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6. November 2006

Mozart und Freud

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 21:20

Zum 10-jährigen Bestehen seiner Vortragsreihe zu Kunst, Psychotherapie und Kultur lädt der Förderverein Musiktherapie an der Westfälischen Wilhelms-Universität zu einer Jubiläumsveranstaltung zum Thema “Mozart und Freud” ein. Die Veranstaltungen beginnen mit einem Konzertabend am 10. November 2006 um 20 Uhr und werden fortgesetzt mit einem Vortrag am 11. November um 10 Uhr. Beide Veranstaltungen finden in den Räumen der Katholischen Studenten- und Hochschulgemeinde (KSHG) an der münsterschen Frauenstraße 3 - 7 statt. Der Eintritt kostet jeweils sechs Euro, beide Veranstaltungen zusammen zehn Euro (ermäßigt vier und sechs Euro). Das Programm versteht sich als Beitrag zum Jubiläumsjahr anlässlich des 250. Geburtstages von Wolfgang Amadeus Mozart und des 150. Geburtstages von Sigmund Freud. Beide haben - in unterschiedlicher Weise - das Denken und Fühlen und darüber hinaus die Einsicht in seelisches Geschehen beeinflusst und verändert, was sich bis heute in vielfältigen Forschungsfragen und Anregungen zur Musik- und Psychotherapie niederschlägt.

Das Konzertprogramm besteht aus Werken von Mozart mit dem Titel “Mozart in unterschiedlichen und ungewöhnlichen Besetzungen”. Auf dem Programm stehen das Divertimento in F-Dur für Streichquartett, das Menuett aus dem Klarinettenquintett in A-Dur, verschiedene bekannte Arien aus den Opern “Don Giovanni”, “Die Hochzeit des Figaro” und “Die Zauberflöte” für Bariton, Sopran und Klavier, die Violinsonate in Es-Dur, die Kleine Nachtmusik für Blechbläser, drei frühe Werke (op. 2, 3 und 15), gespielt auf dem Marimbaphon und ein Adagio für Glasharmonika, vorgetragen auf dem Akkordeon.

Mitwirkende sind Michael Nonhoff (Bariton), Ruth Bettels (Sopran), Matthias Reuland (Violine), Daria Weyers (Klarinette), Ulle Pfefferle und Esther Laug (beide Klavier), Ivan Ivanov (Akkordeon), Lars Ahrens (Marimbaphon), Heide Bertram und Michael Schmutte (beide Sprecher), das Philippiquartett und das Blechbläserensemble Galaxy Brass.

Als Referent der Vortragsreihe, die vor zehn Jahren mit Gaetano Benedetti und einem Vortrag zur Psychotherapie der Psychosen begann, konnte diesmal einer der renommiertesten Psychotherapieforscher mit dem Schwerpunkt der Erforschung unbewusster Prozesse gewonnen werden. Der Jubiläumsvortrag wird gehalten von Prof. Dr. Michael B. Buchholz (Göttingen) zum Thema: “Das Ich ist vor allem ein körperliches - Freud und die Metaphern der Bewegung.” Prof. Buchholz ist Psychoanalytiker in privater Praxis und außerplanmäßiger Professor an der Universität Göttingen. Seine Forschungsschwerpunkte sind Qualitative Forschung in der Psychotherapie, Metaphernanalyse, Familientherapie und Probleme der psychoanalytischen Profession.

Der Förderverein Musiktherapie, der sich seit seiner Gründung die Förderung und Unterstützung des Zusatzstudienganges Musiktherapie an der Universität Münster zur Aufgabe gemacht hat, will mit der Einladung von Prof. Buchholz zu einem Gastvortrag und mit dem Konzert einen Beitrag dazu leisten, das Interesse an der Erforschung seelischer und musikalischer Prozesse zu fördern.

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Prof. Richard Schröder spricht beim Symposium: „Religion in Ost und West zwischen 1945 und 1989“

Abgelegt unter: Berlin, Humboldt-Universität — info @ 21:10

3. Januskopf-Symposium der DKB Stiftung am 11. und 12. November 2006 Die Stiftung der Deutschen Kreditbank AG, die DKB Stiftung für gesellschaftliches Engagement, lädt am 11. und 12. November 2006 zum 3. Januskopf-Symposium mit dem Thema „Religion in Ost und West zwischen 1945 und 1989: Erfahrungen – Entwicklungen - Perspektiven“ auf Schloss und Gut Liebenberg (rund 60 km nördlich von Berlin) ein. Prof. Dr. Richard Schröder, Theologe der Humboldt-Universität, wird zum Thema „Denken im Zwielicht“ sprechen.

