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8. November 2006

Universitätsladen bei Greifswaldern immer beliebter

Abgelegt unter: Greifswald, Ernst-Moritz-Arndt-Universität — info @ 09:08

Die Universität zeigt sich schon im Kleinen als Unternehmer. Vor einem Jahr wurde die EMAUS GmbH gegründet, deren Chef der Kanzler Dr. Thomas Behrens ist. “Wir wollen im unmittelbaren Umfeld der Universität Marketing-Artikel anbieten”, erläutert er, “die gemeinsame Identität erweitern und natürlich auch Gewinne erwirtschaften. In Zukunft sollen noch weitere Geschäftsfelder hinzukommen.” Greifswalder und ihre Besucher kennen mittlerweile den hübschen kleinen Laden in der Alten Apotheke, Baderstraße 1. Dort arbeiten zwei Studenten. Guna Voß studiert Betriebswirtschaftslehre und verdient sich als Ladenchefin ein paar Euros dazu. Um kundenfreundliche Öffnungszeiten zu gewähren, wird sie von ihrem Mann Vivian Voß im Laden unterstützt. Angefangen hat die EMAUS GmbH mit der Silbermedaille, die anlässlich des Jubiläumsjahres geprägt wurde und immer noch Bestandteil des Sortiments ist. Aus Anlass der Erneuerung seiner Ehrendoktorwürde erhielt der größte Mäzen der Universität Berthold Beitz Mitte Oktober eine solche überreicht, allerdings einzigartig in Feingold geprägt und verziert.

“Heute führen wir über 60 verschiedene Artikel”, erklärt Guna Voß. Zwischen Kugelschreiber, Notizblock und Festschrift, Shirts, Tassen, besonderen Karten und Drucken rund um die Universität und ihre berühmten Gelehrten können die Kunden stöbern. Von 70 Cent bis 46 Euro reicht die Preisspanne der angebotenen Ware. “Damit machten wir in den zurückliegenden Monaten Umsätze von bis zu 20.000 Euro pro Monat”, so Guna Voß. Betriebswirtschaftlich durchaus beachtlich, immerhin hat die noch junge EMAUS GmbH mittlerweile schon die Gewinnschwelle erreicht.

Mit dem Kochbuch “Was Professoren anrichten” und dem schmackhaften Jubiläumsbier wurde das öffentliche Interesse an dem Universitätsladen größer. “Wir passen unsere Produktpalette den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden an, wir lernen von ihnen”, so Guna Voß. Die Farbpalette der Pullis und Shirts erweiterte sich, in den nächsten Monaten kommen neben der neuen Bekleidungskollektion gänzlich neue Produkte wie Regenschirm und Schultertasche mit dem Universitätssiegel hinzu. In kleinen Schritten, mit überschaubarem Risiko wird das Geschäft geführt. “Wir arbeiten stets daran, neue Ideen zu entwickeln und diese gut umzusetzen, um in unserem Laden attraktive Produkte zu guten Preisen anzubieten”, so die Betriebswirtschaftsstudentin. Das zahle sich aus. Der Laden ist gerade in die Gewinnzone gerutscht, und schließlich soll er nicht nur sich selbst finanzieren, sondern auch Überschüsse erwirtschaften, die der Universität zugute kommen.

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Humboldt-Reden zu Europa - Valéry Giscard d’Estaing an der Humboldt-Universität

Abgelegt unter: Berlin, Humboldt-Universität — info @ 09:07

Am 9. November 2006 spricht der frühere französische Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing in der Humboldt-Universität Im Rahmen der Reihe „Humboldt-Reden zu Europa“ wird der frühere französische Staatspräsident, Valéry Giscard d‘Estaing zum Thema: “Peut-on créer un patriotisme européen?” sprechen.

