Deutschlands erste Heisenberg-Professur für MHH-Wissenschaftler
Alterungsforscher Dr. Rudolph wird für herausragende Leistungen ausgezeichnet Als erster Wissenschaftler in Deutschland hat Privatdozent Dr. Karl Lenhard Rudolph von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine Heisenberg-Professur zuerkannt bekommen - für seine “herausragenden wissenschaftlichen Leistungen”, wie DFG-Präsident Professor Dr. Ernst-Ludwig Winnacker in einem Schreiben an Dr. Rudolph betont. Die DFG finanziert mit dem neuen Programm exzellente Wissenschaftler als Hochschullehrer für einen Zeitrum von fünf Jahren, anschließend finanziert das Land Niedersachsen, der Träger der MHH, die Professur. “Dass die allererste Heisenberg-Professur an einen Forscher der MHH vergeben wird, spricht zunächst einmal für die herausragenden Leistungen von Dr. Rudolph”, sagt MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann, “zum anderen ist es aber auch eine Würdigung des exzellenten Umfeldes an unserer Hochschule. Die erfolgreiche Nachwuchsförderung der MHH trägt jetzt zunehmend Früchte.”
Der 37-jährige Wissenschaftler erforscht die Alterung von Zellen und deren Regenerationsfähigkeit, also auch wie Organe und Gewebe im Körper erhalten werden und wie Zellen Schädigungen reparieren können. “Sein Forschungsthema passt exakt in das gerade bewilligte Exzellenzcluster”, betont Professor Bitter-Suermann. Dieses Cluster (”From Regenerative Biology to Reconstructive Therapy”) der MHH wird über die Exzellenzinitiative von Bund und Ländern für fünf Jahre mit fast 40 Millionen Euro gefördert.
“Die Alterungsforschung ist ein besonders aufstrebendes Forschungsgebiet”, erläutert Dr. Rudolph. Bei der derzeitigen demografischen Entwicklung müsse die Medizin in den kommenden Jahren verstärkt ältere Patienten behandeln. “Deshalb müssen wir verstehen, was bei der Alterung von Zellen, insbesondere Stammzellen, abläuft, und wie diese Prozesse die Regeneration und Organfunktion beeinflussen.” Dr. Rudolph, der in der MHH-Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie tätig ist, freut sich über die besondere Auszeichnung. “Die MHH bietet mit dem neuen Schwerpunkt Regeneration ein ideales Umfeld für meine Forschung”, meint er. Bislang könne krankes Gewebe zumeist nur durch gesundes ersetzt werden, wie es bei Transplantationen der Fall sei. “Wir arbeiten darauf hin, dass die Transplantation nicht mehr die einzige Therapieoption bleibt.” Eine Möglichkeit könne sein, dem kranken Gewebe seine Regenerationsfähigkeit wieder zurückzugeben.
“Diese Professur verleiht Dr. Rudolph das Siegel der Elite”, sagt Professor Dr. Michael Manns, Direktor der MHH-Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie. Schon als Arzt im Praktikum habe er neben der Krankenversorgung geforscht, betont Professor Manns. Nach drei äußerst erfolgreichen Jahren in den USA kehrte Dr. Rudolph wieder nach Hannover zurück. “Ich bin besonders stolz, weil er sich jetzt entschieden hat, seine Heisenberg-Professur an der MHH anzutreten.” Der mit der Professur ausgezeichnete Forscher hätte an jede Hochschule in Deutschland wechseln können.
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