In sieben Vorträgen und zwei Podiumsdiskussionen werden ausgewiesene Fachleute aus Wissenschaft und Forschung die Problematik der Ausübung der verschiedenen Religionen und die Funktion der Kirchen in der ehemaligen DDR beleuchten. Weitere Themen sind die Kontakte und Kooperationen zwischen ost- und westdeutschen Kirchen und die gegenseitige Wahrnehmung und Erfahrungen in Ost und West. Die DDR-Kirchenpolitik und die Friedensbewegung werden ebenso Gegenstand der Erörterungen sein wie die Probleme des heutigen Wertewandels und die elementare Frage: „Braucht der Mensch Religion?“.

Am 11. November um 13:00 Uhr eröffnet das Symposium Dr. Peter Kahn, Vorsitzender des Kuratoriums der DKB Stiftung für gesellschaftliches Engagement. Einen einleitenden Vortrag zur „Gesamtsituation der Juden unter Berücksichtigung der DDR“ hält die jüdische Religionswissenschaftlerin Ruth Lapide, die für Ihre Arbeiten zur Förderung der Verständigung zwischen Juden und Christen, Israel und Deutschland mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Um 14:00 Uhr berichtet der Berliner Prälat Gerhard Lange über den „gelebten christlichen Glauben in der Konfrontation mit dem politisch-weltanschaulichen Anspruch des real-existierenden Sozialismus in der DDR“. Ab 15:15 Uhr wird Prof. Dr. Richard Schröder, Theologe an der Humboldt-Universität zu Berlin und Mitglied im Nationalen Ethikrat, unter dem Titel „Denken im Zwielicht“ die Konflikte von Religion, Kirchenpolitik und Hochschullehre in der DDR verdeutlichen. Ab 16:00 Uhr hält Dr. Erhart Neubert, Fachbereichsleiter der Abteilung Bildung und Forschung beim Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR und Vorstandsmitglied der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, einen Vortrag über die Bürgerbewegungen im Spiegel der evangelischen Kirche in der DDR. Um 17:15 Uhr beginnt die Podiumsdiskussion zum Thema „religiöse und religionspolitische Erfahrungen, Kooperationen und gegenseitige Wahrnehmung zwischen Ost und West“.

Am 12. November um 10:30 Uhr wird Prof. Dr. Peter Steinbach, Historiker an der Universität Fridericiana in Karlsruhe und wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin, über “religiöse Motive des Widerstandes in der DDR und ihre Bewertung in der Bundesrepublik Deutschland“ sprechen. Anschließend referiert Prof. Dr. Heiner Meulemann vom Institut für angewandte Sozialforschung an der Universität zu Köln zum Wertewandel in West- und Ostmitteleuropa seit dem Fall des „eisernen Vorhangs“. Ab 13:45 Uhr zieht der Kirchenmusiker und Musikwissenschaftler Habakuk Traber einen Ost-West Vergleich zur neuen Spiritualität in Kunst und Kultur. Um 14:30 Uhr beginnt die abschließende Podiumsdiskussion mit dem Thema: „Wertewandel, religiöse Entwicklungen und Perspektiven für das geeinte Deutschland und die EU - Braucht der Mensch Religion?“

Die DKB Stiftung für gesellschaftliches Engagement wurde am 21.10.2004 in Berlin gegründet. Die satzungsgemäßen Ziele sind u.a. die Förderung von Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung, die Belange der Kinder- und Jugendhilfe, des Sports sowie der Kunst und Kultur.

