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19. Oktober 2006

Ehemalige Augsburger Studentin Kristina Schulz unter den besten DFH-Absolventen

Abgelegt unter: Augburg, Universität — info @ 20:44

Exzellenzpreis des Clubs des Affaires Saar-Lorraine würdigt ein ausgezeichnetes Doppeldiplom-Studium und einen außergewöhnlichen binationalen Werdegang.

Zum zweiten Mal in Folge hat die Deutsch-Französische Hochschule (DFH) heute in Straßburg die besten Absolventinnen und Absolventen des zurückliegenden Studienjahres geehrt (siehe http://idw.tu-clausthal.de/pages/de/news180168). Zu den Träger/inne/n des diesjährigen vom Club des Affaires Saar-Lorraine gestifteten und mit insgesamt 3.000 Euro dotierten Exzellenzpreises zählt auch Kristina Schulz, Absolventin des gemeinsamen Studienganges “Deutsch-Französisches Management” der Universitäten Augsburg und Rennes I.

Gemeinsam mit Catherine Rogister (Studiengang “Europäische Medienkultur”, Bauhaus-Universität Weimar und der Universität Lyon 2 Lumière), Marcellin Aubert (Studiengang “Ingenieurwissenschaften”, Universität Stuttgart und Ecole Centrale Paris) nahm Kristina Schulz im Rahmen des Deutsch-Französischen Forums in Straßburg das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro aus den Händen des Präsidenten des Club des Affaires Saar-Lorraine, Jacques Renard, und des Präsidenten der DFH, Dieter Leonhard, entgegen. Aneliya Riminchan (Studiengang “Internationale Tourismuswirtschaft”, Hochschule Harz, Wernigerode, und der ESTHUA, Angers) erhielt einen nicht dotierten Ehrenpreis der Jury.

Förderung der binationalen Beziehungen auch im Hochschulbereich

“Wir freuen uns sehr, auch in diesem Jahr Absolventen mit Doppeldiplom auszuzeichnen, die neben den fachlichen auch über interkulturelle Kompetenzen verfügen. Ein entscheidender Mehrwert, der auf dem internationalen und europäischen Arbeitsmart einen großen Stellenwert hat und deshalb unsere besondere Würdigung verdient”, sagte Jacques Renard, Präsident des Club des Affaires Saar-Lorraine, der als deutsch-französischer Wirtschaftsclub und Mitglied eines Netzwerks von insgesamt 20 solcher Clubs die binationalen Beziehungen zwischen beiden Ländern auch im Hochschulbereich fördert.

Ein Studium mit entscheidendem interkulturellen Mehrwert

Kristina Schulz hat ihre Abschlussarbeit im bisherigen Doppel-Diplom- und künftigen Doppel-MasterStudiengang “Deutsch-Französisches Management”, den die Universitäten Augsburg und Rennes I seit 1998 anbieten, zum Thema “Einsatz von Data Mining im CRM - Erkennung von Wertschöpfungspotenzialen bei institutionellen Bestandskunden” geschrieben. Dass sie diesen Studiengang absolviert habe, bedeute “einen sehr großen interkulturellen Mehrwert” für sie, sagt die 26-Jährige: “Dieser Mehrwert entsteht durch die Vielzahl an interkulturellen Erfahrungen und Begegnungen, die mir das Doppel-Diplom ermöglichte. Der langfristige Aufenthalt in Frankreich vor und während des Doppel-Diploms hat es mir erlaubt, die soziokulturellen Gegebenheiten Frankreichs sowie die kulturellen Unterschiede zwischen den französischen und deutschen Lebensweisen sehr gut kennen zu lernen. Des Weiteren konnte ich zusätzlich andere Länder und Kulturen durch mehrmonatige Auslandspraktika während des Studiengangs erleben und meine Sprachkenntnisse vervollkommnen. Die intensive Beschäftigung mit verschiedenen Kulturen während des Doppel-Diploms hilft, neue Sichtweisen und Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem zu entwickeln sowie kulturelle Unterschiede wahrzunehmen, zu verstehen und zu akzeptieren. Heute zählen diese interkulturellen Kompetenzen neben meinen Sprachkenntnissen zu meinen wichtigsten Atouts: Ich arbeite in einem multikulturellen Arbeitsumfeld mit Kollegen verschiedener Nationalitäten und bin als Sales & Marketing Manager weltweit für Kundenbetreuung und Geschäftsabwicklungen zuständig.”

