Universität im Rathaus: Sportinformatik
Professor Jürgen Perl erläutert am 14. November, wie Computer und Informatik den Anforderungen im Profi-, aber auch Gesundheitssport Rechnung tragen
Sie wirkt und arbeitet meist unsichtbar, dabei hat sie wie kaum eine andere Wissenschaft unser Leben und unseren Alltag revolutioniert: Die Informatik findet sich heute überall. Ob im E-Commerce, in der Unterhaltungselektronik oder der Medizintechnik, ob beim Katastrophenmanagement, bei Analysetechniken im Hochleistungssport oder ganz simpel in Haushaltsgeräten — versteckt lenken, regulieren, messen und warnen die neuen Technologien. Aus Anlass des Informatikjahres 2006 möchte die Reihe “Universität im Rathaus” das Interesse für die digitale Entwicklung unserer Gesellschaft wecken. In dieser Reihe hält Univ.-Prof. Dr. Jürgen Perl vom Institut für Informatik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am Dienstag, 14. November, um 20 Uhr im Ratssaal des Mainzer Rathauses einen Vortrag zum Thema “Sportinformatik: Computer unterstützen Profis und machen Fitness gesünder”. Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Wie muss ich laufen, um abzunehmen? Wie muss ich trainieren, um schneller zu werden? Welches taktische Konzept hätte die Mannschaft wählen sollen, um zu gewinnen? Fragen, auf die viele verschiedene Antworten möglich sind. Zwar gibt es einerseits klare Richtlinien von Sportwissenschaftlern, Sportmedizinern und Trainern, andererseits erfordert jeder Einzelfall eine individuelle Behandlung. Hierzu sind aber zunächst Informationen notwendig — beispielsweise über Gesundheits- und Trainingsstand eines Athleten oder über die technischen und taktischen Fähigkeiten der Spieler einer Mannschaft.
Mit Hilfe des Computers können solche Informationen schnell und exakt zu einer Lösung verarbeitet werden — allerdings nur unter der Voraussetzung, dass man weiß “wie” — nämlich: Wie wirkt sich das Training auf meinen Körper aus, und wie kann ich vermeiden, mich zu überlasten? Wie gut war unser taktisches Konzept, und wie könnte es eventuell verändert werden? Die immer höheren Anforderungen im Profisport, aber auch die wachsende Bedeutung von Fitness und Gesundheitssport stellen Herausforderungen an die Betreuung im Sport dar, die ohne Computer und Informatik zukünftig nicht bewältigt werden können.
Der Referent Univ.-Prof. Dr. Jürgen Perl, 1944 geboren; 1971 Promotion in Mathematik an der FU Berlin; 1974 Habilitation in Informatik an der TU Berlin; 1975 Professur für Angewandte Mathematik und Informatik an der Universität Osnabrück; 1984 Professur für Angewandte Informatik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zu seinen Arbeitsgebieten zählen neben Software-Entwicklung und Modellbildung speziell die interdisziplinären Schwerpunkte Medizin- und Sportinformatik. Sein zentraler methodisch-konzeptioneller Anspruch besteht in der unmittelbaren Verknüpfung von theoretischem Ansatz und praktischer Umsetzung.
Die nächsten Vorträge in dieser Reihe:
Veranstaltungsort: Rathaus, Ratssaal, jeweils 20 Uhr. Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
5. Dezember 2006 Der digitale Mensch. Virtuelle Realität im Kino. Dr. Susanne Marschall, Filmwissenschaft, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
12. Dezember 2006 Geodienste im Internet — am Beispiel aktueller Anwendungen wie Katastrophenmanagement oder Geschichte. Prof. Dr. Alexander Zipf, Geoinformatik, Fachhochschule Mainz
9. Januar 2007 Bioinformatik — Wie “dumme Computer” Vorhersagen über komplexe biologische Vorgänge im Menschen machen können. Dr.-Ing. Ernst Althaus, Institut für Informatik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
16. Januar 2007 Erfolge und Misserfolge — eine heiter bis kritische Betrachtung der Informatik in unserer Gesellschaft. Prof. Dr. Christian Petri, Wirtschaftsinformatik, Fachbereich III: Wirtschaftswissenschaften, Fachhochschule Mainz
6. Februar 2007 Musikinformatik — Von der antiken Musiktheorie zum modernen Computer. Dr. rer. nat. Albert Gräf, Musikwissenschaftliches Institut, Bereich Musikinformatik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz