Willkommen bei University-News! Bei uns finden Sie aktuelle Nachrichten aus deutschen Universitäten. Wir danken den angeführten Universitäten für deren freundliche Hilfe.

Kalender

Dezember 2008
M D M D F S S
« Feb    
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031  

29. August 2006

Modellprojekt der Universität Münster zur Laienreanimation an zwei Gymnasien in Münster und Aachen

Abgelegt unter: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität — info @ 22:26

Schüler als Lebensretter: Mitten im Einkaufsgetümmel der Fußgängerzone sinkt plötzlich
eine ältere Dame zu Boden. Schnell versammelt sich eine Traube
Neugieriger um die bewegungslos daliegende Frau, die offensichtlich
das Bewusstsein verloren hat. Einer der Herumstehenden verständigt
zwar per Handy sofort den Notarzt. Bis zum Eintreffen des
Rettungswagen, geschieht dann aber erst einmal gar nichts weiter.
Szenen wie diese sind leider typisch: Wenn Erste Hilfe gefragt ist,
sind viele Menschen einfach überfordert. Da sie nicht wissen, was
genau zu tun ist, tun sie lieber gar nichts, sondern vertrauen auf
baldiges Erscheinen der professionellen Helfer.

“Wertvolle Minuten verstreichen, die ausschlaggebend für das
Überleben ohne schwere Gehirnschäden sind”, verweist Prof. Dr.
Hugo Van Aken, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und
operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Münster (UKM)
auf die große Notwendigkeit unverzüglicher
Wiederbelebungsmaßnahmen bei Herzkreislaufstillstand. Seine Idee zur
Verbesserung der bislang äußerst unbefriedigenden Situation ist
es, die Vermittlung von Wiederbelebungsmaßnahmen in den
Schulunterricht zu integrieren, also bereits Schüler zu
Lebensrettern auszubilden. Normalerweise werden bislang entsprechende
Kenntnisse erst beim Erste-Hilfe-Kursus im Zusammenhang mit der
Führerschein-Prüfung vermittelt  - und geraten meistens bald
wieder in Vergessenheit.

Ziel eines im September unter der Leitung Van Akens startenden und in
Kooperation mit zwei Gymnasien in Münster und Aachen
durchgeführten bundesweiten Modellprojektes ist es, entsprechende
schulische Unterrichtseinheiten anzubieten und deren tatsächlichen
Erfolg zu überprüfen. Sollten die Ergebnisse der
wissenschaftlichen Evaluation die Erwartungen bestätigen, wäre
dies laut Van Aken ein hinreichender Anlass, entsprechende
Reanimationskurse künftig fest im schulischen Curriculum zu
verankern. Optimistisch stimmt ihn in diesem Zusammenhang die
Schützenhilfe von der zuständigen politischen Seite: Barbara
Sommer, Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes
Nordrhein-Westfalen hat die Schirmherrschaft für das Vorhaben
übernommen.

Im Rahmen des Modellprojektes wollen die Beteiligten insbesondere
herausfinden, in welcher Jahrgangsstufe sich ein solcher Kursus am
besten anbietet und wie er aufgebaut beziehungsweise ob und, wenn ja,
wie oft und in welchen Intervallen er wiederholt werden sollte. In
beiden kooperierenden Schulen, dem Gymnasium Paulinum in Münster und
dem Bischöflichen Pius-Gymnasium in Aachen, werden sämtliche
Schülerinnen und Schüler der Klassen 6 und 9 im Rahmen des
Biologienunterrichtes bis zum Abitur, das heißt über einen
Zeitraum von drei beziehungsweise sechs Jahren, theoretisch und
praktisch mit der Laienreanimation vertraut gemacht. Die jeweils vier
Parallelklassen werden dabei unterschiedlich häufig ausgebildet, um
am Ende zu sehen, bei welchem Modell die besten Ergebnisse erzielt
werden.

Die ärztliche Projektleitung vor Ort liegt in Münster bei
Privatdozent Dr. Thomas Weber, Oberarzt der Klinik für
Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des UKM und
ärztlicher Leiter der Berufsfeuerwehr Münster, sowie in Aachen bei
Prof. Dr. Thomas Möllhoff, Leiter der Klinik für
Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des
Marienhospitals Aachen. Die Durchführung der praktischen Ausbildung
übernehmen in Münster Rettungssanitäter der Berufsfeuerwehr und
Ärzte des UKM, während in Aachen Biologie- und Sportlehrer für
diese Aufgabe geschult wurden. Große Unterstützung erfuhren die
Projektleiter von der Fakultät für Psychologie und
Sportwissenschaften der Universität Bielefeld, die vor allem an der
altersgerechten Gestaltung und Formulierung der zu Beginn und zum Ende
der Kurse von den Schülern auszufüllenden Fragebögen
maßgeblich beteiligt war.

Ziel des Modellprojektes ist es, die Laienreanimation bei positiver
Evaluation nach sechs Jahren für alle Schulen in den Lehrplan
aufzunehmen. Damit künftig nicht ratlos dreingeschaut sondern
beherzt zugepackt wird, wenn wieder einmal ein Mensch bewusstlos zu
Boden sinkt - was übrigens laut Prof. Van Aken allein in einer Stadt
wie Münster im Schnitt tagtäglich vier bis fünf Mal passiert.

• • •

1 Kommentar »

  1. my-citadel ewallet…

    Genuine job is this formidable my-citadel. Hmm, the bon is more secondary than this square online. It’s aware to be giggled! Wow, the idea is far more related than this rural unit. It’s outdoor to be hiccupped!…

    Trackback von my-citadel ewallet — 23. November 2007 @ 07:43

Kommentare RSSTrackBack URI

Einen Kommentar hinterlassen

Powered by: WordPress • Template by: Priss