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1. November 2006

Als einziges Uniklinikum deutschlandweit hat das Universitätsklinikum Münster (UKM) an dem bundesweiten Pilotprojekt “Schmerzfreies Krankenhaus” teilgenommen. Mit Erfolg: die externe Projektleitung wird die beiden chirurgisch-operativen Abteilungen des UKM zur Zertifizierung vorschlagen.

Abgelegt unter: Berlin, Freie Universität info @ 19:54

Lesung im Literaturhaus Berlin am Montag, 6. November, um 20.00 Uhr Im November und Dezember 2006 ist der niederlaendische Schriftsteller Willem Jan Otten als “Writer in Residence” zu Gast am Institut fuer Deutsche und Niederlaendische Philologie der Freien Universitaet Berlin.

Willem Jan Otten ist vor allem durch eine Reihe erfolgreicher Theaterstuecke und einige faszinierende, stilistisch herausragende Romane bekannt geworden. Der niederlaendische Autor, 1951 in Naarden geboren, schreibt aber auch Gedichte und Essays ueber Filme oder die Kunst des Betrachtens. Sein juengstes Buch, “Specht en zoon” (2005), erhielt im vergangenen Jahr den Libris-Preis, eine Literaturauszeichnung, die einmal jaehrlich von einer Fachjury verliehen und als die wichtigste niederlaendische Ehrung auf diesem Gebiet angesehen wird. Vor einigen Wochen erschien die deutsche Uebersetzung “Specht und Sohn” im S. Fischer Verlag.

Am Montag, dem 6. November 2006, liest Willem Jan Otten im Literaturhaus Berlin aus “Specht und Sohn”. Der Roman schildert, wie der junge Kuenstler Felix Vincent einen Juengling “zum Leben erweckt”, indem er sein Portraet auf eine lebensgrosse Leinwand malt. Die Erzaehlung wird aus der Perspektive des Leinwandportraets berichtet, das sich in der ersten Person Singular an den Leser wendet und damit die Rolle des Erzaehlers einnimmt. Es handelt sich um ein in der Weltliteratur wohl einmaliges Experiment: Ein Roman, dessen Handlung von einem leinenen Untergrund mitgeteilt wird, auf dem ein verstorbener junger Mann langsam aber sicher ins Leben zurueckkehrt.

Termin und Ort:

Der Abend im Literaturhaus (Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg) wird von Jan Konst, Professor fuer Niederlaendische Philologie an der Freien Universitaet Berlin, praesentiert und beginnt um 20.00 Uhr.

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Stärken und Schwächen sind deutlich geworden

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität info @ 19:53

Als einziges Uniklinikum deutschlandweit hat das Universitätsklinikum Münster (UKM) an dem bundesweiten Pilotprojekt “Schmerzfreies Krankenhaus” teilgenommen. Mit Erfolg: die externe Projektleitung wird die beiden chirurgisch-operativen Abteilungen des UKM zur Zertifizierung vorschlagen.

Das erfuhren die Beteiligten gestern von der externen Projektleitung.Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des UKM unter der Leitung von Professor Hugo Van Aken, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, sowie Frau Professor Esther Pogatzki-Zahn, Oberärztin an der Anästhesiologie sowie Ansgar Rausch, Diplom-Pflegewirt, haben indes wertvolle Erkenntnisse gewonnen: “Zunächst einmal wissen wir nun, in welchen Bereichen wir gut und in welchen Bereichen wir verbesserungswürdig waren”, erläuterte Pogatzki-Zahn.

Die Stärken lagen demnach klar bei Patientinnen und Patienten, an denen eine schwere Operation vorgenommen werden musste. Noch besser werden hingegen konnte das UKM bei Patienten, die nach eher kleinen Eingriffe therapiert werden mussten. “Hier haben wir das Schmerzempfinden der Patientinnen und Patienten nicht immer angemessen wahrgenommen”, sagte Pogatzki-Zahn.Knapp zwei Jahre lief der Pilot am UKM. Dabei wurden sowohl Patientinnen und Patienten als auch das Ärzte- und Pflegepersonal nach Schmerzempfinden bzw. eigenem Wissen über Narkose etc. befragt. Eine weitere wichtige Erkenntnis nach der Befragung: Wenn man Schmerzen therapieren will, muss man sie messen. Eine Maßnahme könnte zum Beispiel der sofortige Beginn einer am Schmerz des Patienten orientierten Therapie sein.