Als französische Studentin mit deutscher Nationalität im deutsch-französischen Studiengang

Prorektor Prof. Dr. Bernhard Fleischmann, der als Inhaber des Lehrstuhls für BWL/Produktion und Logistik an der Universität Augsburg zugleich Programmbeauftragter für den binationalen Studiengang “Deutsch-Französisches Management” ist, kennt Kristina Schulz, seit sie 2002 in diesen Studiengang eingestiegen ist. Die Teilnahme an solch einem Studiengang, meint Fleischmann, bedeute an sich schon eine besondere Wahl des Studienverlaufs. Schulz habe darüber hinaus aber auch im Vergleich mit anderen Doppeldiplom-Studentinnen und -Studenten einen ganz ungewöhnlichen Ausbildungsweg: Sie hat nämlich nicht wie üblich das Grundstudium mit Vordiplom in der Heimat absolviert, sondern bereits vor dem Doppel-Diplom eine deutsch-französische Ausbildung (Industriekauffrau/BTS Comptabilité Gestion) gemacht und ein französisches Diplom mit internationaler Ausrichtung auf Bachelor-Niveau (”Licence professionnelle Marchés Internationaux”) erlangt. Hinzukommt, so Fleischmann weiter, “dass Frau Schulz dieses erste Studium in Frankreich ohne Austauschprogramm, unter erschwerten Bedingungen also, absolviert hat.” Das ist auch der Grund, weshalb Kristina Schulz trotz ihrer deutschen Nationalität im Doppel-Diplomstudiengang als französische und nicht als deutsche Studentin eingeschrieben war.

Interkulturell versiert, auslandserfahren und fachlich hervorragend

Fleischmann hebt weiterhin hervor, dass Kristina Schulz sich auch in Deutschland mit interkulturellen Aspekten auseinandergesetzt und unter anderem in einer Seminararbeit über die deutsch-französischen Kulturunterschiede im Geschäftsleben einen innovativen Ansatz zur Klassifizierung der Kulturdimensionen entwickelt hat. Zugleich habe sie aber auch im engeren fachlichen Sinne stets zu den Besten ihres Jahrgangs gezählt und während zahlreicher Auslandspraktika eine erstaunliche Fähigkeit bewiesen, sich an neue Standorte und kulturelle Gegebenheiten anzupassen. Ihre vielfältigen Auslandserfahrung und ihre interkulturellen Fähigkeiten haben es ihr ermöglicht, bei der HypoVereinsbank-Zentrale in München eine Tätigkeit als Werkstudentin in einem internationalen Einsatzbereich auszuüben und in diesem Rahmen ihre Diplomarbeit zu erstellen. Noch vor Abschluss ihrer Diplomarbeit wurde sie dann von der Firma SUSS MicroOptics in Neuchâtel (Schweiz) eingestellt, wo sie heute arbeitet.

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Otto-Klung-Weberbank-Preis 2006

Abgelegt unter: Berlin, Freie Universität — info @ 13:40

Der renommierte, mit 50.000 Euro dotierte Otto-Klung-Weberbank-Preis wird am 27. Oktober in Berlin an Prof. Dr. Ingo Krossing verliehen. Damit werden die herausragenden Leistungen des Freiburger Chemikers im Bereich der Grundlagenforschung gewuerdigt. Die Foerdergesellschaft der Weberbank gGmbH und die Otto-Klung-Stiftung an der Freien Universitaet Berlin laden Journalisten herzlich zu einem Pressegespraech am Freitag, dem 27. Oktober 2006, um 11.00 Uhr, ein. Die oeffentliche Preisverleihung findet um 17.00 Uhr statt. Der diesjaehrige Otto-Klung-Weberbank-Preis fuer Chemie geht an den 1968 geborenen Prof. Dr. Ingo Krossing von der Albert-Ludwigs-Universitaet Freiburg. Auf Vorschlag der Auswahlkommission am Institut fuer Chemie und Biochemie der Freien Universitaet Berlin entschieden sich die Otto-Klung-Stiftung und die Foerdergesellschaft der Weberbank fuer den Professor am Freiburger Institut fuer anorganische und analytische Chemie. Sie wuerdigen damit Krossings “herausragende Leistungen bei Synthese und Anwendung neuartiger, sehr schwach koordinierender Anionen”. Anionen sind negativ geladene Teilchen und als solche zentraler Bestandteil von Batterien und Katalysatoren. Die Wirkungsweise der von Ingo Krossing neu entwickelten Anionen kann man wohl am besten in Analogie zur Teflon-Beschichtung beschreiben.