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Der medizinische Behandlungsfehler - 3. Deutsch-Türkisches Symposium zum Medizin- und Biorecht

Abgelegt unter: Augburg, Universität — info @ 21:09

Die zivilrechtliche Arzthaftung, Alternativen zur Arzthaftung, der Arzthaftungsprozess und seine Konsequenzen, der Behandlungsfehler und Strafrecht: diese Stichworte umreißen das Themenspektrum des 3. Deutsch-Türkischen Symposiums zum Medizin- und Biorecht, das am 10. und 11. Nov. 2006 an der Universität Augsburg stattfindet. Organisiert wird die Tagung, die der Öffentlichkeit zugänglich ist und zu der insbesondere die Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich eingeladen sind, von Prof. Dr. Henning Rosenau, Inhaber des Augsburger Lehrstuhls für Deutsches, Europäisches und Internationales Straf- und Strafprozessrecht, Medizin- und Biorecht. Unheilvoller Weg in defensive Medizin

Namhafte Medizin- und Biorechtler werden sich bei dem Augsburger Symposium mit der Frage auseinandersetzen, ob die in den letzten Jahren vollzogene Entwicklung hin zu einer Verrechtlichung der Medizin an ihre Grenzen stößt. Manche sprechen von einer Hypotrophie des Arzthaftungsprozesses. Es lässt sich damit einerseits ein unheilvoller Weg in eine defensive Medizin befürchten.

Belastungen des Arzt-Patienten-Verhältnisses

Auf der anderen Seite haben betroffene Patienten oft Schwierigkeiten, in langjährigen Prozessen ihre Rechte durchzusetzen. Hier haben die Zivilgerichte geholfen, indem es nicht mehr auf den Behandlungsfehler als solchen ankommen soll, sondern auf eine mangelnde Aufklärung oder fehlende Dokumentation des Behandlungsverlaufs. Es bleiben aber Defizite, und dieser Ausweg der Rechtsprechung ist auch wenig befriedigend. Das Arzt-Patienten-Verhältnis leidet. Der Arzt kann sich aufgrund der Haftungsrisiken nicht ausschließlich auf die Behandlung konzentrieren. Das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient wird belastet. Sobald der Staatsanwalt ins Spiel kommt, hat diese unbefriedigende Dogmatik besonders prekäre Auswüchse.

Denkbare Alternativen

“Wir wollen vor diesem Hintergrund u. a. erörtern, ob die Arzthaftung durch ein Versicherungsmodell nach skandinavischem Vorbild abzulösen ist”, erläutert Professor Rosenau. Auch seien Präventionsmodelle denkbar, die etwa aus dem technischen Bereich zur Abwehr von technischen Risiken stammen könnten.

Wertvolle Anregungen aus deutsch-türkischem Dialog

Mit der Tagung wird zugleich der deutsch-türkische Dialog in medizinrechtlichen und medizinethischen Fragen fortgesetzt. Es handelt sich bereits um die dritte Tagung dieser Art, nun zum ersten Mal auf deutschem Boden. Die Türkei hat kein unüberschaubares Arzthaftungssystem wie Deutschland. Man ist dort erst im Begriff, bei der medizinischen Behandlung auch in haftungsrechtlichen Kategorien zu denken. Erste Patientenrechtebüros sind in den türkischen Kliniken installiert worden. Die türkischen Vorstellungen können vor diesem Hintergrund eine wertvolle Anregung über einen Rückbau des vielleicht zu weit gehenden deutschen Haftungssystems geben. Zugleich kann das türkische Medizinrecht von den deutschen Erfahrungen in bester rechtsvergleichender Tradition profitieren.

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Universität im Rathaus: Sportinformatik

Abgelegt unter: Mainz, Johannes Gutenberg-Universität — info @ 21:08

Professor Jürgen Perl erläutert am 14. November, wie Computer und Informatik den Anforderungen im Profi-, aber auch Gesundheitssport Rechnung tragen

Sie wirkt und arbeitet meist unsichtbar, dabei hat sie wie kaum eine andere Wissenschaft unser Leben und unseren Alltag revolutioniert: Die Informatik findet sich heute überall. Ob im E-Commerce, in der Unterhaltungselektronik oder der Medizintechnik, ob beim Katastrophenmanagement, bei Analysetechniken im Hochleistungssport oder ganz simpel in Haushaltsgeräten — versteckt lenken, regulieren, messen und warnen die neuen Technologien. Aus Anlass des Informatikjahres 2006 möchte die Reihe “Universität im Rathaus” das Interesse für die digitale Entwicklung unserer Gesellschaft wecken. In dieser Reihe hält Univ.-Prof. Dr. Jürgen Perl vom Institut für Informatik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am Dienstag, 14. November, um 20 Uhr im Ratssaal des Mainzer Rathauses einen Vortrag zum Thema “Sportinformatik: Computer unterstützen Profis und machen Fitness gesünder”. Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.