Dies verbessert nicht nur die Zufriedenheit des Patienten, sondern macht auch weitere Behandlungen wie zum Beispiel eine konsequente Physiotherapie besser möglich. Pogatzki-Zahn: “Ganz wichtig für unsere Umsetzungsstrategie der gewonnen Erkenntnisse war, dass wir mit dem Pflegepersonal an einem Strang ziehen. Nur so können wir schnell und effizient handeln.” Eine Maßnahme, die sofort umgesetzt wurde und mit der bereits signifikante Erfolge erzielt wurden: Dreimal am Tag werden die Patientinnen und Patienten nun nach ihren Schmerzen befragt. Und es gibt festgelegte Schemata, nach denen sie dann behandelt werden. So klagten vor dem Beginn der Optimierungsstrategie 70 Prozent der Patienten über Schmerzen in der Nacht. Mittlerweile sind es nur noch 27 Prozent.Der gesamte Abschlussbericht wird im November auf der internationalen Medizinfachmesse “Medica” in Düsseldorf vorgestellt.

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5 vor 12 – Die RWTH-Wissenschaftsnacht

Wissenschaft als Freitagabendunterhaltung am 10. November

Wissenschaft in ungewöhnlicher Form zu ungewöhnlicher Zeit als Freitagabendunterhaltung präsentieren - diese Idee steckt hinter dem Veranstaltungsangebot der RWTH-Wissenschaftsnacht „5 vor 12“.

Am 10. November wird die Aachener Hochschule Wissenschaft für alle Generationen auf unterhaltsame Art verständlich und greifbar machen. Ein breites Angebots an spannenden Vorträgen, Filmvorführungen und kabarettistischen sowie musikalischen Beiträgen sind Bestandteile des umfangreichen Programms.

Den Auftakt macht Professor Lutz Feld vom Lehrstuhl für Experimentalphysik mit seiner Vorlesung „Kann man Töne sehen?“. Durch insgesamt 20 Experimente werden ab 19.00 Uhr im Kármán-Auditorium an der Eilfschornsteinstraße, Hörsaal Fo 1, Kinder von acht bis zwölf Jahren auf teils spannende, teils verblüffende Weise in das Reich der Töne und des Schalls geführt. Wer im Anschluss tiefer in die Welt der Physik einsteigen möchte, ist ab 20.00 Uhr zum „Experimentieren mit den Naturgesetzen“ eingeladen.

Im Laufe des Abends öffnen vier Institute der Hochschule ihre Pforten. In der Wüllnerstraße 2 demonstrieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachgruppe für Rohstoffe und Entsorgungstechnik, welche Rolle Rohstoffe in unserem täglichen Leben spielen, wie sie gewonnen werden und warum jeder Mensch im Laufe seines Lebens 1.000 Tonnen Rohstoffe verbraucht. Einige Meter weiter wird im ehemaligen Heizkraftwerk der Hochschule gezeigt, dass Kohleverbrennung auch ohne CO2 –Emission möglich ist, und in der Versuchshalle des Instituts für Eisenhüttenkunde, Intzestraße, können die Besucher der Wissenschaftsnacht um 20.00 und 21.00 Uhr den Guss des neuen RWTH-Pferdes – eine Auszeichnung für ausgewählte Freunde und Partner der Hochschule – gemeinsam mit dem Rektor der Hochschule live erleben. Im Lehrstuhl für Oberflächentechnik werden Einblicke in die vielfältigen, alltäglichen Anwendungen von Beschichtungen gewährt, während das Institut für Hochspannungstechnik sein Labor mit „echten“ Blitzen erleuchtet.