Wird etwa eine Pfanne mit Teflon beschichtet, bleibt fast nichts mehr an ihr haften. Die neuen Anionen sind chemisch betrachtet mit einer Oberflaeche aus Teflon versehen worden, mit dem oben beschriebenen Effekt, zudem sind sie temperaturstabil und reaktionstraege. Die Kombination dieser Eigenschaften verbunden mit der Tatsache, dass sie leicht auch in grossen Mengen verfuegbar sind, hat zu einer Vielzahl von Anwendungen dieser Anionen gefuehrt - sowohl in der Grundlagenforschung als auch fuer technikrelevante Probleme. Die Arbeit des jungen Professors zeigt damit, dass Forschung und Anwendung Hand in Hand gehen.

Im Pressegespraech wird der Preistraeger im Detail auf die Entwicklung seiner Forschung und deren kuenftige Anwendungen eingehen. Weitere Diskussionspunkte sind Deutschland als Forschungsstandort und die Innovationsfaehigkeit der deutschen Wirtschaft.

Der Otto-Klung-Weberbank-Preis ist der hoechste deutsche Preis auf rein privater Finanzierungsgrundlage, der an juengere Wissenschaftler in Deutschland vergeben wird. Doch er gilt nicht nur wegen der Hoehe des Preisgeldes als einer der begehrtesten und erfolgreichsten Auszeichnungen hier zu Lande. Immerhin ging er bereits an fuenf spaetere Nobelpreistraeger, unter ihnen der Chemiker Prof. Dr. Hartmut Michel. Hochkaraetige Kommissionen an der Freien Universitaet Berlin waehlen alljaehrlich die Preistraeger aus. Der Otto-Klung-Weberbank-Preis steht in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft des Bundesministers der Finanzen, Peer Steinbrueck.

Pressegespraech:

Termin: Freitag, 27. Oktober 2006, 11.00 Uhr;

Ort: Weberbank, Landecker Strasse 2, 14199 Berlin;

Teilnehmer: Neben dem diesjaehrigen Preistraeger Prof. Dr. Ingo Krossing werden Herr Prof. Hans-Ulrich Reissig, Vorsitzender der staendigen Kommission fuer die Preisvergabe im Bereich Chemie der Freien Universitaet Berlin, Kurt Hammer, Otto-Klung-Stiftung, sowie der Vorstand der Weberbank vertreten sein.

Wir bitten Journalisten freundlich, sich per E-Mail fuer das Pressegespraech anzumelden: berlin@rubach-pr.de.

Preisverleihung:

Die feierliche, oeffentliche Preisverleihung des Otto-Klung-Weberbank-Preises findet am Freitag, dem 27. Oktober 2006, um 17.00 Uhr im Harnack-Haus, Ihnestrasse 16-20, in Berlin-Dahlem statt. Prof. Dr. Dr. Stock, Praesident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, wird den Festvortrag halten.

Weitere Informationen zum Otto-Klung-Weberbank-Preis im Internet unter: http://www.otto-klung-weberbank-preis.de

Ansprechpartner:

- Jutta Rubach & Partner, Marketing-Kommunikation und Networking, Telefon: 030 / 826 62 05, Mobil: 0172 / 392 13 10, E-Mail: berlin@rubach-pr.de;

- Robert Heiduck, Foerdergesellschaft der Weberbank gGmbH, Telefon: 030 / 89798-388, Mobil: 0175 / 978 03 24, E-Mail: robert.heiduck@weberbank.de

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Dreidimensionale Welten - Informatiker der WWU Münster stellen neues Visualisierungslabor vor

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 13:39

Ein mit der neuesten Technik ausgestattetes Visualisierungslabor stellte die Arbeitsgruppe Visualisierung und Computergrafik von Prof. Dr. Klaus Hinrichs am Institut für Informatik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, WWU, jetzt im Rahmen des Geoinformatikforums an der WWU vor. Dr. Frank Steinicke, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Informatik, zeigte und erläuterte die im Visualisierungslabor verwendeten Darstellungstechnologien und die aktuellen Projekte der Arbeitsgruppe. Das Forum selbst vermittelte einen Überblick über die Forschungsgebiete, an denen Informatiker und Geoinformatiker der Universität aktuell arbeiten.

