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4. September 2006

Startschuss für den von der TU Chemnitz und der Stadt Chemnitz initiierten TechnoPark

Abgelegt unter: Chemnitz, Technische Universität — info @ 22:34

Wer gestalten will, muss über Geld verfügen. Dieses
finanztechnische Grundaxiom gilt im Bereich der großen Politik, es
gilt im kommunalen Raum gleicherweise. Wer aber nachhaltig
gestalten will, muss über eine Vision verfügen, er muss für seine
Idee überzeugend werben verstehen und Gleichgesinnte finden.

Zu große Worte für das, worum es im konkreten Fall, der TU und
“ihrer” Stadt Chemnitz geht? Sicher nicht, wie Vorgeschichte und
erste Ergebnisse zeigen. Die Vision, um die es sich handelt,
entstand aus den Bedürfnissen pragmatischen Baugeschehens: Im
Jahr 2000 wurde die Sanierung des Weinhold-Baus an der
Reichenhainer Str. beantragt, und schon damals wurden erste
Überlegungen angestellt, wie die Universität und ihr Campus einmal
aussehen könnten. Sechs Jahre später, 2006, wird in Kürze der
Grundstein für den Neubau eines Physikinstitutes auf dem Campus
gelegt, neben dem Weinholdbau, dessen Sanierung inzwischen
gesichert ist: Somit also in unmittelbarer Nähe zu den bestehenden
Hauptgebäuden der zentralen technischen Fakultäten, der neuen
Mensa und des großen, neuen Hörsaalgebäudes. Mit der
Konzentrierung dieser Neubauten auf das Gebiet an der
Reichenhainer Straße war fast unter der Hand die Vision einer
Campus Universität geboren.

Einen entscheidenden, qualitativen Schritt nach vorn markierte
schließlich die Idee, in unmittelbarer Nähe zu diesem sich
entwickelnden Campus einen TechnoPark zu errichten: Ein
Forschungs-, Arbeits- und Bürogebäude zugleich, ein
Multifunktionshaus somit, in dem sich Firmen ansiedeln können, die
in enger Forschungskooperation zur TU Chemnitz stehen, in dem
junge Start Up Unternehmen, die durch Absolventen oder
Wissenschaftler aus der Universität gegründet werden,
Räumlichkeiten erhalten könnten. Der Plan wurde bereits im Mai
2001 geboren, als der Kanzler der Universität, E. Alles, gemeinsam
mit einem Planungsbüro ein passendes Gelände an der
Rosenbergstraße dafür entdeckte. Nach anfänglichen Recherchen
hinsichtlich der Eigentümer des brachliegenden Geländes und der
bauseitigen Voraussetzungen nahm das Projekt sehr bald Gestalt
an. Es entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit zwischen dem
damaligen Rektor Grünthal, dem Kanzler Alles, dem Bauplaner
Obermeyer Projektentwicklung GmbH und der Stadt Chemnitz.

Die Vorteile des sich abzeichnenden “Ensembles `TechnoPark` auf
dem Campus” liegen auf der Hand: Die räumliche Nähe zum neuen
Physikgebäude mit dem entstehenden Reinraum des Zentrums für
Mikrotechnologien, aber auch die mit der Sanierung des
Weinholdbaus verbesserten Arbeitsbedingungen in Forschung und
Lehre lassen insgesamt auf wesentliche Synergieeffekte für beide
Seiten hoffen. Gerade die frühzeitig geplante Ausrichtung des
TechnoParks insbesondere auf den Bereich der Mikrosystemtechnik
wird der Universität großes Innovations- und Wachstums-Potential
garantieren - tangiert dieses Forschungs- und Entwicklungsfeld doch
eine wichtige Forschungsprofillinie der TU. Gewerbeflächen mit
herausragender technologischer Ausstattung in enger
Nachbarschaft zum Campus der Universität bieten zudem für junge
Start-Up´s beste Aussichten. Gleiches gilt aber auch für bereits
etablierte Wirtschaftsunternehmen. Ihnen eröffnen sich viele
Möglichkeiten unmittelbarer Kooperation mit der universitären
Forschung und Lehre. Last but not least bieten sich für Studierende
und Absolventen - sei es als Praktikant, Diplomand oder (später) als
Unternehmensgründer oder Angestellter der TU Chemnitz
hervorragende berufliche Einstiegsbedingungen.

Die Idee des TechnoParks bedurfte der Unterstützung von außen.
Sie kam, wie der Kanzler dankbar erwähnte, von zwei Seiten, von
Seiten der Industrie und der Stadt. Sie wurden für die Vision der TU
Chemnitz gewonnen, und sie sorgten dafür, dass die Idee die so oft
bemühte, in der Tat so wichtige Nachhaltigkeit gewann.
Anerkennung verdient vor allem die Stadt mit ihrem damaligen OB,
Dr. P. Seifert, an der Spitze. Seine Hilfe und sein Zuspruch
ermöglichten die Erarbeitung einer umfassenden Studie über
“Planungs- und Beratungsleistungen zur Konzeptentwicklung und
Vorbereitung eines Forschungs- und Technologieparks”. Diese
Studie bildete den Ausgangspunkt für alle weiteren Planungen.
Beratungen mit den zuständigen Ministerien sowie politischen
Entscheidungsträgern, aber auch für den unbedingt notwendigen
Grundsatzbeschluss des Stadtrates im August 2003.

Seitdem ist viel passiert. Der Fördermittelantrag seitens der Stadt
Chemnitz wurde gestellt, die Planungen zum Projekt in
Federführung durch die CWE konkretisiert - und der Neubau des
Physikgebäudes mit Reinraum der TU Chemnitz hat begonnen.
Besonders freut sich die Universität unter der Leitung des Rektors,
Prof. Klaus-Jürgen Matthes, nun über die Realisierung des
Grundstückskaufes als Startschuss für den TechnoPark und hofft
gleichzeitig auf einen schnellen Baubeginn seitens der Stadt
Chemnitz, damit vielleicht schon 2007 oder spätestens 2008 die
ersten Mieter in den TechnoPark Chemnitz einziehen können und
die Realisierung der einstigen Vision sich in wissenschaftlich-
technischen Synergien niederschlägt, die nicht zuletzt auch zu den
erhofften wirtschaftlichen Erfolg von Universität, Stadt und Region
beitragen werden.

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