Ort: AudiMax der Humboldt-Universität zu Berlin Datum: 9. November 2006 Zeit: 10 Uhr

Die wegweisende und viel beachtete Humboldt-Rede des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker vom 1. November 2006 mit seinem Plädoyer für ein außenpolitisch starkes Europa, das mit einer Stimme spricht, ist kaum verklungen. Ganz im Sinne eines deutsch-französischen Dialogs soll sogleich Frankreich zu Wort kommen: Mit einer Humboldt-Rede des früheren Staatspräsidenten Giscard d’Estaing, der als Präsident des Europäischen Konvents nicht nur zu dessen Erfolg entscheidend beigetragen, sondern auch den Inhalt des Vertrags über eine Verfassung für Europa mit geprägt hat. Niemand kennt so gut wie er die Hintergründe der Verhandlungen, die zu diesem historischen Werk geführt haben, niemand sonst hat aber auch die einschlägige politische Erfahrung und zugleich die kritische Distanz zum gegenwärtigen politischen Geschehen in Frankreich, die es erlauben, nach dem negativen französischen Referendum mit nüchternem Weitblick die Chancen des Verfassungsprojekts zu beurteilen. Der Titel seines Vortrags:

“Peut-on créer un patriotisme européen?”

lässt eine neue Dimension seiner Analyse erkennen. Es geht nicht (mehr) um eine bloße, auf die wirtschaftliche Integration gerichtete Zweckgemeinschaft; mit dem europaweiten Diskurs über das Verfassungsprojekt richtet sich der Focus auf die Grundlagen im Denken und Fühlen der Menschen, welche die Verwirklichung voraussetzt. Die Frage, ob man einen europäischen Patriotismus begründen und entwickeln kann, mag einem deutschen Zuhörer fremd erscheinen, ihn verblüffen. Umso spannender verspricht ein Vortrag über die französischen Perspektiven zu diesem Thema zu werden. Valéry Giscard d’Estaing hat zusammen mit Helmut Schmidt durch die Errichtung des Europäischen Währungssystems die ersten Schritte zur Entwicklung der Wirtschafts- und Währungsunion eingeleitet. Er hat als Abgeordneter im Europäi-schen Parlament wichtige Beiträge zur Subsidiaritätsdebatte geleistet, für seine Arbeit im Konvent über die Zukunft für Europa erhielt er im Jahre 2003 den Karlspreis, jetzt kürzlich am 21. Oktober 2006 wurde ihm der „Preis des Westfälischen Friedens“ verliehen. Am vergangenen Mittwoch hat ihn Richard von Weizsäcker als einen der „großen Europäer“ erwähnt und nachdrücklich empfohlen, die jetzt gebotene Möglichkeit, ihn an der Humboldt-Universität zu hören, nicht zu verpassen. Wir hoffen und freuen uns, mit dieser Veranstaltung dem Dialog zwischen Politik und Wissenschaft zur Entwicklung der Europäischen Union im Vorfeld der deutschen Ratspräsidentschaft neue Denkanstöße geben zu können. Präsident Giscard d’Estaing wird auf Einladung der Fondation Robert Schuman am Ende der Veranstaltung den erfolgreichen Teilnehmern des Postgraduierten-Studiengangs Europawissenschaften feierlich die Zeugnisse überreichen.

Die “Humboldt-Reden zu Europa” werden vom Walter Hallstein-Institut für Europäisches Verfassungsrecht der Humboldt-Universität zu Berlin in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Nationalstiftung veranstaltet, nachdem der ehemalige Außenminister Fischer im Mai 2000 mit seiner Rede über die Finalität Europas der Verfassungsdebatte neue Impulse gegeben hatte. Die Reihe ist amtierenden und ehemaligen Staats- und Regierungschefs vorbehalten, die unseren Studenten, Kollegen und Gästen aus Wissenschaft, Politik und Praxis ihre europapolitischen Grundideen und Visionen erläutern und mit ihnen diskutieren. Soweit uns schriftliche Fassungen der Reden zur Verfügung stehen, sind diese auf der Internet-Seite des WHI unter http://www.whi-berlin.de publiziert.

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