Wie muss ich laufen, um abzunehmen? Wie muss ich trainieren, um schneller zu werden? Welches taktische Konzept hätte die Mannschaft wählen sollen, um zu gewinnen? Fragen, auf die viele verschiedene Antworten möglich sind. Zwar gibt es einerseits klare Richtlinien von Sportwissenschaftlern, Sportmedizinern und Trainern, andererseits erfordert jeder Einzelfall eine individuelle Behandlung. Hierzu sind aber zunächst Informationen notwendig — beispielsweise über Gesundheits- und Trainingsstand eines Athleten oder über die technischen und taktischen Fähigkeiten der Spieler einer Mannschaft.

Mit Hilfe des Computers können solche Informationen schnell und exakt zu einer Lösung verarbeitet werden — allerdings nur unter der Voraussetzung, dass man weiß “wie” — nämlich: Wie wirkt sich das Training auf meinen Körper aus, und wie kann ich vermeiden, mich zu überlasten? Wie gut war unser taktisches Konzept, und wie könnte es eventuell verändert werden? Die immer höheren Anforderungen im Profisport, aber auch die wachsende Bedeutung von Fitness und Gesundheitssport stellen Herausforderungen an die Betreuung im Sport dar, die ohne Computer und Informatik zukünftig nicht bewältigt werden können.

Der Referent Univ.-Prof. Dr. Jürgen Perl, 1944 geboren; 1971 Promotion in Mathematik an der FU Berlin; 1974 Habilitation in Informatik an der TU Berlin; 1975 Professur für Angewandte Mathematik und Informatik an der Universität Osnabrück; 1984 Professur für Angewandte Informatik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zu seinen Arbeitsgebieten zählen neben Software-Entwicklung und Modellbildung speziell die interdisziplinären Schwerpunkte Medizin- und Sportinformatik. Sein zentraler methodisch-konzeptioneller Anspruch besteht in der unmittelbaren Verknüpfung von theoretischem Ansatz und praktischer Umsetzung.

Die nächsten Vorträge in dieser Reihe:

Veranstaltungsort: Rathaus, Ratssaal, jeweils 20 Uhr. Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.

5. Dezember 2006 Der digitale Mensch. Virtuelle Realität im Kino. Dr. Susanne Marschall, Filmwissenschaft, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

12. Dezember 2006 Geodienste im Internet — am Beispiel aktueller Anwendungen wie Katastrophenmanagement oder Geschichte. Prof. Dr. Alexander Zipf, Geoinformatik, Fachhochschule Mainz

9. Januar 2007 Bioinformatik — Wie “dumme Computer” Vorhersagen über komplexe biologische Vorgänge im Menschen machen können. Dr.-Ing. Ernst Althaus, Institut für Informatik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

16. Januar 2007 Erfolge und Misserfolge — eine heiter bis kritische Betrachtung der Informatik in unserer Gesellschaft. Prof. Dr. Christian Petri, Wirtschaftsinformatik, Fachbereich III: Wirtschaftswissenschaften, Fachhochschule Mainz

6. Februar 2007 Musikinformatik — Von der antiken Musiktheorie zum modernen Computer. Dr. rer. nat. Albert Gräf, Musikwissenschaftliches Institut, Bereich Musikinformatik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

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Bienen können ihren Tagesablauf planen

Abgelegt unter: Würzburg, Julius Maximilians-Universität — info @ 21:06

Bienen besuchen Blüten und sammeln dort Nektar und Pollen. Diese Aufgabe scheint einfach. Tatsächlich aber ist sie sehr kompliziert: Die Blüten sehen jeweils anders aus, stehen an unterschiedlichen Orten und produzieren den Nektar in unterschiedlichen Mengen - und das auch noch zu unterschiedlichen Tageszeiten. Um unter diesen Umständen einen Sammelausflug möglichst gewinnbringend gestalten zu können, wäre eine Vorausplanung des Arbeitsprogramms sinnvoll. Und in der Tat besitzen Honigbienen genau dafür das nötige Rüstzeug, wie Forscher aus Würzburg und Canberra herausgefunden haben. Shaowu Zhang von der Australian National University in Canberra sowie Sebastian Schwarz, Mario Pahl und Jürgen Tautz vom Biozentrum der Universität Würzburg haben erstmals nachgewiesen, dass Honigbienen rasch lernen, zur richtigen Zeit am rechten Ort das jeweils Richtige zu tun. Die Bienen sind somit prinzipiell dazu in der Lage, ein vorher festgelegtes Tagesprogramm abzuarbeiten.