Großer Vorteil aller gezeigten Projektionstechnologien und der sogenannten “autostereoskopischen Displays” sei es, dass sie vom Computer generierte Welten echt dreidimensional darstellen, so Steinicke. Teilweise erlauben sie auch größeren Benutzergruppen die Betrachtung und Bearbeitung der Daten. Die Arbeitsgruppe von Prof. Hinrichs stellte optische Technologien vor, mit denen die Benutzer in der Lage sind, mit virtuellen, dreidimensionalen Objekten auf natürliche Art und Weise zu interagieren. Die virtuellen Objekte scheinen dabei im Raum vor den Besuchern zu schweben und können von diesen dann beliebig verschoben und gedreht werden.

Beispielhaft für unterschiedlichste Anwendungen, die von diesen neuen Technologien profitieren, präsentierte Steinicke die Entwicklung eines virtuellen 3D-Stadtmodells von Münster. Mit Hilfe geometrischer Daten des Katasteramtes der Stadtverwaltung und Luftaufnahmen von Münster wurde ein annähernd fotorealistisches Computermodell entwickelt, das derzeit rund 120.000 Gebäude sowie 60.000 Bäume und Straßenlaternen umfasst und damit das gesamte Stadtgebiet darstellen kann. Das Modell lädt ein zu einem virtuellen Spaziergang durch die Straßen Münsters oder zu einem Flug über die Dächer der Stadt.

Weiterhin zeigte die Gruppe Ergebnisse ihrer Forschungsaktivitäten im Bereich Volumenvisualisierung. Volumetrische Daten stellen - im Gegensatz zu sonst üblichen Verfahren - für jeden Raumpunkt eines dreidimensionalen Objekts Datenwerte zur Verfügung. Dadurch lässt sich auch das “Innere” von Objekten darstellen und untersuchen.Mit Hilfe eines autostereoskopischen Displays ließ sich so beispielsweise die Temperatur- und Druckverteilung im Hurrikan “Isabel” darstellen. “Isabel” traf im Sommer 2003 die Ostküste der USA und richtete schwere Verwüstungen an. Mit der am Lehrstuhlentwickelten Software lassen sich Details der Daten, etwa das Auge des Hurrikans, untersuchen.

Sein Hauptanwendungsgebiet hat das gezeigte Programmpaket allerdings im medizinischen Bereich. Hier wird in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Münster im Rahmen des Sonderforschungsbereichs “Molekulare Bildgebung” eine breite Palette von Daten visualisiert. Dreidimensionale Daten liefern beispielsweise die Computertomographie, die Magnetresonanztomographie und die Positronenemissionstomographie.

Link: Institut für Informatiker (http://cs.uni-muenster.de/)

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Freiburger Forschergruppe erhält Förderung von BMBF für die Entwicklung einer motorischen Neuroprothese

Abgelegt unter: Freiburg, Albert-Ludwigs-Universität — info @ 13:30

Ein interdisziplinäres Team der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, bestehend aus Wissenschaftlern des Bernstein Zentrums für Computational Neuroscience, der Neurobiologie, dem Universitätsklinikum und dem Institut für Mikrosystemtechnik hat sich zum Ziel gesetzt, eine computerbasierte motorische Neuroprothese zu entwickeln, mit der die Handlungsfähigkeit von schwerstgelähmten Patienten verbessert werden kann. Heute sind sie ihrem Ziel ein Stück näher gekommen: Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des „GO-Bio“ Programms erstmals für drei Jahre mit circa zwei Millionen Euro gefördert. Dies teilte die Bundesforschungsministerin Annette Schavan bei einer Präsentation der Siegerprojekte und Pressekonferenz in Berlin mit.

