster (UKM) Prof. Dr. Norbert Roeder
überreichte. Damit gab Jürgens seiner festen Überzeugung
Ausdruck, dass man die richtige Wahl getroffen habe, sich mit Prof.
Roeder als “Trainer” bald ein “Klinsi-Effekt” einstellen werde und er
gemeinsam mit den anderen Vorstandsmitgliedern das UKM zum Erfolg
führen werde. Christa Herrmann, Aufsichtsratsvorsitzende des UKM,
hatte zuvor mit Blick auf die Turbulenzen im Frühjahr dieses Jahres
betont, sie wünsche sich so schnell keine weitere Amtsübergabe im
Universitätsklinikum Münster.

“Dieser Tag bedeutet für mich einen Meilenstein”, begrüßte der
Kaufmännische Direktor Dr. Christoph Hoppenheit seinen neuen
Kollegen. Er hob hervor, dass Roeder zugleich über die medizinische
Fachkenntnis und über das notwendige Managementverständnis
verfüge. Als langjähriger Mitarbeiter des UKM kenne er das Haus
extrem gut und sei auch mit externen Kooperationspartnern bestens
vernetzt. Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Ulrich Joos, Vorsitzender der
Klinikumskonferenz, hob die Verdienste Roeders im Zusammenhang mit der
DRG-Einführung hervor und äußerte den Wunsch, dass in den
kommenden fünf Jahren auf die Aus- und Weiterbildung des
Ärztenachwuchses ein besonderes Augenmerk gelegt werde. Die
Klinikumskonferenz hatte sich im September einstimmig für Roeder als
neuen Ärztlichen Direktor ausgesprochen.

“Die guten Seeleute erkennt man erst bei stürmischem Wetter”,
erwiderte der Roeder auf die vielen lobenden Worte und mit Hinweis auf
seine norddeutsche Herkunft. Das DRG-System müsse teilweise noch
korrigiert werden, so dass die Maximalleistungen, die von Unikliniken
erbracht werden, durchgehend angemessen vergütet werden. Auf der
anderen Seite müsse das UKM sämtliche Potentiale zur Verbesserung
seiner Effizienz ausschöpfen. Mit dem geplanten
“Wettbewerbstärkungsgesetz” käme auf die Krankenhäuser der
größte Einschnitt in der Nachkriegszeit zu. Allein die vorgesehene
Budgetkürzung in Höhe von 1,5 Prozent bedeuteten für das UKM
Einnahmeverluste in Höhe von drei Millionen Euro. Es seien
tiefgreifende strukturelle Änderungen notwendig, um das Fortbestehen
des Klinikums in öffentlicher Trägerschaft zu sichern. Die
öffentliche Trägerschaft sei in jedem Fall angemessener als andere
Modelle, um ein optimales Zusammenwirken von Forschung, Lehre und
Krankenversorgung sicherzustellen, betonte Roeder. Von
NRW-Innovationsminister Andreas Pinkwart erwarte er “eine faire
Chance, dies unter Beweis zu stellen”. Derzeit überprüft eine
Unternehmensberatung im Auftrag des Ministers die Effizienz der
Organisation der sechs nordrhein-westfälischen
Universitätsklinika.

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Psychologe Prof. Dr. Manfred Sader starb im Alter von 78 Jahren

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 20:42

Prof. Dr. Manfred Sader, emeritierter ehemaliger Hochschullehrer für Psychologie an der Universität Münster, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Die WWU Münster trauert um einen Wissenschaftler, der sich um das Fach Psychologie verdient gemacht hat. Er war ein herausragender Vertreter einer sozialwissenschaftlich orientierten Psychologie, die sich zugleich durch Engagement für soziale und gesellschaftliche Fragen ausgezeichnet hat. Manfred Sader stammte aus Köslin/Pommern. Nach dem Abitur und einer Buchhandelslehre studierte er an der Universität Frankfurt/Main die Fächer Philosophie, Psychologie, Sozialforschung und Fürsorgewesen. 1954 schloss er seine Studien mit der Diplomprüfung ab. 1957 wurde er in Frankfurt mit einer Arbeit über “Instruktionsverständnis und Testleistung” promoviert. 1961 erschien seine preisgekrönte Schrift über Möglichkeiten und Grenzen psychologischer Testverfahren. 1964 habilitierte er sich an der Universität Mainz für das Fach Psychologie mit einer empirisch-phänomenologischen Studie über gehörpsychologische Fragen von Lautheit und Lärm. 1968 folgte er dem Ruf auf einen Lehrstuhl für Psychologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Während seiner fast 25-jährigen Tätigkeit als Hochschullehrer an der Universität Münster hat Prof. Sader immer wieder verantwortliche Tätigkeiten in der akademischen Selbstverwaltung übernommen: So war er Dekan des Fachbereichs Psychologie in den Amtsjahren 1972/73 und 1977/78. Seine Forschungsschwerpunkte lassen sich mit den Stichworten Psychologische Diagnostik, phänomenanalytische Forschungsverfahren und angewandte Gruppendynamik beschreiben.