Ein umfangreiches Vortragsprogramm beantwortet die Fragen nach der Erdbebensicherheit des Aachener Doms, der Fähigkeit von Computern, menschliche Eigenschaften zu erlangen, dem Operationssaal der Zukunft und den Geheimnissen der Tiefsee. Was es mit dem CO2-Fussabdruck auf sich hat, wird ebenso Thema sein wie die Rekorde der Baukunst.

Der Prozess der Wahrnehmung steht ab 20.30 Uhr im Mittelpunkt des Films „the making of“. Hierbei gewähren Neurobiologen, Neuroinformatiker und Neurophysiologen Einblicke in ihre Arbeit. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion unter Moderation von Axel Borrenkott, „Aachener Nachrichten“, werden die Regisseurin Viola Stephan, Dr. Rob van der Willigen, University Nijmegen, Professor Hermann Wagner, Institut für Biologie II der RWTH sowie Dr. Manfred Schmitz, Institut für Politische Wissenschaft, der Frage „Wie objektiv ist der Dokumentarfilm?“ nachgehen.

Cineasten kommen bei der Vorführung des preisgekrönten Films „Das Leben der anderen“ ebenso auf Ihre Kosten wie Freunde des Kabaretts. „AproProf“ ist der Titel des neuen Programms der Vtfive, fünf Professoren der Verfahrenstechnik, die den „deutschen Durchschnittsprofessor“ auf seiner Suche nach Ruhm, Elite und Geld entlarven. Studierende des Instituts für Romanistik leiten die Zuschauer bei dem „Projekt Inès de las Sierras“ zu den Schauplätzen eines Spukschlosses in den Pyrenäen. Grundlage des Theaterstücks mit Gänsehaut-Garantie bildete eine für die Wissenschaftsnacht entstaubte Fassung des gleichnamigen Stückes von Charles Nodier, dem Vater der Romantik.

Für musikalische Unterhaltung sorgt neben dem Jazztrio „Gerdband“ auch die Bigband der Hochschule. Das Kölner chill-Projekt „Turnmeister“ wird die diesjährige Wissenschaftsnacht ab 0.00 Uhr ausklingen lassen.

Für das leibliche Wohl sorgt während der gesamten Wissenschaftsnacht die Bar Museo im Foyer des Kármán-Auditoriums.

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5-Euro-Business-Wettbewerb geht in neue Runde - Studenten gründen Firma mit 5 Euro Startkapital

Die eigene Geschäftsidee erfolgreich umsetzen - mit nur fünf Euro Startkapital: Das ist die Aufgabe, die sich den Teilnehmern des 5-Euro-Business-Wettbewerbs an der Universität Erlangen-Nürnberg und der Fachhochschule Nürnberg stellt. In diesem Wintersemester geht der Wettbewerb für Studierende aller Fachrichtungen bereits in seine siebte Runde. Die Auftaktveranstaltungen finden am Dienstag, 7. November 2006, um 18 Uhr in Nürnberg, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, Seminarraum 5.152, Lange Gasse 20, sowie am Mittwoch, 8. November 2006, um 18 Uhr in Erlangen, Hörsaal 0.016, Kollegienhaus, Universitätsstraße 15, statt. Bei den Auftaktveranstaltungen werden auch zwei Teilnehmer der letzten 5-Euro-Business-Runde dabei sein und über ihre Erfahrungen berichten. Die angehenden Wirtschaftsingenieure Daniel Teichmann und Sven Ullrich hatten damals die Idee, auf der Rückseite von Kopien mit Anzeigen zu werben und boten damit Studierenden stark verbilligte Kopien und Unternehmen die Möglichkeit, sich die Aufmerksamkeit ihrer Zielgruppe zu sichern. Aus diesem Projekt ist inzwischen die Firma Kopiermanie GbR als Ausgründung hervorgegangen.

