Von Artenschutz bis Zellforschung
Tiermediziner erfuellen ein breites Spektrum an oeffentlichen Aufgaben - eine Konferenz gewaehrt Einblicke und schaut ueber den Tellerrand Mit der Rolle der Veterinaermedizin in Forschung und Gesellschaft befasst sich eine Konferenz der Deutschen Veterinaermedizinischen Gesellschaft und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, die am 13. und 14. Oktober in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften stattfindet. Sie wird in enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Veterinaermedizinischen der Freien Universitaet Berlin ausgerichtet.
Ob BSE, Schweinepest oder Vogelgrippe: In den letzten Jahren ist die Oeffentlichkeit immer wieder mit Infektionskrankheiten von Tieren konfrontiert worden, die auch Haustiere oder sogar die Gesundheit des Menschen bedrohen. Ganz zu schweigen von den erheblichen wirtschaftlichen Verlusten, die durch solche Krankheiten entstehen. Veterinaermediziner schuetzen Tierbestaende vor diesen Erkrankungen und sind bemueht, die Uebertragung von Krankheitserregern von Tierprodukten auf Menschen zu verhueten.
Zudem arbeiten sie in der Lebensmittelkontrolle, Forschung und Weiterbildung. “Diese Aufgaben unseres Berufsstandes sind der Oeffentlichkeit nicht in ihrer vollen Bedeutung bekannt”, sagt Prof. Dr. Holger Martens vom Institut fuer Veterinaer-Physiologie der Freien Universitaet. Das soll sich durch die Konferenz aendern. “Wir wollen das breite Betaetigungsfeld der Veterinaermedizin bekannt machen und die Vernetzung des Gebietes mit angrenzenden Faechern darstellen”, umreisst Martens das Ziel der Tagung. In Zeiten fortschreitender Spezialisierung bestehe wachsender Bedarf fuer eine enge Zusammenarbeit mit Disziplinen wie der Medizin, den Bio- und Agrarwissenschaften und der Oekologie.
Das Tagungsprogramm ist in fuenf Sektionen untergliedert und eng gepackt: 21 Vortraege von 30 Minuten Dauer sind geplant. In der Themenwahl schlaegt sich das breite Spektrum der Veterinaermedizin bereits nieder: Auf dem Programm am 13. Oktober stehen Vortraege wie “Das Tier im Recht” (9.30 Uhr), “Transgene Versuchstiere” (11.10 Uhr) und Alternativen zu Tierversuchen (14.30 Uhr), Verhaltensstoerungen bei Haustieren (15 Uhr) und Probleme der Tierarzneimittel-Forschung (ab 17.15 Uhr). Am 14. Oktober beschaeftigt sich die Konferenz unter anderem mit dem Stand der Prionenforschung (9 Uhr), molekularer Bakteriologie (10 Uhr) und aktueller klinischer Forschung in Chirurgie und Reproduktionsmedizin (ab 12.15 Uhr). Zum Abschluss gewaehren die Referenten Einblicke in oeffentliche Aufgaben der Veterinaermedizin: den Artenschutz, die Seuchenbekaempfung und die Gesundheitsvorsorge (ab 14 Uhr).
Ort und Zeit: Leibnizsaal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Jaegerstrasse 22/33, 10117 Berlin (U-Bahnhof Stadtmitte), Beginn: 13. Oktober, 9 Uhr.
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