Von 1981 bis 1991 war Prof. Sader Vorsitzender der “Gesellschaft für Gestalttheorie und ihre Anwendungen” und Mitherausgeber der interdisziplinären Zeitschrift “Gestalt Theory”. Darüber hinaus war er Mitherausgeber verschiedener Zeitschriften und Buchreihen. Der Wissenschaftler hat in den vergangenen drei Jahrzehnten zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter die Bände “Lautheit und Lärm”, “Psychologie der Gruppe”, “Psychologie der Persönlichkeit” und “Rollenspiel als Forschungsmethode”. Seit seiner Emeritierung hat er sich - vor allem mit seiner Schrift “Toleranz und Fremdsein” - für eine Verbreitung von Toleranz in der Gesellschaft engagiert.

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Rektor Prof. Rainer Westermann in Greifswald wiedergewählt

Abgelegt unter: Greifswald, Ernst-Moritz-Arndt-Universität — info @ 16:25

Joecks und North neue Prorektoren an der Universität Greifswald

Der Senat der Universität Greifswald hat heute in hochschulöffentlicher Sitzung den Rektor und die beiden Prorektoren gewählt. Mit 19 Stimmen, zehn Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen wurde Rektor Prof. Rainer Westermann im zweiten Wahlgang in seinem Amt bestätigt. Seine zweite Amtszeit beträgt sechs Jahre. Sie beginnt am 1. Februar 2007. Der Universitätsprofessor ist der 351. Rektor im 571. Rektorat.

Die Wahl erfolgte im Erweiterten Senat mit 36 Mitgliedern, wobei ein Drittel aus studentischen Vertretern besteht. Der Psychologieprofessor war der einzige Kandidat, der sich zur Wahl stellte und vom engeren Senat im Vorfeld nominiert worden ist. „Das entgegengebrachte Vertrauen verstehe ich als Auftrag, den eingeschlagenen Kurs der Universität Greifswald in den kommenden Jahren fortzuführen und zu intensivieren“, so der alte und neue Rektor in einer ersten Reaktion. „Wir haben Struktur- und Finanzprobleme, gehen diese aber offensiv an. Unser Ziel sind eine international anerkannte Forschung und eine attraktive Lehre.“ In weiteren Wahlgängen wurden Prof. Wolfgang Joecks (Foto) mit 29 Stimmen (4 Nein-Stimmen/3 Enthaltungen) und Prof. Dr. Michael North (Foto) mit 23 Stimmen (7 Nein-Stimmen/6 Enthaltungen) als Prorektoren auf zwei Jahre gewählt. Sie treten die Nachfolge des Juristen Prof. Claus Dieter Classen und Mediziners Prof. Otto-Andreas Festge an, die sich nicht zur Wiederwahl stellten.

Prof. Dr. Rainer Westermann (56) ist seit dem 1. Februar 2003 Rektor der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Der gebürtige Niedersachse hat in Braunschweig und Göttingen Psychologie studiert. 1986 habilitierte Rainer Westermann an der Universität Göttingen, wurde 1990 zum Außerplanmäßigen Professor und 1992 zum Hochschuldozenten ernannt. Im Jahr 1995 folgte er dem Ruf der Universität Greifswald für eine C-4-Gründungsprofessur für Allgemeine Psychologie und Methodenlehre. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Wissenschaftstheorie, Experimentalmethodik, Evaluation und Studienzufriedenheit. Von Oktober 2000 bis zur Wahl zum Universitätsrektor stand er als Dekan der Philosophischen Fakultät vor.