Unter der Leitung von Dr. Carsten Mehring, Neurobiologie, Dr. Jörn Rickert, Bernstein Zentrum, und Dr. Tonio Ball, Epilepsiezentrum, soll die neuroprothetische Forschung verstärkt ausgebaut und die Neuroprothesen in enger Kooperation mit den beteiligten akademischen, technischen und klinischen Gruppen zur Anwendungsreife entwickelt werden.

Beim gesunden Menschen werden willkürliche Bewegungen durch die motorische Großhirnrinde gesteuert: Von dort werden neuronale Impulse über das Rückenmark an die Muskulatur gesendet. Wird dieser Weg jedoch beispielsweise als Folge eines Schlaganfalls unterbrochen, entstehen Lähmungen bis hin zur vollkommenen Unfähigkeit zu willkürlichen Bewegungen, obwohl das Gehirn nach wie vor in der Lage ist, die entsprechenden Steuersignale zu senden. Das sogenannten „Brain-Machine-Interface“ (BM I) funktioniert nach folgendem Prinzip:

Eine Elektrode wird minimalinvasiv auf der Oberfläche des Gehirns implantiert. Sie misst die noch vorhandene neuronale Aktivität und setzt sie in Kontrollsignale um. Über ein komplexes System aus Verstärker, Computer und Software können diese Kontrollsignale wiederum für die Steuerung von Computern oder künstlichen Gliedmaßen genutzt werden. Denkbar ist auch, die Muskulatur der gelähmten Körperteile über Muskelstimulationen direkt anzusteuern. Die Freiburger Wissenschaftler verfolgen dabei einen „Brain-Machine-Interface-Ansatz“, der möglichst wenig neuronales Gewebe durch die Neuroprothese zerstört.

Die Förderung erfolgt in zwei Phasen von jeweils maximal drei Jahren Dauer. In der ersten Förderphase soll von der Arbeitsgruppe das Anwendungspotenzial der Entwicklung herausgearbeitet und technologisch validiert werden (Proof of Concept).

Begleitend sollen konkrete Kommerzialisierungs- oder klinische Anwendungsstrategien für die weitere Umsetzung der Ergebnisse entwickelt werden. In der zweiten Phase sollen diese Strategien mit dem Ziel der wirtschaftlichen Verwertung umgesetzt werden (Proof of Technology). Im Ergebnis sollen kommerziell verwertbare Resultate zusammen mit einer Strategieentwicklung für die Markteinführung insbesondere im Rahmen einer unternehmerischen Selbständigkeit erarbeitet werden.

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Prof. Dr. Hans Ulrich Zwicker zum 85. Geburtstag

Prof. Dr. Hans Ulrich Zwicker, bis zu seiner Emeritierung 1990 Inhaber des Lehrstuhls für Werkstoffwissenschaften (Metalle), vollendet am Donnerstag, 26. Oktober 2006, sein 85. Lebensjahr. Hans Ulrich Zwicker, geboren 1921 in Öhringen, Württemberg, studierte Chemie und Metallkunde an den Technischen Hochschulen in Wien und Stuttgart und beendete sein Studium 1950 mit der Promotion. Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter, später als Abteilungsleiter am Forschungsinstitut für Edelmetalle und Metallchemie in Schwäbisch Gmünd und am Metall-Laboratorium der Metallgesellschaft AG Frankfurt/Main. Zudem war er als Oberbaurat an der Fachhochschule Aalen tätig. 1966 nahm er einen Ruf an die Technische Fakultät in Erlangen auf den neu geschaffenen Lehrstuhl für Werkstoffwissenschaften (Metalle) an. Er gehörte damit zur Gründergeneration der 1966 gestarteten Technischen Fakultät und des neuen Studienganges Werkstoffwissenschaften. Seine wissenschaftliche Arbeit erstreckte sich auf die Geschichte der Technologie der Metalle, die Erforschung von Gusseisen mit Kugelgraphit, Kupfer und Kupferlegierungen, Manganlegierungen, metallische Implantatwerkstoffe, Supraleiter, Titan und Titanlegierungen. Im Jahr 1999 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Nach seiner Emeritierung widmete sich Prof. Zwicker - durch eigene Erfahrung als Münzsammler ein Spezialist auf diesem Gebiet - der Katalogisierung der antiken Münzsammlung der Universitätsbibliothek, die er durch die großzügige Schenkung von weiteren 11.000 Münzen beträchtlich bereicherte. In der 12.000 Münzen umfassenden Sammlung Will, die 1916 in den Besitz der Universitätsbibliothek gelangt war, entdeckte Professor Zwicker 1992 eine Rarität: eine griechische Goldmünze aus dem antiken Pisa bei Olympia, die den bekannten gedruckten Nachschlagewerken und Katalogen zufolge ein Einzelstück ist. Die Münze wurde aus Gold geprägt, das aus dem Zeustempel in Olympia stammt. Ob es direkt aus dem Tempelschatz oder sogar der Zeusstatue selbst, einem der sieben Weltwunder der Antike entnommen wurde, ist bislang noch ungeklärt. Nach bisherigem Forschungstand gibt es weltweit nur zwei Münzen ähnlicher Art.