Die Praxis steht beim 5-Euro-Business-Wettbewerb im Vordergrund: Anders als bei Businessplan-Wettbewerben geht es hier um die tatsächliche Umsetzung einer Geschäftsidee in einem begrenzten Zeitraum. Die Jungunternehmer gründen für die Dauer eines Semesters eine real am Markt existierende Firma und sind während der ca. sieben Wochen dauernden Unternehmensphase gefordert, ein eigenes Netzwerk aufzubauen und ihre Geschäftsidee erfolgreich am Markt zu platzieren. Für professionelle Unterstützung während dieser Zeit ist gesorgt: Zum einen erhalten die Unternehmerteams durch erfahrene Referenten eine umfangreiche Zusatzausbildung in den Bereichen Marketing, Projektmanagement, Finanzierung und Recht. Zum anderen werden sie von Geschäftsleuten aus ortsansässigen Firmen begleitet. Mit ihrem Wissen aus der Praxis stehen sie den Jungunternehmern während der Unternehmensphase zur Seite. Am Ende des Projektes präsentieren die Teilnehmer bei der Abschlussveranstaltung ihre Geschäftsidee vor einer Jury. Die drei Besten werden dabei ausgezeichnet.

Ziel des 5-Euro-Business-Wettbewerbs ist es, den Gründergeist in den Hochschulen zu fördern sowie den Studierenden wirtschaftliche Zusammenhänge zu vermitteln. Ins Leben gerufen wurde er vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft zusammen mit *Hochsprung”, dem Hochschulprogramm für Unternehmens-Gründungen. Veranstaltet und organisiert wird der Wettbewerb in Erlangen und Nürnberg von der Kontaktstelle wtt der Universität Erlangen-Nürnberg. Gefördert wird 5-Euro-Business von der Interessengemeinschaft süddeutscher Unternehmer, vom Bayerischen Unternehmensverband Metall und Elektro und vom Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie sowie vom Europäischen Sozialfonds und von den Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft.

Weitere Informationen im Internet unter: www.5-euro-business.de

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Erste Industrieaufträge für die Bayreuther Fraunhofer Projektgruppe Prozessinnovation

Abgelegt unter: Bayreuth, Universität info @ 08:52

Projekte bei Schleifscheibenhersteller Dronco (Wunsiedel) und der Loewe AG (Kronach) Ein halbes Jahr nach dem Startschuß für die Fraunhofer Projektgruppe Prozessinnovation stehen bereits die ersten Projektergebnisse vor dem industriellen Einsatz in der Region. Gemeinsam mit Fraunhofer-Kollegen aus Stuttgart haben die Fachingenieure der Projektgruppe erfolgreich zwei Unternehmen aus der Region Oberfranken kompetent und innovativ beraten und so deren Zukunftsaussichten im globalen Wettbewerb weiter verbessert, so Professor Dr.-Ing. Rolf Steinhilper (Lehrstuhl Umweltgerechte Produktionstechnik), der die Federführung in Bayreuth hat.

Eins ist die Dronco AG in Wunsiedel, die jährlich ca. 26 Millionen Trenn- und Schleifscheiben produziert. Derzeit bereits Nummer drei in der Welt, ist die Firma dennoch ständig bemüht, ihre Produkte und Produktionsprozesse weiter zu entwickeln und zu verbessern.

Es war ja auch dem Engagement des Vorstandschefs von Dronco, Herrn Hermann Bröker, mit zu verdanken, dass die Entscheidung für Bayreuth bei der Installation der neuen Fraunhofer Projektgruppe so zügig erfolgt ist. Es lag also nahe, dass das erste Projekt der Forschungsgruppe dann auch in Wunsiedel bei Dronco stattfinden sollte. “Wir wollen weiter nach vorne, wir wollen die ersten hier in der Region sein, die von der neuen Kompetenz profitieren können.”, so Bröker im Frühjahr.

Das erste Projekt “Wertstromdesign” ist bereits abgeschlossen. Es hatte eine neu erarbeitete Produktionsstruktur zum Ergebnis, für deren Umsetzung das nächste Projekt bereits terminiert ist.