Wie sie zu dieser Erkenntnis gelangt sind, beschreiben die Wissenschaftler in der neuesten Ausgabe des *Journal of Experimental Biology”. Sammelbienen, die zwischen ihrem Nest und einer Futterstelle hin- und herflogen, bekamen an jedem der beiden Ziele zwei unterschiedlich gemusterte Zugänge angeboten. Einer davon führte zum Futter oder ins Nest, der andere dagegen endete in einer Sackgasse.

In einem ersten Experiment wurde den Bienen an beiden Orten die gleiche Auswahlmöglichkeit angeboten, wobei die richtigen Zugänge jeweils identisch markiert waren. Allerdings wechselte das Muster, das zum ersehnten Ziel (Futter oder Nest) führte, vom Vormittag auf den Nachmittag. *Dabei lernten die Bienen sehr rasch, die Tageszeit mit dem jeweils Erfolg versprechenden Muster zu verbinden”, so Tautz.

In einer weiteren Komplizierung des Testes bekamen die Bienen am Futterplatz und am Nesteingang die optische Kennzeichnung so dargeboten, dass das Muster, das am Nesteingang richtig war, am Futterplatz falsch war und umgekehrt. Auch hier lernten die Bienen schnell, sich darauf einzurichten. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, wechselten auch bei dieser Versuchsanordnung *richtig” und *falsch” vom Vormittag auf den Nachmittag. Aber auch jetzt noch lernten die Bienen mit einer geringen Fehlerrate, an welchem Ort und zu welcher Zeit ein Muster richtig und an welchem Ort es falsch ist.

*Das bedeutet, dass Honigbienen die Information über Ort, Zeit und den dazugehörigen Handlungsbedarf als Arbeitsprogramm abspeichern und entsprechend umsetzen können”, erklärt der Würzburger Bienenexperte. Ob Honigbienen auf der Grundlage dieser Fähigkeiten ihre Handlungen und den Ablauf eines Tagesprogramms tatsächlich auch planen, können die Forscher nicht sagen. Das Rüstzeug dafür besitzen die Insekten aber auf jeden Fall.

Zhang, S., Schwarz, S., Pahl, M., Hong Zhu and J. Tautz: *Honeybee memory: A honeybee knows what to do and when”, Journal of Experimental Biology 2006: 209, Seiten 4420 - 4428, DOI 10.1242/jeb.02522

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Wissenschaftspreise für Krebsforscher

Erfolgs-Reihe für die Krebsforscher der Frauenklinik am Universitätsklinikum Erlangen (Direktor: Prof. Dr. Matthias W. Beckmann): Dr. Peter Andreas Fasching erhielt jetzt den prestigeträchtigen Schmidt-Matthiesen-Wissenschaftspreis der Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie (AGO) für seine Arbeit über Entstehungsmechanismen von Gebärmutterschleimhaut-Krebs. Mit dem 3. Posterpreis der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) wurde in Berlin die Arbeit von Dr. Sven Ackermann zum Gebärmutterhalskrebs während der Schwangerschaft ausgezeichnet. Von der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) in Dresden erhielt Bettina Kollmannsberger einen Posterpreis für ihre Arbeit zum Einfluss auf Übelkeit und Erbrechen unter Chemotherapie.