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Multimodale Bildgebung in der präklinischen Forschung - Neue DFG-Forschergruppe in der Medizin

Die Universität Erlangen-Nürnberg wird zum Zentrum einer neuen Forschungskooperation. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die aus Wissenschaftlern verschiedenster Fachrichtungen und Forschungsgebieten bestehende Gruppe in den nächsten drei Jahren mit insgesamt 3,5 Mio. ?. Durch die Einrichtung der neuen DFG-Forschergruppe FOR 661 werden Untersuchungen im Bereich der so genannten multimodalen Bildgebung einen entscheidenden Schritt nach vorne gebracht. Gegenstand der Neugier der Wissenschaftler ist insbesondere die Kombination verschiedener, teils neuartiger bildgebender Verfahren wie der Mikro-Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Ultraschall- und Fluoreszenzbildgebung, um aus der kombinierten Bildgebung genauere Aussagen über Ursachen, Verlauf und Therapie von Krankheitsbildern zu erhalten.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Willi Kalender, Direktor des Institutes für Medizinische Physik der Universität Erlangen-Nürnberg, werden seit Oktober mehr als ein Dutzend Wissenschaftler an der Erforschung der mikroskopischen Strukturen unter anderem des Gehirns arbeiten. Hauptgegenstand der Forschungen ist neben der Verbesserung verschiedener, nicht invasiver und damit schonender (und Versuchstiere sparender) Bildgebungstechniken auch die Untersuchung der Auswirkungen neuartiger Therapiestrategien bei chronischen Schmerzen, Schlaganfall und bösartigen Tumoren. Diese Erkenntnisse sind nur durch den Einsatz moderner und entsprechend kostspieliger Geräte zu erreichen. Dafür kann die Forschergruppe - ebenfalls aus den Mitteln der DFG - drei Großgeräte anschaffen kann.

Die Bewilligung erfolgte zunächst über einen Zeitraum von drei Jahren mit einer Fördersumme von insgesamt 3,5 Millionen Euro, eine Verlängerung für weitere drei Jahre ist den Erlanger Forschern in Aussicht gestellt und das erklärte Ziel. Schließlich handelt es sich bei dem ehrgeizigen Projekt um Grundlagenforschung im besten Sinne: Neben der Weiterentwicklung schonender Bildgebungstechniken zur frühen Diagnose stehen unter anderem auch die Aufklärung der verschiedenen Schlaganfallsursachen im Fokus. Aus den Ergebnissen erhoffen sich die Forscher um den Neuroradiologen Prof. Dr. Arnd Dörfler eine verbesserte Diagnostik und ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen.

Andere Arbeitsgruppen verfolgen nicht weniger ehrgeizige Ziele: Prof. Dr. Kay Brune und Priv.-Doz. Dr. Andreas Hess aus der Erlanger Pharmakologie erforschen die Wirkung verschiedener neuer Arzneimittel auf ihr Vermögen, chronische Schmerzen zu verhindern, wohingegen sich der (noch) Bochumer Prof. Dr. Helmut Ermert wie auch sein Erlanger Kollege, Prof. Dr. Achim Langenbucher, die Entwicklung einer dreidimensionalen Bildgebung mittels Ultraschall- und optischer Verfahren analog zum Prinzip der CT zum Ziel gesetzt haben.