Prof. Dr. Wolfgang Joecks (53) ist Mitglied im Senat und im Fakultätsrat der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät. Seit 1992 hat er den Lehrstuhl für Strafrecht, insbesondere Wirtschafts- und Steuerstrafrecht inne. Joecks wurde 1953 in Rendsburg geboren und studierte von 1974 bis 1978 Rechtswissenschaft in Kiel, wo er 1981 zum Dr. jur. promovierte. Darüber hinaus arbeitete er zwischen 1978 und 1984 als Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Umweltschutz-, Wirtschafts- und Steuerstrafrecht der Universität Kiel. Anschließend nahm er eine Verwaltungstätigkeit im Finanzministerium Kiel und im Bundesfinanzministerium in Bonn wahr (1985-1988). Zwischen 1989 und 1992 arbeitete er als Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht in Frankfurt am Main.

Prof. Dr. Michael North (52) ist seit dem Wintersemester 1995/1996 Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Geschichte der Neuzeit an der Universität Greifswald und seit März 2006 Prodekan für Forschung an der Philosophischen Fakultät. North wurde 1954 in Gießen geboren, wo er das Studium der Osteuropäischen Geschichte, der Mittleren und Neueren Geschichte und Slavistik ablegte und 1979 zum Dr. phil promovierte. Anschließend absolvierte der Hesse eine Museumsausbildung und arbeitete im wissenschaftlichen Museumsdienst in Hamburg und Kiel. 1988 habilitierte North sich in den Fächern Mittlere und Neuere Geschichte und Historische Hilfswissenschaften in Kiel. Vor und nach der Habilitation nahm er Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten Hamburg, Kiel, Bielefeld und Rostock wahr. Von 1996 bis 1998 stand er dem Historischen Institut als Geschäftsführender Direktor vor.

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Ascenion und MHH kooperieren: Professioneller Transfer von Forschungsergebnissen aus der Klinik in die Industrie

Abgelegt unter: Hannover, Medizinische Hochschule — info @ 16:23

Die Ascenion GmbH und die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) werden künftig eng zusammenarbeiten, um Erfindungen aus der MHH schutzrechtlich abzusichern und zu vermarkten. Dabei wird das interdisziplinäre, auf Life Sciences spezialisierte Team von Ascenion den Wissenschaftlern helfen, das Marktpotenzial ihrer Forschungsergebnisse zu bewerten, eine geeignete Schutzrechtsstrategie empfehlen und Optionen für eine bestmögliche Verwertung aufbauen: Lizenzierung, Kooperation, Verkauf oder die Gründung eines neuen Unternehmens. Auch bei deren Realisierung wird Ascenion professionell unterstützen, u.a. durch die Anbahnung von Industriekontakten und Verhandlung von Verträgen. “So können aus unserer Forschung neue Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entstehen, die eine Diagnose und Behandlung verschiedener Krankheiten verbessern. Letztlich werden vor allem unsere Patienten davon profitieren”, betont Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann, Präsident der MHH. “Der Transfer von der Forschung in die Anwendung wird durch die Erfahrung und das dichte Netzwerk von Ascenion zu internationalen Industrievertretern, Investoren und Experten sicher neue Impulse erhalten.”

Die Forschung an der MHH ist international für ihre herausragende Qualität und ihren interdisziplinären Ansatz bekannt. Den mehr als 1.200 wissenschaftlichen Mitarbeitern standen im Jahr 2005 allein aus Drittmitteln mehr als 44 Millionen Euro für die Forschung zur Verfügung. Aus ihren Arbeiten resultieren bisher etwa 15 bis 20 Erfindungen pro Jahr. Eine Reihe bereits bestehender Kooperationen mit der Industrie und Firmenausgründungen belegen deren wirtschaftliches Potenzial.

“Wir freuen uns, mit der MHH erstmals eine Universität als Partner gewonnen zu haben. Die Forschung in unmittelbarer Nähe zum Patienten verspricht Erkenntnisse und Erfindungen, die eine Verbesserung der Patientenversorgung ermöglichen. Dies ist für die Pharma- und Biotech-Industrie bei der Suche nach neuen Produktideen besonders attraktiv”, sagt Dr. Christian Stein, Geschäftsführer der Ascenion GmbH.

Ascenion betreut bereits 13 Life-Science Institute der Helmholtz- bzw. Leibnizgemeinschaft und vermarktet momentan insgesamt mehr als 550 Patentfamilien sowie zahlreiche Forschungsmaterialien an die Industrie. Das Unternehmen hat Büros in ganz Deutschland, um bei der Akquise und Bewertung von Erfindungen mit den Wissenschaftlern der Partnereinrichtungen im persönlichen Kontakt zusammen arbeiten zu können. Bis Jahresende wird ein Büro in Hannover an der MHH eröffnet.

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