Ein weiteres erfolgreiches Projekt konnte bei der Loewe Opta AG in Kronach realisiert werden. Loewe, vor großen Herausforderungen durch die rasante Entwicklung der Plasma- und LCD-Technologie, hatte sich die Kompetenz aus Bayreuth/Stuttgart vor allem eingeladen, um angesichts steigender Produktionszahlen bei Flachbildschirmen mit großen Bildschirmdiagonalen flexible und erweiterbare neue Produktions- und Montagelinien zu entwickeln. In dem Werk, das jahrzehntelang auf die Montage von Bildröhrenfernsehern hin optimiert worden war, wird nun ein neues, in konstruktiven und teils auch kontroversen Diskussionen im Projektteam erarbeitetes, maßgeschneidertes Montagesystem installiert werden.

Ein “Loewe Modus 42”. Der Trend geht zu Bildschirmdiagonalen größer 42 Zoll – eine Herausforderung für die Bayreuther Projektgruppe Prozessinnovation.

Der Aufbau der neuen Fraunhofer Projektgruppe ist somit in vollem Gange. Einige neue Mitarbeiter konnten für die anstehenden Aufgaben bereits gewonnen werden, doch die Anfragen seitens der Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen – nicht nur aus der Region Oberfranken – können derzeit gar nicht alle gleichzeitig bearbeitet werden. “Die Kompetenz haben wir, jetzt müssen wir nur noch unsere Kapazität weiterentwickeln.”, so Prof. Steinhilper. Dies wird im Laufe der nächsten Zeit erfolgen.

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Aktiv gegen Trunkenheit im Straßenverkehr

Abgelegt unter: Greifswald, Ernst-Moritz-Arndt-Universität info @ 08:49

Interdisziplinäre Forschungsgruppe gibt Empfehlungen für straffällige Trunkenheitsfahrer

Fast drei Viertel aller Trunkenheitsfahrer (73,7%) fehlt es an einem angemessenen Problembewusstsein, wenn es darum geht, die Trunkenheitsfahrt als Symptom eines missbräuchlichen Umgangs mit Alkohol zu erkennen. Eine frühzeitige aktive Informationspolitik bei alkoholauffälligen Fahrern wirkt sich positiv auf die Bereitschaft aus, an Beratungsmaßnahmen teilzunehmen und fördert damit letztlich auch die Straßenverkehrssicherheit. Dies sind die zentralen Erkenntnisse im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Uni Greifswald geförderten interdisziplinären Projektes, das im Untersuchungszeitraum zwischen November 2002 und Mai 2005 durchgeführt und jetzt veröffentlicht wurde. Gemeinsam analysierten Wissenschaftler am Lehrstuhl für Kriminologie und der Abteilung Sozialpsychologie/Arbeits- und Organisationspsychologie unter der Leitung von Prof. Frieder Dünkel und Prof. Manfred Bornewasser Möglichkeiten für ein „Aktives Gesundheitsmanagement im Kontext von Straftaten unter Alkoholeinfluss am Beispiel Trunkenheit im Straßenverkehr“, so der Titel der Studie.

Anhand eines experimentellen Versuchdesigns wurden die Bedingungen der frühzeitigen Teilnahme von Trunkenheitsfahrern an Rehabilitationsmaßnahmen untersucht. Ziel war es herauszufinden, mit welchen Methoden und unter welchen Bedingungen alkoholauffällige Fahrer sich bereit erklären, an langfristigen Beratungsmaßnahmen teilzunehmen. Dabei ging es um die Klärung der Frage, ob eine größere Anzahl von delinquenten Verkehrsteilnehmern an rückfallvermeidenden Aufbau- und Trainingsmaßnahmen teilnimmt und woran gegebenenfalls eine effiziente Zuweisung scheitert. Dazu wurde zunächst ein gezieltes und aktives Beratungsangebot entwickelt und dessen Wirkung auf die Teilnahmequote an Behandlungsmaßnahmen evaluiert. Insgesamt wurden 3.439 Trunkenheitsfahrer in der Untersuchungsregion Mecklenburg-Vorpommern regional in unterschiedliche Gruppen (Mecklenburg, N=1988 und Vorpommern, N = 1451) unterteilt, um mittels einer pro-aktiven Vorgehensweise (= direkter Kontakt mit auffälligen Fahrern) die Bereitschaft zur frühzeitigen Teilnahme an Beratungsmaßnahmen zu erkunden. Fragebogenerhebungen dienten der Überprüfung des Problembewusstseins alkoholauffälliger Fahrer, der Identifikation hemmender und motivierender Faktoren für eine frühzeitige Teilnahme sowie der Überprüfung der Teilnahmeraten.

