Großes Tropenhaus im Botanischen Garten der Freien Universität Berlin wird umweltgerecht saniert
Im Beisein der Senatorin fuer Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, des Praesidenten der Freien Universitaet Berlin, Prof. Dr. Dieter Lenzen, und des Leitenden Direktors des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin-Dahlem, Prof. Dr. Werner Greuter, sowie zahlreicher Gaeste wird am heutigen Donnerstag mit einer symbolischen Grundsteinlegung die umfassende Sanierung des Grossen Tropenhauses im Botanischen Garten der Freien Universitaet Berlin begonnen. Das Grosse Tropenhaus im Botanischen Garten ist ein bemerkenswertes Baudenkmal und gehoert zu den imposantesten freitragenden Gewaechshaeusern der Welt.
Senatorin Junge-Reyer: “Das Grosse Tropenhaus im Botanischen Garten wird auch in Zukunft ein aussergewoehnliches Haus sein - wegen seiner Bedeutung fuer die Wissenschaft und fuer Tausende von Besuchern, die sich an der tropischen Pflanzenwelt erfreuen. Aber nicht nur das. Das Bauwerk war zu seiner Entstehungszeit vor 100 Jahren ein Beispiel fuer fortschrittliche Technik in Verbindung mit architektonischer Qualitaet. Die Sanierungsarbeiten werden die Architektur bewahren und zugleich technische Innovationen mit sich bringen, die vorbildlich fuer unsere Zeit sind.”
Prof. Dr. Lenzen: “Der Botanische Garten der Freien Universitaet Berlin ist eine Oase im Trubel der Metropole - ein Pflanzenparadies von Weltrang, das auf eine ueber 300-jaehrige Tradition zurueckblickt. Mit einer Groesse von 43 Hektar und mehr als 22.000 Pflanzenarten ist der Botanische Garten der drittgroesste der Welt und eine international anerkannte Forschungseinrichtung. Die Erforschung der Pflanzenwelt ist nicht nur eine Voraussetzung fuer ihre Erhaltung. Sie ist auch die Voraussetzung fuer das Ueberleben der Menschheit. Hierzu traegt auch das Grosse Tropenhaus - eine “Arche Noah” fuer seltene und gefaehrdete Pflanzenarten - bei. Deshalb schaetzen wir uns besonders gluecklich, dass die Sanierung dieses imposanten Bauwerks heute beginnt - und wir damit gemeinsam zum Erhalt der Pflanzenvielfalt beitragen. Mein besonderer Dank gilt Frau Senatorin Junge-Reyer, denn die Baumassnahmen werden in erster Linie durch einen Zuschuss aus dem Umweltentlastungsprogramm der Senatsverwaltung fuer Stadtentwicklung ermoeglicht. Danken moechte ich aber auch der Europaeischen Union, dem Bund, dem Land Berlin und der Lottostiftung, die ebenfalls Foerdermittel zur Finanzierung der Baumassnahmen bereitstellen.”
Prof. Dr. Greuter: “Das Grosse Tropenhaus ist das Wahrzeichen unseres Gartens und ein Schmuckstueck Berlins. Aber Gewaechshaeuser, insbesondere Warmhaeuser, sind vergaengliche Juwelen. Das feucht-warme Innenklima geht an die Substanz. Dass die unaufschiebbare aber kostenintensive Sanierung nunmehr gelingt, erfuellt uns Botaniker und Gaertner mit grosser Freude. Es zeugt von der hohen Wertschaetzung, welche die Pflanzenwelt in ihrer Vielfalt, deren Erforschung und Erhaltung wir hier betreiben, in Politik und Oeffentlichkeit geniessen.”
Das von 1905 bis 1907 errichtete, im II. Weltkrieg schwer beschaedigte und in den sechziger Jahren wieder hergestellte, denkmalgeschuetzte Bauwerk wird neben einer Grundsanierung auch eine Modernisierung mittels neuester Umwelttechnik erfahren. Die bruechige Acrylglasfassade wird durch eine Waermeschutzverglasung ersetzt.
Die Beheizung des Gebaeudes erfolgt kuenftig ueber drei miteinander kombinierte Systeme - ueber eine Fassadenheizung, eine Fussbodenheizung und eine Luftheizung. Ausserdem sind zwei Umlufttuerme in Gestalt kuenstlicher Baeume geplant, die ueberschuessige Waerme absaugen, einem Waermespeicher zufuehren und bei Bedarf wieder in das Gebaeude einspeisen. In Verbindung mit modernster Mess- und Regeltechnik wird der Energieverbrauch des Gebaeudes halbiert und die Energiekosten reduzieren sich um rund 100.000 Euro pro Jahr. Auch die Wasserkosten werden sinken, weil die tropischen Pflanzen kuenftig vorwiegend mit Regenwasser gewaessert werden. Ermoeglicht wird die auf 16 Millionen Euro veranschlagte Sanierung in erster Linie durch einen Zuschuss aus dem Umweltentlastungsprogramm der Senatsverwaltung fuer Stadtentwicklung in Hoehe von fast 8,4 Millionen Euro, wovon 4,8 Millionen Euro aus dem Europaeischen Fonds fuer Regionale Entwicklung (EFRE) stammen. Die Hochschulbaufoerderung des Bundes, die Stiftung deutsche Klassenlotterie Berlin und die Freie Universitaet Berlin beteiligen sich ebenfalls an der Finanzierung des Vorhabens.
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Kommentar von air compressor — 16. April 2008 @ 16:09