Schmidt-Matthiesen-Wissenschaftspreis
Dr. Peter Andreas Fasching wurde mit dem prestigeträchtigen Schmidt-Matthiesen-Wissenschaftspreis der Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie (AGO e.V.) ausgezeichnet. Aus 17 Bewerberinnen und Bewerbern aus verschiedenen Universitätskliniken wurde neben einer Arbeit aus Frankfurt seine Arbeit von einem unabhängigen Gutachtergremium als preiswürdigste Arbeit auserwählt. Die Arbeitsgruppe von Dr. Fasching beschäftigte sich mit den Entstehungsmechanismen von Gebärmutterschleimhaut-Krebs (Endometriumkarzinom). Das Zusammenspiel von Hormonen und deren Rezeptoren deutet auf die Beteiligung von Genen hin, die in der Wachstumsstimulation beteiligt sind. Diese können zum einen hormonabhängig aber auch hormonunabhängig sein. Es konnte in den Gewebeproben von Patientinnen mit Gebärmutterschleimhaut-Krebs eine spezielle Zellpopulation identifiziert werden, die so genannten Riesenzellen. Dieses ist normalerweise nur charakteristisch für den Mutterkuchen. Die Arbeiten von Dr. Fasching konnten zeigen, dass in Gebärmutterschleimhaut-Krebs ein spezielles Gen, das so genannte Syncytin, anders reguliert ist und dazu führt, dass zum einen die Zellen wachsen, zum anderen aber auch sich zu Großzellen vereinigen. Diese Arbeiten geben Anhalt dafür, wie Gebärmutterschleimhaut-Krebs sich in den Frühformen entwickelt. Das Gleichgewicht zwischen Zellwachstum und dessen Kontrolle ist so verständlicher und kann gezielte therapeutische Ansätze unterstützen.

DGGG-Posterpreis
Im Rahmen der 56. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in Berlin wurde die Arbeit von Dr. Sven Ackermann mit dem Titel: *Management von Frauen mit histologisch gesichertem Carcinoma in situ des Gebärmutterhalses in der Schwangerschaft” mit dem 3. Posterpreis des Gebietes für Gynäkologische Onkologie ausgezeichnet. Die Arbeitsgruppe von Dr. Ackermann beschäftigte sich mit dem Vorgehen bei insgesamt 83 schwangeren Frauen mit nachgewiesener unmittelbarer Vorstufe eines Gebärmutterhalskrebses während der Schwangerschaft. Das übliche Vorgehen außerhalb der Schwangerschaft, die operative Entfernung der auffälligen Veränderungen, verursacht bei schwangeren Frauen eine hohe Rate an Komplikationen, insbesondere heftigen Blutungen und Frühgeburten. Die Erlanger Arbeitsgruppe entschied sich daher gegen die Operation und engmaschige Kontrolle bei den Patientinnen bis zur Geburt durchzuführen. Eine Operation erfolgte erst nach der Entbindung. Die Wissenschaftler der Erlanger Frauenklinik konnten zeigen, dass dieses Vorgehen sicher ist. Daneben fanden sie heraus, dass bei 27,2 Prozent der Frauen die zuvor gesicherten Zellveränderungen nach der Geburt spontan verschwanden. Diese Ergebnisse an der bislang größten Gruppe schwangerer Frauen mit dieser Krebsvorstufe in der medizinischen Literatur werden das Vorgehen bei Schwangeren mit einem Carcinoma in situ des Gebärmutterhalses zukünftig maßgeblich beeinflussen.

DGS-Posterpreis
Auf der 26. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) in Dresden wurde die Arbeit von Bettina Kollmannsberger mit dem Titel *Polymorphismen des 5-HT3-Rezeptors haben einen Einfluss auf Übelkeit und Erbrechen unter Chemotherapie bei Brustkrebspatientinnen” mit einem Posterpreis der DGS ausgezeichnet. Die Arbeitsgruppe von Kollmannsberger beschäftigte sich aufgrund der individuellen unterschiedlichen Wirksamkeit einer antiemetischen Therapie mit Serotoninrezeptor-Antagonisten wie z. B. Ondansetron. Bei Brustkrebspatientinnen unter Chemotherapie besteht die Frage nach Prädiktoren für das Ansprechen dieser supportiven Wirkstoffe. Mit Hilfe einer molekulargenetischen Analyse des Serotoninrezeptors konnte ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Übelkeit und Erbrechen und genetischen Polymorphismen in diesem Rezeptor nachgewiesen werden.