Die empirischen Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass sich eine pro-aktive Informationsstrategie als besonders wirksam auf die Erhöhung der Teilnehmerzahl auswirkt, wenn es darum geht, Trunkenheitsfahrer für Rehabilitationsmaßnahmen zu gewinnen. Demzufolge führt eine frühzeitige Information von alkoholauffälligen Fahrern unter Einbeziehung aller Informationskanäle beispielsweise durch die Polizei, Informationsblätter oder persönliche Einladungen zu einem kostenlosen Beratungsgespräch zu einer signifikanten Erhöhung der Inanspruchnahme von Beratungsleistungen. So entschieden sich 80% der Fahrer, die ein Beratungsgespräch in Anspruch genommen haben, für die Teilnahme an einer längerfristigen Maßnahme.

Negativ wirken sich hingegen mangelhafte und nicht zeitgerechte Informationen über mögliche Maßnahmen sowie über mögliche Vorteile der Teilnahme an Beratungsleistungen aus, um Fahrer für ein bestehendes Rehabilitationsangebot zu bewegen. Zudem behindern alltägliche Barrieren, wie beispielsweise Probleme bei der Organisation der Anfahrt, die Teilnahme an Beratungsangeboten.

Um die jeweiligen Delinquenten langfristig für eine Teilnahme an Rehabilitationsmaßnahmen zu gewinnen, empfehlen die Wissenschaftler der Universität Greifswald, die Vorteile der Schulungsmaßnahmen, beispielsweise den frühen Rückerhalt der Fahrerlaubnis oder die gesundheitlichen Vorteile, stets transparent zu machen. Insgesamt sind die Handlungsschritte für auffällige Fahrer so konkret wie möglich zu gestalten und in ein aktives Gesundheitsmanagement einzubeziehen.

Hintergrund

Im Allgemeinen gilt jeder Alkoholauffällige im Straßenverkehr als Trunkenheitsfahrer; nur bei einer Atemalkoholkonzentration (AAK) über 1,1 Promille oder über 0,3 mit zusätzlicher Fahrauffälligkeit wird eine Blutprobe gemäß Straßenprozessordnung (StPO) angeordnet. Ansonsten ist eine beweissichere AAK-Kontrolle ausreichend. Unter Trunkenheitsfahrer werden in dieser Studie diejenigen Fahrer summiert, die als alkoholisierte Straßenverkehrsteilnehmer auffällig geworden sind und bei denen nach §81a der Straßenprozessordnung eine Blutprobe entnommen wurde.

Generell nehmen Trunkenheitsfahrer selten frühzeitig an Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Kriminalprävention teil. In der Regel erfolgt eine Teilnahme erst unter repressiven Bedingungen oder hohem Leidensdruck (zum Beispiel nach negativ verlaufener Begutachtung der Fahreignung) lange Zeit nach einem Delikt. Die Folgen sind neben gesundheitlichen Problemen aufgrund des hohen Alkoholkonsums auch hohe Rückfallraten und somit ein hohes Risiko für die Straßenverkehrssicherheit. Häufig kommt es zu einem Langzeitverlust der Mobilität, der besonders in wirtschaftsschwachen Regionen mit defizitären öffentlichen Verkehrsnetzen zu einer Verschärfung der Problemlagen führen kann, da der Führerscheinverlust häufig auch den Verlust des Arbeitsplatzes bedeutet. Eine frühzeitige Teilnahme an angemessenen Rehabilitationsmaßnahmen, die zu einer frühzeitigen Wiederherstellung der Kraftfahrereignung führt, ist daher wünschenswert.

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