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1. Dezember 2006

Wissenschaftler der WWU an Bau des größten Extremhochvakuumtanks beteiligt

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 18:07

Im Forschungszentrum Karlsruhe entsteht zurzeit mit KATRIN (KArlsruher TRItium Neutrino Experiment) die präziseste Waage der Welt für Neutrinos. Daran beteiligt ist auch Prof. Dr. Christian Weinheimer vom Institut für Kernphysik der Universität Münster. Er freut sich auf einen ganz besonderen Moment: Am Mittwoch kommender Woche wird das Kernstück der Anlage, ein Extremhochvakuumtank, endlich in Karlsruhe eintreffen. Der Koloss mit einer Länge von 23,3 Metern und einem Durchmesser von zehn Metern musste zwar theoretisch nur die 400 Kilometer lange Strecke vom badischen Degendorf nach Karlsruhe zurücklegen, praktisch aber war er rund 8.800 Kilometer unterwegs, weil er wegen seiner enormen Dimensionen nur auf dem Wasser transportiert werden konnte. So ging das Spektrometer auf eine Reise rund um Europa: Auf der Donau wurde es zum Schwarzen Meer transportiert, dort umgeladen und per Hochseeschiff über Bosporus, Mittelmeer, Gibraltar, Atlantik und Nordsee nach Antwerpen gebracht. Nach erneutem Umladen fuhr das Spektrometer dann per Rheinschiff nach Eggenstein-Leopoldshafen. Die größte logistische Herausforderung ist die letzte Etappe vom Hafen zum Forschungszentrum Karlsruhe mit dem Tieflader. Mitte Dezember wird der größte Kran Europas dann den 200 Tonnen schweren Behälter in seine endgültige Position heben.

Nachgewiesen wurden Neutrinos, deren Masse mit nie gekannter Präzision durch KATRIN gemessen werden soll, erstmals 1957 beim radioaktiven Beta-Zerfall in der Fusion der Sonne. Größtenteils kosmischen Ursprungs, wird ihnen eine grundlegende Rolle bei der Entstehung des Universums zugeschrieben. “Lange Zeit ist man davon ausgegangen, dass Neutrinos keine Masse haben”, sagt Weinheimer. “Inzwischen konnte man nachweisen, dass sie sehr wohl ein Gewicht haben.” Da Neutrinos so häufig sind, ist ihre Masse von entscheidender Bedeutung, um zu verstehen, wie das Universum entstanden ist und was es zusammenhält. “Zwei Drittel des Universums bestehen aus so genannter Dunkler Energie, rund ein Drittel aus der so genannten Dunklen Materie, zu denen auch die Neutrinos gehören”, so Weinheimer. Direkt wiegen lassen sich die Neutrinos, die praktisch alles im All ohne Energieverlust durchdringen, nicht. Bei den bisherigen Experimenten konnte man durch die Umwandlung von Neutrinos zwar Unterschiede in der Masse feststellen, aber nicht das absolute Gewicht. Mit KATRIN soll sich das ändern.

Weinheimers Arbeitsgruppe ist dafür verantwortlich, dass das elektronenmagnetische Design von KATRIN mit über 30 supraleitenden Magneten und zwei Spektrometern stimmt. Noch schwieriger ist es, die immer gleiche Spannung zu halten. Zur Eichung vermessen die münsterschen Wissenschaftler Elektronen, deren Spannung immer auf dem gleichen Level bleibt. Kein Voltmesser auf der Welt kann 18600 Volt messen, deshalb wird am Institut ein Präzisionsspannungsteiler entwickelt. Die Gefahr, dass der Elektronenstrom aus dem Tritiumzerfall durch andere Elektronen verunreinigt wird, ist sehr hoch. Deshalb entwirft Weinheimer mit seiner Gruppe feine Drahtgitter, die das verhindern sollen. “Wegen der Hochspannung und des Vakuums ist das allerdings keine triviale Aufgabe”, so Weinheimer. Erste Messungen im Ernstfall mit KATRIN sind für das Jahr 2008 zu erwarten.

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Ausstellung über Naturgefahren am Flughafen Münster/Osnabrück

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 18:05

Wenn glühende Lavaströme in mächtigen Fontänen aus der Tiefe hervor schießen oder kollidierende Kontinentalplatten die Erdkruste brechen lassen, dann zeigen sich die enormen Kräfte, die auf der Erde walten. Die unterschiedlichen Facetten dieser Naturereignisse stehen im Fokus der Wanderausstellung “Unruhige Erde” im Terminal 2 des Flughafens Münster/ Osnabrück (FMO), die am 30. November 2006 eröffnet wurde und unter anderem von der Arbeitsstelle Forschungstransfer der Universität Münster und dem Wissenschaftsbüro der Stadt Münster unterstützt wird. Die vom Koordinierungsbüro Geotechnologien in Potsdam konzipierte Wanderausstellung “Unruhige Erde” begleitet den neuen Forschungsschwerpunkt “Frühwarnsysteme gegen Naturgefahren”, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Exponate zum Mitmachen, interaktive Computeranimationen und spektakuläre Satellitenaufnahmen verdeutlichen, wie geowissenschaftliche Forschung funktioniert. Welchen Nutzten die Erforschung von Erdbeben, Vulkanen, Erdrutschen oder auch Meteoriten liefert, wird anhand von Frühwarnsystemen wie dem Tsunami-Frühwarnsystem im Indischen Ozean aufgezeigt. Und hat der Besucher und Flughafengast auch nach der ausführlichen Information durch großformatige Bilder und Live-Daten immer noch Fragen zum Thema, können diese an Experten gestellt werden.

In einem öffentlichen Vortragsprogramm am Flughafen Münster/Osnabrück werden Wissenschaftler der WWU Münster neuste Forschungsergebnisse präsentieren :Am 7. Dezember 2006 um 18.30 Uhr wird Prof. Dr. Harald Strauß vom Geologisch-Paläontologischen Institut über die Dynamik der Erde in seinem Vortrag “Mittelozeanische Rücken: heißes Magma, giftige Wässer und blühendes Leben” berichten. Am 11. Januar 2007 um 18.30 Uhr zeigt Prof. Dr. Heinrich Bahlburg, ebenfalls vom Geologisch-Paläontologischen Institut, in seinem Vortrag “Tsunamis: eine unterschätzte Naturgefahr”, welche Risiken von diesen gewaltigen Wellen ausgehen. Am 18. Januar 2007 um 18.30 Uhr schildert Privatdozent Dr. Michael Bröcker vom Institut für Mineralogie im Vortrag “Die Erde lebt: Erkundung, Nutzung und Gefahren von Vulkanen” den Umgang der Geowissenschaften mit den gewaltigen Feuerbergen.

Zusätzlich können die Ausstellungsbesucher an einem Wissensquiz teilnehmen und als Hauptpreis eine viertägige Reise mit Icelandair für zwei Personen nach Island gewinnen. Schließlich kann man an keinem anderen Ort die Naturdynamik so deutlich spüren, wie auf der Vulkan-Insel aus Feuer und Eis. Speiende Vulkane und mächtige Gletscher, heiße Quellen und fauchende Geysire machen Island zu einem Land, in der die Erde nie zur Ruhe kommen wird.

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