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Studenten aus Sachsen punkten mit ihrem Ökomobil

Abgelegt unter: Chemnitz, Technische Universität — info @ 10:05

Team “Fortis Saxonia” an der TU Chemnitz erhielt das Wissenschafts-Ass beim Wettbewerb “Sachsen Asse 2006″ Sie sind kreativ und engagiert, gehen neue Wege und produzieren Innovationen. Gemeint sind die “Sachsen-Asse 2006″, die am vergangenen Samstag während eines Festaktes im Neuen Leipziger Rathaus geehrt wurden. Etwa 200 Vorschläge gingen zuvor beim Veranstalter, der Sachsen Asse Stiftung, ein, darunter zehn im Bereich Wissenschaft. Am Ende hatte in dieser Kategorie das Studententeam “Fortis Saxonia” an der TU Chemnitz die Nase vorn. Es erhielt im Beisein des sächsischen Ministerpräsidenten Prof. Dr. Georg Milbradt den vom Wochenspiegel Sachsenverlag gestifteten und mit 1.000 Euro dotierten Medienpreis.

Das 24-köpfige Team von Studenten und Absolventen der TU Chemnitz sowie der Fachhochschule Mittweida hat in den vergangenen zwei Jahren in Chemnitz das energieeffiziente, brennstoffzellengetriebene Fahrzeug Sax 1 entwickelt. Mit dem Ein- Mann-Fahrzeug nahmen sie im Mai 2006 zum zweiten Mal am Shell Eco-marathon in Südfrankreich teil und belegten unter 255 Teams aus 21 Ländern den zwölften Platz. Ziel des seit 1985 regelmäßig veranstalteten Shell Eco-marathons ist es, mit dem Energiegehalt von einem Liter Benzin eine größtmögliche Reichweite zu erzielen. Für das Chemnitzer Sparmobil wurde eine Distanz von 1.742 Kilometern ermittelt. Fortis Saxonia war eines von vier deutschen Teams, die am Shell Eco-marathon 2006 teilgenommen haben, und zugleich der einzige sächsische Teilnehmer.

In ihrer Laudatio lobte Shell-Sprecherin Barbara Gamalski die “starken Studenten aus Sachsen”: “Sie haben Theorie und Praxis kombiniert und so eine technische Höchstleistung erbracht. Sie haben Teamgeist entwickelt und interdisziplinär zusammengearbeitet und ein Fahrzeug entwickelt, das einen realistischen Ausblick auf eine umweltgerechte Mobilität der Zukunft gibt.” Gamalski hob nicht nur die Professionalität hervor, mit der die jungen Leute ihr Projekt technisch weiterentwickelt haben, Budgets kalkuliert und Geldgeber gefunden haben, Verträge verhandelt und Interviews gegeben haben. “Das Chemnitzer Team hat zu jeder Zeit auch geteilt: Die Tür ihrer Werkstatt stand jedem offen, Informationen wurden bereitwillig weitergegeben, neue Interessenten für die Idee des Shell Eco-marathons gewonnen und für ihre Heimat Sachsen und die TU Chemnitz kontinuierlich geworben”, so die Shell-Sprecherin.

Zurzeit ist das Team dabei, ein Nachfolgemodell für das aktuelle Fahrzeug Sax 1 zu entwickeln. Das Sax 2 genannte Fahrzeug wird eine komplett neue Karosserie erhalten und hinsichtlich Luftwiderstand und Gewicht deutlich verbessert werden. Außerdem soll der Brennstoffzellen-Antrieb optimiert werden. TU-Rektor Prof. Dr. Klaus-Jürgen Matthes, der an der Preisverleihung in Leipzig teilgenommen hat, sicherte “Fortis Saxonia” weiterhin die Unterstützung der Chemnitzer Universität zu - sei es bei der Bereitstellung von Laborkapazitäten, bei der Gewinnung von Sponsoren oder bei der Pressearbeit.

Das Team strebt für den nächsten Shell Eco-marathon, der vom 11. bis 13. Mai 2007 in Nogaro/Frankreich stattfindet, eine klare Verbesserung des diesjährigen Resultats an. Anmeldeschluss für alle interessierten Teams ist übrigens der 4. Dezember 2006.

