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3. November 2006

Irrtümer vermeiden - Universitätsklinikum Greifswald verbessert Patientensicherheit

Abgelegt unter: Greifswald, Ernst-Moritz-Arndt-Universität — info @ 16:49

Armbänder sind jetzt fester Bestandteil jedes Klinikaufenthaltes

Medikamente verteilen, Bluttransfusionen einleiten, Menschen operieren – Ärzte und Pflegepersonal im Klinikalltag stehen laufend in der Verantwortung, vor medizinischen Maßnahmen zweifelsfrei und zügig die Identität von Patienten zu überprüfen. Anfang des Jahres beschloss der Vorstand des Uniklinikums Greifswald die Einführung der „Patientenkennzeichnung mittels Armband“, um die Sicherheit zu erhöhen, Irrtümer und Verwechslungen auszuschließen. Im September wurde der Routinebetrieb aufgenommen. Seitdem wird jeder Patient bei der Aufnahme mit einem Armband mit Barcode am Handgelenk ausgestattet. Bei jährlich 40.000 Patienten mit Krankenhausaufenthalt gehört das Uniklinikum Greifswald mit zu den größten Einrichtungen, die für alle Patienten diese zusätzliche Sicherheitskontrolle vorschreiben. „Internationale Studien haben eindeutig belegt, dass Armband-Identifikationssysteme die Sicherheit in allen Krankenhausprozessen erhöhen“, betonte der Stellvertretende Ärztliche Direktor Prof. Matthias Nauck. Bis zu 10 Prozent der deutschen Krankenhäuser greifen bislang teilweise oder vollständig auf zusätzliche Kontrollmöglichkeiten zurück.

Das Greifswalder Uniklinikum verwendet die von der Reinbeker Firmengruppe Mediaform entwickelten selbstklebenden und verschlusssicheren Identifikationsbänder ARMILLA mit Barcode, Vornamen, Namen, Geburtsdatum und Fallnummer, die aus allergologisch und toxikologisch unbedenklichen Materialien bestehen. Mediaform ist eines der führenden Unternehmen im Bereich der medizinischen Datenerfassung (www.mediaform.de). In Zusammenarbeit mit dem Datenschutzbeauftragten des Landes Mecklenburg Vorpommern wurden alle relevanten Aspekte des Persönlichkeitsschutzes der Patienten im Vorfeld geklärt. Die Integrationsfähigkeit in das bestehende papierlose Krankenhausinformationssystem (KIS) ist beim ARMILLA Armband gesichert. Der qualitativ hochwertige und dauerhafte Aufdruck wird dabei mit Zebra Druckern direkt aus dem KIS erzeugt, die sich nahtlos in die vorhandene IT-Struktur einbinden ließen. Bei einer Befragungsaktion akzeptierten über 90 Prozent aller Patienten das Armband und lobten den hohen Tragekomfort. Auch das Pflegepersonal erkannte schnell die Vorteile bei der Identifizierung der Patienten.

„Die Patientenarmbänder bilden die Grundlage weiterer Entwicklungen im Bereich der Patientensicherheit, im Qualitätsmanagement und der lückenlosen Darstellung medizinischer Leistungen“, unterstrich Nauck. So ist die Dokumentation der so genannten Patienten nahen Diagnostik (POCT), wie beispielsweise das Messen des Blutzuckerspiegels direkt am Patientenbett, bereits in die Realität umgesetzt. Hierbei liest das Blutzuckermessegerät den auf dem Armband befindlichen Barcode und dokumentiert so eindeutig die erfolgte Messung am Patienten. „Somit trägt das Armband gleichzeitig zur weiteren Ablaufoptimierung auf den Stationen bei.“

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