Das Institut für Medizinische Physik der Universität Erlangen-Nürnberg, eine der weltweit führenden Einrichtungen auf diesem Gebiet, zeichnet verantwortlich für die röntgenologische Darstellung mittels Mikro-CT, einer modernen Variante der bekannten Computertomographie, die sich durch höchste Auflösung bei kleinen zu untersuchenden Objekten auszeichnet. Die Wissenschaftler um Prof. Kalender und den Bildrekonstruktionsspezialisten Prof. Dr. Marc Kachelrieß arbeiten hierzu an neuen Aufnahme- und Rekonstruktionsmethoden, insbesondere an Verfahren zur Reduktion der Strahlendosis, bei gleichzeitiger Beibehaltung der Bildqualität.

Hierzu stehen in Erlangen ein interdisziplinär orientiertes Team und alle derzeit als wichtig erachteten und medizinisch relevanten Bildgebungsverfahren zur Verfügung. Wenngleich der Mikro-CT eine besondere Rolle zukommt, da sie in jedem der sechs Teilprojekte vertreten ist und somit quasi das Rückgrat und den Vergleichsmaßstab für alle Verfahren darstellt, so ist die Kombination der Verfahren der entscheidende Ansatz in der Weiterentwicklung der diagnostischen Kleintierbildgebung und ein wichtiger Schritt in der Übertragung der gewonnenen Erkenntnisse auf den Menschen. Mit der Bewilligung dieser Forschergruppe wird der Anspruch Erlangens als ein Zentrum der Medizintechnik, der Entwicklung von Bildgebungstechnologie und der konstruktiven Bemühungen um den Tierschutz anerkannt und verstärkt.

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Vortragsreihe „Urologie entdecken!“ - Ist Verhütung nur Frauensache?

Abgelegt unter: Freiburg, Albert-Ludwigs-Universität — info @ 13:27

Wenn die „schönste Sache der Welt“ ohne Folgen für die Familienplanung bleiben soll, können heute Mann und Frau zwischen verschiedenen Verhütungsmethoden wählen. Übernimmt der Mann die Verantwortung für die Verhütung, so steht ihm die Benutzung eines Kondoms als kurzfristiges Mittel und die Sterilisation als dauerhafte Maßnahme zur Verfügung. Die Frau hat ein deutlich umfangreicheres Spektrum der Möglichkeiten.
Der nächste Termin der öffentlichen Vortragsreihe „Urologie entdecken“ informiert über die ganze Bandbreite der Methoden zur Verhütung:

Vortragsreihe „Urologie entdecken!“ Ist Verhütung nur Frauensache?
am Mittwoch, den 25. Oktober 2006, um 19.30 Uhr
im Großen Hörsaal der Chirurgie

Schwangerschaft und Mutterschaft sind „Frauensache“ - so hat es die Natur angelegt. Doch zum Zeugen eines Kindes gehören Mann und Frau. Wie steht es um die Verantwortlichkeit bei der Verhütung einer Schwangerschaft? Eine Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem Jahr 2003 liefert interessante Ergebnisse: Von 1.500 befragten Männern und Frauen im Alter zwischen 20 und 44 Jahren gaben 77 Prozent an zu verhüten. Jedoch nur 17 Prozent der Männer übernehmen selbst die Verantwortung für die Verhütung, 46 Prozent delegieren die Zuständigkeit an ihre Partnerin. Von den Frauen halten 29 Prozent den Partner für zuständig, wenn es um die Verhütung geht.

Auch die Häufigkeit der angewandten Verhütungsmethoden spiegelt wider, dass Verhütung überwiegend als „Frauensache“ angesehen wird. Die Pille wird von 55 Prozent der Frauen als sichere Methode gewählt. Auf das Kondom verlassen sich 36 Prozent aller Befragten. Die Spirale verwenden 12 Prozent der befragten Frauen. Nur jeweils vier Prozent der Männer und Frauen nannten die Sterilisation als Verhütungsmethode ihrer Wahl. Möglicherweise wird sich das Interesse der Männer an der Verhütung mit der Einführung der „Pille für den Mann“ verändern. Nach den bisherigen Studienergebnissen ist in den nächsten drei Jahren mit einem entsprechenden Produkt zu rechnen.

Die Informationsveranstaltung der Abteilung Urologie am Universitätsklinikum Freiburg verschafft den Besuchern einen Überblick über das Spektrum der Möglichkeiten und die individuell beste Methode der Verhütung. Der Eintritt ist frei.

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