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Neues Produktionsverfahren zur optischen Signalübertragung

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 08:55

Immer leistungsfähiger werden die Chips, die heutzutage das Herzstück von Computern, aber auch von Autos oder Industriemaschinen sind. Doch was nützt ein blitzschnell arbeitender Prozessor oder Speicher, wenn die Daten von dort aus nur relativ langsam zum nächsten Bauteil auf der Leiterplatte übertragen werden? Schnelle Glasfaserverbindungen gelten als das Transportmedium der Zukunft und haben in vielen Bereichen schon die herkömmlichen Kupferleitungen abgelöst. Doch Leiterplatten mit solchen optischen Fasern ließen sich bisher nicht wirtschaftlich verarbeiten. Das ist Vergangenheit: Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik (FAPS) der Universität Erlangen-Nürnberg um Prof. Dr. Klaus Feldmann haben in einem größeren Verbundprojekt ein automatisiertes Verfahren entwickelt, in dem solche Baugruppen in großen Stückzahlen zu günstigen Kosten gefertigt werden können. Das ist für die Industrie höchst interessant. Optische Fasern aus Glas, aber immer häufiger aus Kunststoffen (so genannten Polymeren) haben gegenüber Kupferleitungen viele Vorteile: In ihnen lassen sich deutlich größere Datenmengen in viel kürzerer Zeit übertragen, und sie reagieren auf äußere Einflüsse weniger störanfällig. In der Telekommunikation haben Glasfaserkabel die Kupferleitungen deshalb schon fast völlig verdrängt. Auf Leiterplatten bisher noch nicht, denn es fehlte an einem Produktionsverfahren, mit dem einzelne Bauteile mit der nötigen Präzision positioniert werden können. Dabei kommt es auf Mikrometer - also Tausendstel Millimeter - an.

Will man Daten in solchen optischen Fasern übertragen, müssen die Informationen, die als elektronische Signale vorliegen, zunächst in kurze Lichtpulse übersetzt werden. Das geschieht in einer Sendeeinheit auf der Leiterplatte. Die schickt die Lichtpulse in die Polymerfaser, wo die Daten bis zur Empfängereinheit übertragen und in elektrische Signale zurückübersetzt werden. *Die kritischen Punkte bei der Übertragung sind die Schnittstellen zwischen Sender und Faser bzw. Faser und Empfänger”, erklärt Michael Rösch vom Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik. Diese Module stehen in keinem direkten Kontakt zur Polymerfaser, die in die Leiterplatte eingebettet ist. Sender und Empfänger sind in einigem Abstand darüber montiert. Der Sender schickt einen gebündelten Lichtstrahl in die darunter liegende Faser. Die Stelle, die er dabei treffen muss ist winzig klein, nur etwa 70 mal 70 Mikrometer. Ungefähr genau so groß ist der Punkt, den der Lichtstrahl auf seinem Weg von der Faser zur Empfangseinheit finden muss. Die nötigen Bauteile müssen also überaus genau ausgerichtet werden.

Bei der Verarbeitung von Leiterplatten, auf denen die Daten über Kupferbahnen übertragen werden, ist diese hohe Genauigkeit nicht nötig. Hier werden Sender und Empfänger aufgelötet. Doch bis das flüssige Metall erstarrt, können sich die Module um wenige Mikrometer verschieben. Das darf bei der Herstellung von Leiterplatten mit Polymerfasern nicht passieren. Deshalb haben die Ingenieure der Universität Erlangen-Nürnberg im Projektverbund mit mehreren Industriepartnern ein ausgefeiltes Produktionsverfahren entwickelt: Sie kleben die Bauelemente zunächst mit einem Spezialkleber auf und härten die Verbindung mit UV-Licht. Dann kann gelötet werden. Das Löten fixiert nicht nur die Bauteile, sondern sichert auch deren elektronischen Kontakt zur Leiterplatte. Schon vor dem Kleben wurde ein wenig Lotpaste - winzig kleine Metallkügelchen - unter den Bauelementen aufgetragen. Die wird nun in einem Lötofen geschmolzen, ohne dass sich die Module auf dem flüssigen Metall verschieben können.

Die gesamte Prozesskette zur Montage läuft vollautomatisch in einer Fertigungsanlage. Dazu haben die Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg im Rahmen ihres Forschungsprojektes AMOB (Automatisierte Montage optischer Bauelemente auf Substrate mit integrierten Lichtwellenleitern) bereits bestehende Hochleistungssysteme verändert und zusätzliche Teilprozesse integriert.

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